Türkei: Mittelalterfest bringt Fantasy und Geschichte nach Kappadokien - Wissen, was im Tourismus los ist!



Türkei
Türkei: Mittelalterfest bringt Fantasy und Geschichte nach Kappadokien
In Ürgüp treffen aufwendige Kostüme und mittelalterliche Fantasiewelten auf die Felslandschaft Kappadokiens – inzwischen zieht das junge Festival Tausende Besucher an
Türkei: Mittelalterfest bringt Fantasy und Geschichte nach Kappadokien

Feenkamine, Höhlenwohnungen und jahrhundertealte Steinbauten bilden eine Kulisse, die wie geschaffen scheint für eine Reise in eine andere Zeit. Vom 18. bis 20. September 2026 verwandelte das Barbarian Medieval Fair Teile von Ürgüp in Kappadokien in eine Welt aus historischen Anspielungen, Mythologie, Fantasy und aufwendig gestalteten Kostümen.

Das Festival wurde erst 2023 ins Leben gerufen und ist seitdem deutlich gewachsen. Hinter der Idee steht der Architekt Muammer Erinal, der Gleichgesinnte mit einer gemeinsamen Begeisterung für das Mittelalter zusammenbringen wollte. Inzwischen reisen Teilnehmer aus der Türkei und dem Ausland nach Ürgüp, einige bereiten ihre Kostüme über Monate hinweg vor. Für Kappadokien entwickelt sich damit ein Veranstaltungsformat, das neue Reiseanlässe jenseits des klassischen Besichtigungsprogramms schafft.

Aus einer Kindheitsbegeisterung wird ein Festival

Der heute 60-jährige Erinal lebt seit 24 Jahren in Ürgüp. Seine Faszination für mittelalterliche Geschichten reicht bis in seine Kindheit zurück. Während seine Mutter ihm Bücher vorlas, bastelte er aus Pappe Helden und Pferde und ließ in seiner Fantasie Schlachten entstehen.

„Jetzt habe ich mir diesen Traum tatsächlich erfüllt“, sagt Erinal.

Nachdem er ein altes Gebäude in Ürgüp erworben und in ein mittelalterlich gestaltetes Restaurant umgewandelt hatte, entstand die Idee für ein Treffen von Menschen mit ähnlichen Interessen. Gleichzeitig sollte die Veranstaltung das touristische Angebot Kappadokiens um eine ungewöhnliche Facette erweitern.

Der Zuspruch überraschte selbst den Initiator. „Als ich diese Menschenmenge sah, hätte ich beinahe geweint“, erinnert er sich an die erste Ausgabe. „Hunderte Menschen kamen, aber es wächst jedes Jahr. Dieses Jahr sind es Tausende.“

Kostüme entstehen über Monate

Für zahlreiche Teilnehmer beginnt das Festival lange vor der eigentlichen Reise nach Kappadokien. Manche beschäftigen sich sechs oder sieben Monate mit Recherche und Herstellung ihrer Kostüme. Internationale Besucher bringen eigens für die Veranstaltung angefertigte Gewänder und Ausstattungen mit nach Ürgüp.

Dabei zeigt sich nach Einschätzung Erinals eine Gemeinschaft, deren Größe er zunächst unterschätzt hatte. Mittelalterliche Geschichte, Literatur, Kleidung und Mythologie verbinden Besucher aus verschiedenen Teilen der Türkei mit Teilnehmern aus dem Ausland.

„Früher fühlte ich mich mit so etwas allein, aber es gibt eine unglaubliche Gemeinschaft, die sich für das Mittelalter interessiert und Bücher über das Mittelalter liest“, sagt Erinal. „Es macht Freude, alle zusammen zu sein.“

Kappadokien wird selbst Teil der Inszenierung

Einen wesentlichen Anteil an der Wirkung des Festivals hat der Veranstaltungsort. Die vulkanisch geformte Landschaft Kappadokiens mit ihren Höhlen, Felsformationen und traditionellen Steinbauten liefert eine natürliche Szenerie, die bei einer Veranstaltung in einer gewöhnlichen Halle erst künstlich geschaffen werden müsste.

„Wenn man hinausgeht, stehen dort bereits die Steinhäuser und es gibt gedämpftes Licht“, sagt Erinals Tochter Ada, die ebenfalls Architektin ist. „Das kann man in Istanbul oder Ankara nicht nachbilden.“

Sie sieht deshalb auch Potenzial für eine weitere Vergrößerung des Festivals. „Diese mystische Atmosphäre eignet sich sehr gut dafür.“

Festival wird zum eigenen Reiseanlass

Dass die Veranstaltung inzwischen auch internationale Gäste nach Kappadokien bringt, zeigt das Beispiel von Rafael Bukov. Der Besucher aus Russland verband das Festival mit seiner ersten Reise in die Türkei. Das Zusammenspiel aus Landschaft und kostümierten Teilnehmern beschrieb er als „unglaubliche Atmosphäre“.

Deniz Apaydin aus Eskişehir war dagegen bereits zum wiederholten Mal dabei. Für sie liegt ein Teil des Reizes gerade im Kontrast zum modernen Alltag. „Wenn ich das Stadtleben hinter mir lasse und hierherkomme, fühle ich mich, als wäre ich in eine andere Zeit versetzt worden und hätte dort gelebt“, sagt sie.

Damit gewinnt das Barbarian Medieval Fair auch touristisch an Bedeutung. Kappadokien gehört bereits zu den bekanntesten Kulturreisezielen der Türkei. Das Festival zeigt jedoch, wie sich die außergewöhnliche Landschaft zugleich als Bühne für spezialisierte Veranstaltungen nutzen lässt – und damit Besucher anziehen kann, für die nicht allein die klassischen Sehenswürdigkeiten den Ausschlag für eine Reise geben.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von AA


Unsere Webseite ist auf allen Computern und mobilen Geräten gut nutzbar.
Tourexpi, turizm haberleri, Reisebüros, tourism news, noticias de turismo, Tourismus Nachrichten, новости туризма, travel tourism news, international tourism news, Urlaub, urlaub in der türkei, день отдыха, holidays in Turkey, Отдых в Турции, global tourism news, dünya turizm, dünya turizm haberleri, Seyahat Acentası,