Tourexpi
Die
TUI AG rechnet für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einer
verbesserten operativen Entwicklung. Das bereinigte EBIT zu konstanten
Wechselkursen soll im Vergleich zum Vorjahr um 5 bis 25 Millionen Euro steigen.
Im Vorjahresquartal hatte das Ergebnis noch bei minus 207 Millionen Euro
gelegen.
Die
Verbesserung wird vor allem auf Fortschritte in der Transformation des Segments
Märkte + Airline zurückgeführt. Gleichzeitig belasten die Auswirkungen des
anhaltenden Konflikts im Nahen Osten das Ergebnis. Allein im März entstanden
Kosten von rund 40 Millionen Euro, unter anderem durch Rückführungsmaßnahmen
und operative Einschränkungen.
Unsicherheit
dämpft kurzfristige Nachfrage
Trotz
einer insgesamt positiven Entwicklung im ersten Halbjahr bleibt die
kurzfristige Planung durch die geopolitische Lage erschwert. Der anhaltende
Konflikt im Nahen Osten und die unklare Dauer führen zu einer erhöhten
Zurückhaltung bei Kunden und zu kurzfristigeren Buchungsentscheidungen.
Vor
diesem Hintergrund passt TUI seine Prognose für das Gesamtjahr an. Statt eines
Wachstums erwartet der Konzern nun ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4
Milliarden Euro. Zuvor war ein Anstieg um 7 bis 10 Prozent prognostiziert
worden. Im Geschäftsjahr 2025 lag das bereinigte EBIT bei 1,413 Milliarden
Euro. Die Umsatzprognose wird vorerst ausgesetzt, bis sich die
Rahmenbedingungen stabilisieren.
Rückholaktionen
und Einschränkungen im Kreuzfahrtgeschäft
Nach
Ausbruch der Krise Ende Februar organisierte TUI im März die Rückkehr von rund
10.000 Gästen sowie etwa 1.500 Crewmitgliedern. Darunter befanden sich etwa
5.000 Passagiere der Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 sowie
weitere 5.000 Gäste aus europäischen Quellmärkten.
Die
beiden Schiffe mussten zunächst in den Häfen von Abu Dhabi und Doha verbleiben,
sämtliche Reisen wurden bis Mitte Mai 2026 abgesagt. Am 19. April konnten beide
Schiffe nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden den Persischen Golf
verlassen. Ab Mitte Mai sollen sie wieder im Mittelmeer eingesetzt werden.
Die
Buchungslage für die übrige Flotte von TUI Cruises und Marella Cruises bleibt
trotz der aktuellen Situation stabil und wird weiterhin von einer starken
Nachfrage getragen.
Verschiebung
der Nachfrage im Mittelmeerraum
In
den Segmenten Märkte + Airline sowie Hotels & Resorts hat sich die
Nachfrage teilweise vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum verlagert.
Gleichzeitig zeigt sich insgesamt eine größere Zurückhaltung bei den Kunden.
Der
gebuchte Umsatz im Segment Märkte + Airline liegt für den Sommer 2026 derzeit
rund sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch die gebuchte
Hotelauslastung für das zweite Halbjahr fällt um etwa sieben Prozent geringer
aus. Hauptursachen sind rückläufige Buchungen für Destinationen wie die Türkei,
Zypern und Ägypten sowie Nachwirkungen eines Hurrikans in der Karibik.
Treibstoffkosten
weitgehend abgesichert
Zum
15. April 2026 hat TUI rund 83 Prozent seines Kerosinbedarfs für den Sommer
sowie 62 Prozent für den Winter 2026/27 abgesichert. Im Kreuzfahrtgeschäft sind
mehr als 80 Prozent der Energiekosten für das laufende Geschäftsjahr
abgesichert.
Konzern
sieht sich weiterhin gut aufgestellt
Trotz
des volatilen Umfelds sieht sich TUI weiterhin solide positioniert. Eine
stabile Finanzlage und eine robuste Bilanz verschaffen dem Konzern Spielraum,
um auf Marktveränderungen zu reagieren und die strategische Transformation
fortzusetzen.
Die
angepasste Prognose basiert auf dem aktuellen Buchungsstand und geht von
stabilen geopolitischen Rahmenbedingungen sowie einer gesicherten
Treibstoffversorgung aus. Der Vorstand beobachtet die weitere Entwicklung und
mögliche Auswirkungen auf das Geschäft weiterhin genau.
Bildnachweis:
© TUI
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