Tourexpi
Der
türkische Tourismus behauptet sich trotz geopolitischer Spannungen in der
Region, gestiegener Preise und sommerlicher Hitzewellen auf hohem Niveau. Im
ersten Halbjahr 2026 empfing die Türkei 25,8 Millionen internationale Besucher.
Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 26,4 Millionen gewesen.
Die
Tourismuseinnahmen erreichten in den ersten sechs Monaten rund 25,8 Milliarden
US-Dollar und lagen damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Tourismusminister
Mehmet Nuri Ersoy rechnet nach dem verhaltenen Jahresbeginn mit einer stärkeren
zweiten Jahreshälfte und sieht weiterhin Chancen auf ein Rekordergebnis.
Konflikte
und Luftraumsperrungen belasten das erste Halbjahr
Nach
Einschätzung Ersoys beeinträchtigten regionale Spannungen im Nahen Osten und
globale Unsicherheiten die Reisenachfrage. Die Türkei selbst war zwar nicht in
die Konflikte verwickelt, Flughäfen und Fluggesellschaften arbeiteten regulär.
Zeitweise Sperrungen des Luftraums über der Golfregion wirkten sich jedoch
negativ auf die Nachfrage aus.
Für
die kommenden Monate zeigt sich der Minister optimistischer. „Wir sind stark
ins zweite Halbjahr gestartet, und unsere aktuellen Prognosen deuten auf eine
deutlich verbesserte Entwicklung im restlichen Jahr hin“, sagt Ersoy.
Gäste
bleiben länger und geben pro Nacht mehr aus
Neben
der reinen Besucherzahl entwickeln sich zwei für die Tourismuseinnahmen
wichtige Kennzahlen positiv. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer erhöhte
sich im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent auf 10,01 Nächte.
Gleichzeitig
stiegen die durchschnittlichen Ausgaben pro Übernachtung um 2,6 Prozent auf 109
US-Dollar. Damit erzielt die Branche höhere Einnahmen pro Aufenthaltstag und
kann den leichten Rückgang der internationalen Besucherzahlen zumindest
teilweise kompensieren.
Russland
und Deutschland bleiben wichtigste Quellmärkte
An
der Spitze der internationalen Herkunftsmärkte gab es keine Veränderungen.
Russland blieb mit 2,65 Millionen Besuchern der größte Quellmarkt der Türkei.
Deutschland folgte mit 2,44 Millionen Gästen auf Platz zwei. Aus Großbritannien
kamen im ersten Halbjahr 1,58 Millionen Besucher.
Damit
entfielen allein auf diese drei Märkte rund 6,7 Millionen internationale Gäste.
Besonders Deutschland bleibt damit eine zentrale Säule des türkischen
Incoming-Tourismus.
Österreich
mit leichtem Rückgang
Aus
Österreich reisten in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt 181.560 Besucher
in die Türkei. Im Vorjahreszeitraum waren es 192.178 gewesen. Das entspricht
einem Rückgang um 5,53 Prozent.
Gegenüber
2024 liegt das österreichische Gästeaufkommen allerdings weiterhin leicht im
Plus. Auch für diesen Quellmarkt werden für die zweite Jahreshälfte bessere
Ergebnisse erwartet.
Nach
einem von regionalen Krisen und Unsicherheit geprägten ersten Halbjahr richtet
sich der Blick der türkischen Tourismusbranche damit auf die traditionell
starken Sommer- und Herbstmonate. Entscheidend für die Jahresbilanz dürfte
sein, ob die zuletzt stärkere Nachfrage ausreicht, um den leichten Rückstand
bei den Besucherzahlen aufzuholen.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration
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