Studie: Fast alle jungen Europäer wünschen sich einen Auslandsaufenthalt - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Studie: Fast alle jungen Europäer wünschen sich einen Auslandsaufenthalt
Eurodesk-Umfrage zeigt hohe Mobilitätsbereitschaft, aber auch deutliche Barrieren
Studie: Fast alle jungen Europäer wünschen sich einen Auslandsaufenthalt

Fast alle jungen Menschen in Europa möchten zumindest einmal im Leben ins Ausland gehen. Zu diesem Ergebnis kommt der „Eurodesk Youth Information Survey 2025“. Die europaweite Online-Erhebung untersucht das Informations- und Mobilitätsverhalten junger Menschen und zeigt zugleich, welche Hindernisse ihnen auf dem Weg zu einem Auslandsaufenthalt begegnen. In einer zusätzlichen Auswertung wurden die Ergebnisse speziell für Deutschland analysiert.

Insgesamt gingen mehr als 7.000 Antworten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 13 bis 35 Jahren aus 36 europäischen Ländern in die Untersuchung ein. Die wissenschaftliche Auswertung übernahm der Forscher Ondřej Bárta, der zunächst eine europaweite Analyse erstellte und anschließend besondere Fokusgruppen sowie Unterschiede zwischen Deutschland und anderen Ländern untersuchte.

Großes Interesse an Auslandsaufenthalten

Die Bereitschaft zu internationaler Mobilität ist unter jungen Europäern außergewöhnlich hoch. Laut Studie sind 98 Prozent grundsätzlich offen für einen Auslandsaufenthalt. Besonders gefragt sind dabei klassische Aufenthalte vor Ort: 97 Prozent der Befragten bevorzugen physische Mobilität gegenüber virtuellen oder hybriden Formaten.

Die Mehrheit interessiert sich vor allem für kürzere Aufenthalte. Rund 80 Prozent bevorzugen Programme mit einer Dauer von bis zu drei Monaten. Dennoch zeigt die Studie eine deutliche Lücke zwischen Wunsch und Realität. 61 Prozent der Befragten haben im Zeitraum von 2022 bis 2023 keinen Auslandsaufenthalt absolviert. Als wichtigste Gründe nannten sie Zeitmangel mit 29 Prozent sowie fehlende Informationen mit 24 Prozent.

Bei der Suche nach passenden Programmen greifen Jugendliche vor allem auf Suchmaschinen, soziale Medien, Bildungseinrichtungen sowie Freunde und Familie zurück. In sozialen Netzwerken dominieren Instagram mit rund 90 Prozent Nutzung und YouTube mit etwa 80 Prozent.

Künstliche Intelligenz spielt im Bewerbungsprozess bislang kaum eine Rolle. Nur drei Prozent der Befragten nutzten KI bei ihren Bewerbungen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Bewerbungen mit KI-Unterstützung häufiger abgelehnt wurden.

Besondere Hürden für Jugendliche mit Behinderungen und aus Minderheiten

Zwei ergänzende Studien untersuchten gezielt die Situation von Jugendlichen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sowie von jungen Menschen aus Minderheiten. Etwa sechs Prozent der Befragten gaben an, mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung zu leben, rund zehn Prozent ordneten sich einer ethnischen, religiösen oder anderen Minderheit zu.

Beide Gruppen sind ebenso stark an Auslandsaufenthalten interessiert wie die Mehrheit der Jugendlichen. Gleichzeitig stoßen sie deutlich häufiger auf Hindernisse. Besonders auffällig ist das Thema Diskriminierung. 34 Prozent der Jugendlichen mit Behinderungen und 32 Prozent der Jugendlichen aus Minderheiten berichteten von entsprechenden Erfahrungen. Damit tritt Diskriminierung etwa dreimal so häufig auf wie bei der Mehrheitsjugend.

Auch das soziale Umfeld spielt eine ambivalente Rolle. Familie und Freunde können sowohl motivieren als auch abschrecken. In beiden untersuchten Gruppen rieten rund 30 Prozent der Familien von einem Auslandsaufenthalt ab, was häufig dazu führte, dass entsprechende Pläne aufgegeben wurden.

Finanzielle Hürden sind ebenfalls zentral. Mehr als 70 Prozent der Jugendlichen in beiden Gruppen nannten finanzielle Probleme als wichtigstes Ausschlusskriterium. Hinzu kommen gesundheitliche Belastungen während eines Aufenthalts im Ausland: 52 Prozent berichteten von physischen, 54 Prozent von mentalen Problemen.

Jugendliche in Deutschland mit eigenen Prioritäten

Auch bei Jugendlichen in Deutschland zeigt die Studie besondere Muster. Viele möchten ins Ausland reisen, ein Praktikum absolvieren, arbeiten oder studieren. Bevorzugt werden Aufenthalte zwischen drei und sechs Monaten, ebenfalls überwiegend in physischer Form.

Gleichzeitig messen deutsche Jugendliche den persönlichen und beruflichen Vorteilen eines Auslandsaufenthalts geringere Bedeutung bei als ihre Altersgenossen in anderen europäischen Ländern. Auffällig ist zudem die Rolle der Familie: 38 Prozent der deutschen Jugendlichen, die einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, verlassen sich bei Informationen und Bewerbungen auf Unterstützung aus dem familiären Umfeld. International liegt dieser Wert deutlich niedriger.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Gründe gegen einen Auslandsaufenthalt. Klimasorgen werden in Deutschland von 41 Prozent der Befragten als Hindernis genannt, während der europäische Durchschnitt bei 29 Prozent liegt. Zudem fürchten viele, während eines Auslandsaufenthalts Chancen zu Hause zu verpassen. 49 Prozent äußerten entsprechende Sorgen.

Konsequenzen für die Jugendinformation

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Informationsangebote stärker auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten werden müssen. Während Instagram und YouTube weiterhin zu den wichtigsten Plattformen gehören, nutzen einzelne Gruppen verstärkt andere Kanäle wie Discord, Reddit oder Facebook.

Jugendinformationsdienste stehen daher vor der Aufgabe, ihre Kommunikation breiter aufzustellen und zugleich individueller zu gestalten. Neben klassischen Informationen zu Programmen wird künftig auch die Unterstützung bei organisatorischen Fragen sowie der Umgang mit mentalen Hürden stärker in den Fokus rücken.

Ziel ist es, die bestehenden Angebote so weiterzuentwickeln, dass internationale Mobilität für alle jungen Menschen zugänglich wird – unabhängig von ihren persönlichen Voraussetzungen oder Lebensumständen.

Bildnachweis: © Eurodesk


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