Tourexpi
Wer
im kommenden Winter Polarlichter erleben möchte, könnte besonders günstige
Voraussetzungen vorfinden. Nach dem Maximum des Sonnenzyklus 25 im Oktober 2024
bleibt die Sonnenaktivität auf hohem Niveau. Gerade in der anschließenden
abklingenden Phase können starke geomagnetische Stürme auftreten, die intensive
Polarlichter begünstigen.
Der
Skandinavien-Spezialist Hummel-Reiseideen hat zum Beginn der Buchungssaison
sein Winterprogramm 2026/27 für Finnisch-Lappland, Schwedisch-Lappland und
Nordnorwegen aufgelegt und die drei Regionen anhand von
Beobachtungsstatistiken, Klimadaten und Erfahrungen aus der Beratung
verglichen. Einen eindeutigen Sieger gibt es demnach nicht. Je nach Reisedauer
und gewünschtem Urlaubserlebnis haben die drei Ziele unterschiedliche Stärken.
Finnisch-Lappland
mit hoher statistischer Trefferquote
Besonders
gute Aussichten bietet der äußerste Norden Finnlands. Nach Angaben des
Finnischen Meteorologischen Instituts sind Polarlichter beispielsweise in
Kilpisjärvi bei klarem Himmel in etwa drei von vier Nächten der dunklen
Jahreszeit zu beobachten. Insgesamt zeigt sich das Nordlicht im Norden
Finnlands an rund 200 Nächten pro Jahr.
Die
kontinentale Lage sorgt zugleich für weniger Küstenbewölkung, häufig klare
Frostnächte und außerhalb der Orte geringe Lichtverschmutzung. Gerade für
Reisende mit wenigen Urlaubstagen kann das ein wichtiger Vorteil sein.
„Wer
nur vier oder fünf Nächte Zeit hat, dem raten wir fast immer zu
Finnisch-Lappland“, sagt Sascha Hummel, Gründer von Hummel-Reiseideen. „Die
Statistik arbeitet dort für den Gast – und tagsüber füllen Huskytouren oder
eine Fahrt mit dem Rentierschlitten das Programm.“
Eine
preislich günstigere Alternative kann die weiter südlich gelegene
Saimaa-Seenregion sein. Dort treten Polarlichter zwar seltener und meist
weniger intensiv auf als im hohen Norden, können bei klaren und dunklen Nächten
aber ebenfalls beobachtet werden.
Abisko
profitiert vom Regenschatten der Berge
Schwedisch-Lappland
besitzt mit Abisko einen der bekanntesten europäischen Standorte für
Polarlichtbeobachtungen. Der rund 100 Kilometer westlich von Kiruna gelegene
Nationalpark befindet sich im Regenschatten der skandinavischen Berge. Dadurch
bleibt der Himmel über dem Torneträsk-See vergleichsweise häufig wolkenfrei.
Dieses
als „blaues Loch von Abisko“ bekannte Wetterphänomen verbindet sich mit
geringer Lichtverschmutzung und macht die Region zu einem besonders
interessanten Ziel für Reisende, die das Risiko bedeckter Nächte reduzieren
möchten. Mit der Aurora Sky Station und dem Eishotel im nahe gelegenen
Jukkasjärvi lässt sich die Nordlichtbeobachtung zudem mit weiteren
Wintererlebnissen verbinden.
Nordnorwegen
verbindet Polarlicht und Landschaft
Tromsø,
Alta und die Lofoten liegen direkt unter dem Polarlichtoval, jener Zone im
hohen Norden, in der Aurora-Erscheinungen besonders häufig auftreten. Gegenüber
dem Landesinneren Finnlands und Schwedens bringt das maritime Klima
Nordnorwegens allerdings ein höheres Bewölkungsrisiko mit sich.
Dafür
bietet die Region eine Kombination aus Nordlichtbeobachtung und spektakulärer
Küstenlandschaft. Fjorde, Inseln und Reisen entlang der norwegischen Küste
machen Nordnorwegen vor allem für Gäste interessant, die das Polarlicht als
Teil einer Rundreise erleben möchten.
„Wir
raten grundsätzlich davon ab, die Nordlichter zum einzigen Reisegrund zu machen
– abseits davon gibt es einfach zu viele spannende Dinge zu erleben“, sagt
Hummel. „Norwegen ist dafür ein gutes Beispiel: Zieht der Himmel eine Nacht zu,
steht man dort immer noch in einer der eindrucksvollsten Landschaften Europas.“
Sonnenzyklus
25 begünstigt die Saison
Die
guten Erwartungen für 2026/27 hängen mit der Entwicklung des aktuellen
Sonnenzyklus zusammen. Sonnenzyklus 25 erreichte im Oktober 2024 sein Maximum
mit einer geglätteten Sonnenfleckenzahl von 161. Damit fiel die Aktivität
deutlich stärker aus als ursprünglich von NOAA und NASA prognostiziert.
Auch
nach dem Maximum bleibt die Aktivität erhöht. Sonnenphysiker rechnen damit,
dass günstige Bedingungen für ausgeprägte Polarlichter möglicherweise bis 2027
anhalten.
Neben
der Sonnenaktivität entscheidet jedoch vor allem das Wetter darüber, ob
Reisende das Schauspiel tatsächlich sehen. Eine geschlossene Wolkendecke kann
selbst bei einem starken geomagnetischen Ereignis jede Beobachtung verhindern.
Vier
bis sieben Nächte erhöhen die Chancen
Für
eine Polarlichtreise sollten nach Einschätzung des Veranstalters mindestens
vier, besser sieben Nächte eingeplant werden. Damit steigt die
Wahrscheinlichkeit, einzelne bewölkte Nächte ausgleichen zu können.
Auch
die Jahreszeit spielt eine Rolle. Besonders interessant sind die Zeiträume rund
um die Tagundnachtgleichen im September und Oktober sowie Februar und März,
wenn die geomagnetische Aktivität statistisch erhöht ist. Der Herbst bietet
dabei zusätzlich den Vorteil weniger extremer Temperaturen.
Für
die Beobachtung eignen sich möglichst dunkle Standorte abseits künstlicher
Lichtquellen mit freiem Blick in den Himmel. Auch die Mondphase kann eine Rolle
spielen, da helles Mondlicht schwächere Polarlichter weniger deutlich
erscheinen lässt.
Eine
Garantie gibt es dennoch nicht. Polarlichter bleiben ein Naturphänomen, dessen
Sichtbarkeit vom Zusammenspiel aus Sonnenaktivität, Bewölkung und Standort
abhängt. Wer Reiseziel, Zeitpunkt und Aufenthaltsdauer entsprechend auswählt,
kann seine Chancen im Winter 2026/27 jedoch deutlich verbessern.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration
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