Tourexpi
Mit
der Verabschiedung des Kurzzeitvermietung-Datenaustausch-Gesetzes (KVDG) rückt
die Frage nach mehr Transparenz im Markt für Ferienwohnungen in den Fokus. Der
Deutsche Tourismusverband sieht nun die Bundesländer in der Pflicht, die
gesetzlichen Voraussetzungen für eine umfassende Datenerhebung zu schaffen.
Die
EU-Richtlinie zur Kurzzeitvermietung zielt darauf ab, den Markt besser
erfassbar zu machen. In Deutschland bleibt die konkrete Umsetzung jedoch
unvollständig, da der Bund keine einheitliche Regelung für ein flächendeckendes
Registrierungsverfahren geschaffen hat. Damit liegt es nun an den Ländern,
entsprechende Strukturen zu etablieren und den Kommunen die notwendigen
Instrumente an die Hand zu geben.
Kommunen
sollen vollständigen Überblick erhalten
Aus
Sicht des DTV ist ein möglichst breiter Zugang zu verlässlichen Daten
entscheidend, um die Entwicklung der Kurzzeitvermietung realistisch einschätzen
zu können. Der Markt ist bislang nur unzureichend erfasst, da Ferienwohnungen
mit weniger als zehn Betten statistisch nicht berücksichtigt werden. Gerade in
touristisch geprägten Regionen entsteht dadurch ein unvollständiges Bild.
Ein
flächendeckendes Registrierungsverfahren würde es Städten und Gemeinden
ermöglichen, die tatsächliche Zahl der Ferienwohnungen zu erfassen. Diese Daten
bilden eine wichtige Grundlage für die Planung touristischer Angebote ebenso
wie für wohnungspolitische Entscheidungen auf kommunaler Ebene.
Keine
Beschränkung auf einzelne Regionen
Der
DTV warnt davor, die Einführung solcher Verfahren auf Städte mit angespannten
Wohnungsmärkten zu begrenzen. Kurzzeitvermietung sei kein ausschließlich
urbanes Phänomen, sondern betreffe zahlreiche Destinationen im gesamten
Bundesgebiet.
„Die
EU-Richtlinie zur Kurzzeitvermietung hat sich zum Ziel gesetzt, volle
Markttransparenz zu schaffen. Die ist aber nur möglich, wenn so viele Kommunen
wie möglich, diese Transparenz auch herstellen können. Deshalb wäre es sinnvoll
gewesen, wenn der Bund bereits geregelt hätte, dass alle Kommunen ein
Registrierungsverfahren einführen können.“
„Nun
sind alle Länder gefordert, diese Möglichkeit mit eigenen Landesregelungen
flächendeckend umzusetzen. Nur so lässt sich ein vollständiges Lagebild des
Marktes gewinnen.“
Breite
Umsetzung als Grundlage für politische Steuerung
Der
Verband fordert daher, dass alle Kommunen unabhängig von ihrer Ausgangslage die
Möglichkeit erhalten, ein Registrierungsverfahren einzuführen. Eine
Beschränkung auf Regionen mit bestehenden Zweckentfremdungssatzungen würde die
Datengrundlage weiter fragmentieren.
„Der
DTV fordert die Bundesländer daher auf, ihre Landesgesetze so auszugestalten,
dass alle Kommunen, die dies wünschen, ein Registrierungsverfahren einführen
können. Eine Beschränkung auf Kommunen mit Zweckentfremdungssatzung sollte
vermieden werden. Nur mit einer möglichst breiten Anwendung können verlässliche
Daten entstehen und eine sachgerechte politische Steuerung erfolgen.“
Bildnachweis:
© DTV
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