DERTOUR-Sommer 2026 bringt mehr Last Minute, Türkei bleibt vorn - Wissen, was im Tourismus los ist!



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DERTOUR-Sommer 2026 bringt mehr Last Minute, Türkei bleibt vorn
Fast 30 Prozent der Reisen wurden kurzfristig gebucht – zugleich blieben Frühbuchungen, All-inclusive und hochwertige Hotels stark
DERTOUR-Sommer 2026 bringt mehr Last Minute, Türkei bleibt vorn

Der Reisesommer 2026 war bei DERTOUR von einem ungewöhnlichen Wechsel zwischen früher Planung und kurzfristigen Entscheidungen geprägt. Nach einer starken Frühbucherphase Ende 2025 und Anfang 2026 sorgten geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten im Frühjahr für Zurückhaltung. Ab Juni zog die Last-Minute-Nachfrage deutlich an. Insgesamt erreichte die Nachfrage nach Angaben des Veranstalters allerdings nicht das hohe Niveau des Vorjahres.

Trotz der Verschiebungen blieb langfristige Planung die größte Buchungskategorie. 39 Prozent der Sommerreisen wurden mehr als 150 Tage vor Abreise gebucht. Gleichzeitig stieg der Anteil der Buchungen mit höchstens 50 Tagen Vorlauf auf 28,5 Prozent. Rund 60 Prozent dieser Last-Minute-Reisen wurden sogar erst innerhalb der letzten vier Wochen gebucht.

„Geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheiten schufen ein anspruchsvolles Umfeld für den Reisesommer 2026. Viele Reisende verschoben ihre Urlaubsplanung zunächst und buchten später als im Vorjahr“, erklärt Boris Raoul, CEO DERTOUR Deutschland und Österreich. Nicht fehlende Reiselust, sondern eine zeitweise Zurückhaltung bei Reiseentscheidungen habe den Sommer geprägt.

Flugengpässe blieben trotz Befürchtungen aus

Die Diskussion um mögliche Einschränkungen im Luftverkehr bestätigte sich laut DERTOUR nicht. Abgesehen von zeitweisen Beeinträchtigungen an Drehkreuzen im Nahen Osten stand ein umfangreiches Flugangebot zur Verfügung.

In einer typischen Sommerferienwoche verzeichnete DERTOUR durchschnittlich rund 5.300 Abflüge. Im Vorjahr waren es etwa 4.700 gewesen. „Das Flugangebot blieb während des gesamten Sommers auf einem hohen Niveau“, sagt Raoul.

Solo-Reisende buchen besonders spontan

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Reisegruppen. Bei Einzelreisenden wurden 49 Prozent der Sommerurlaube höchstens 50 Tage vor Abreise gebucht. Mehr als zwei Drittel dieser Last-Minute-Reisen entstanden erst innerhalb der letzten vier Wochen.

Auch Familien entschieden sich häufiger kurzfristig: Ihr Last-Minute-Anteil stieg um drei Prozentpunkte auf 28,5 Prozent. Bei Paaren lag er bei 23,5 Prozent. Gleichzeitig nahm die spontane Buchungsneigung mit dem Alter ab. Während bei den 18- bis 34-Jährigen 36 Prozent kurzfristig buchten, waren es bei Reisenden ab 65 Jahren 21 Prozent.

Regional waren Hamburger am spontansten. Dort wurden 35,3 Prozent der Reisen höchstens 50 Tage vor Abreise gebucht, gefolgt von Bremen mit 32,0 und Berlin mit 31,6 Prozent. In Rheinland-Pfalz lag der Anteil bei 26,6 Prozent. Die niedrigsten Werte verzeichneten die ostdeutschen Flächenländer.

Türkei bleibt beliebtestes Sommerziel

Bei den Reisezielen herrscht dagegen bemerkenswerte Kontinuität. Die Türkei blieb das meistgebuchte Sommerziel der deutschen DERTOUR-Gäste. Dahinter folgten wie im Vorjahr Spanien, Griechenland, Deutschland und Ägypten. Während Ägypten leicht zulegte, gingen die Buchungen für Spanien und Deutschland zurück. Griechenland bewegte sich weitgehend auf Vorjahresniveau.

„Gefragt sind vor allem Destinationen, die hohe Qualität, gute Erreichbarkeit und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis verbinden“, erklärt Sven Schikarsky. Besonders die Türkei und Ägypten profitierten zudem von ihrem All-inclusive-Angebot und modernen Hotelanlagen.

Abseits der fünf führenden Ziele legten Polen und Großbritannien zu. DERTOUR führt die Entwicklung Polens unter anderem auf preisattraktive Angebote an der Ostsee und neue Wellnesshotels zurück. Großbritannien profitiert nach Einschätzung des Veranstalters von Natur- und Erlebnisreisen sowie vom Set-Jetting zu Schauplätzen bekannter Serien.

Kein breiter Coolcation-Trend

Trotz hoher Sommertemperaturen erkennt DERTOUR in seinen Buchungsdaten keine grundlegende Verschiebung zu kühleren Urlaubszielen. Einzelne nordische Destinationen entwickelten sich zwar überdurchschnittlich, der klassische Badeurlaub in warmen Regionen blieb jedoch das dominierende Urlaubsmotiv.

Auf der Fernstrecke behaupteten die Malediven, Mauritius und Seychellen als Gruppe Indischer Ozean den ersten Platz. Nordamerika und Thailand folgten. Karibik und Ostafrika rückten auf die Plätze vier und fünf vor. Die Vereinigten Arabischen Emirate fielen im Zuge der Entwicklungen im Nahen Osten von Rang vier auf sieben zurück.

Besonders dynamisch entwickelten sich zudem das Südliche Afrika, Australien, Vietnam und Japan. DERTOUR sieht darin eine zunehmende Nachfrage nach Reisen, die Natur, Kultur, Kulinarik und individuelle Erlebnisse miteinander verbinden.

Komfort bleibt trotz unsicherem Umfeld gefragt

Wenig verändert haben sich die grundlegenden Urlaubspräferenzen. All-inclusive blieb mit 57 Prozent die mit Abstand häufigste Verpflegungsform. 33 Prozent der Buchungen entfielen auf Fünf-Sterne-Hotels und 51 Prozent auf Vier-Sterne-Häuser.

Auch Luxusreisen erwiesen sich als vergleichsweise robust. Während die Gästezahlen insgesamt unter dem Vorjahresniveau lagen, blieb die Nachfrage in diesem Segment nahezu konstant. Die durchschnittliche Luxusreise dauerte wie 2025 acht Tage.

Familien stellten 35 Prozent aller Sommerbuchungen. Ihre durchschnittliche Reise dauerte 7,5 Tage. Beim klassischen Badeurlaub waren es im Durchschnitt neun Tage, auf der Fernstrecke 12,5 Tage.

Damit zeigt das DERTOUR-Reisebarometer einen Sommer mit zwei gegenläufigen Entwicklungen: Der Zeitpunkt der Buchung wurde volatiler und Last Minute wichtiger, während die grundlegenden Urlaubswünsche erstaunlich stabil blieben. Frühzeitige Planung behauptete ihre führende Position, und bei Reisezielen, Hotelstandard und Verpflegung setzten viele Gäste weiterhin auf Bewährtes.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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