Die Niederlande planen neue Flugsteuer: Türkei- und Marokko-Flüge deutlich teurer - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Die Niederlande planen neue Flugsteuer: Türkei- und Marokko-Flüge deutlich teurer
Ab 2027 soll die Abgabe auf Mittel- und Langstrecken stark steigen – türkische Organisationen werden zu neuer Lobbyarbeit aufgerufen
Die Niederlande planen neue Flugsteuer: Türkei- und Marokko-Flüge deutlich teurer

Die Niederlande stehen vor einer grundlegenden Reform der Flugsteuer. Das bisherige Pauschalsystem soll durch eine streckenabhängige Abgabe ersetzt werden. Für Reisende in Mittelstreckenländer wie die Türkei und Marokko würde das spürbare Mehrkosten bedeuten. Ab 2027 könnte die Steuer pro Ticket in dieser Kategorie deutlich ansteigen.

Von der Pauschale zum Distanzmodell

Derzeit wird für jeden Passagier, der von einem niederländischen Flughafen startet, eine einheitliche Flugsteuer erhoben. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt sie 30,25 Euro pro Ticket. Künftig soll die Höhe der Abgabe jedoch von der Flugdistanz abhängen.

Geplant ist ein dreistufiges Modell mit Kurz-, Mittel- und Langstrecke. Ziel ist es nach Angaben der früheren Regierung, Emissionen stärker zu berücksichtigen und höhere CO₂-Belastungen auch höher zu bepreisen.

Für Mittelstreckenflüge zwischen etwa 2.000 und 5.500 Kilometern – darunter Verbindungen in die Türkei und nach Marokko – wird eine deutliche Erhöhung erwartet. Berechnungen zufolge könnte die Abgabe hier auf rund 47 Euro steigen. Bei Flügen über 5.500 Kilometer ist sogar von mehr als 70 Euro pro Ticket die Rede.

Neu ist zudem, dass sich die Steuer künftig am endgültigen Reiseziel orientieren soll – nicht mehr am Umsteigeflughafen. Damit will der Gesetzgeber Ausweichmöglichkeiten schließen.

Zusätzliche Belastungen für Reisende

Die Reform ist Teil des Steuerpakets „Belastingplan 2026“. Neben der Flugsteuer wurde auch die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen zum 1. Januar 2026 von 9 auf 21 Prozent angehoben.

Ökologisch wird die Neuregelung von Umweltverbänden begrüßt. Vertreter der Luftfahrtbranche warnen hingegen vor Wettbewerbsnachteilen und steigenden Ticketpreisen. Besonders betroffen wären Strecken mit hohem Anteil an Familien- und Besuchsreisen.

Kritiker befürchten, dass höhere Flugpreise viele Reisende dazu bewegen könnten, mit dem Auto in die Türkei oder nach Marokko zu fahren. Dies würde die ohnehin stark belasteten europäischen Transitstrecken im Sommer zusätzlich beanspruchen.

Erinnerung an frühere Lobbyerfolge

Die Diskussion um eine streckenabhängige Flugsteuer ist nicht neu. Ein ähnlicher Entwurf war vor Jahren nach massiven Protesten und politischer Einflussnahme wieder zurückgezogen worden. Damals hatte insbesondere die Sorge vor einer einseitigen finanziellen Belastung bestimmter Reiseziele eine Rolle gespielt.

Heute steht das Thema erneut auf der politischen Agenda. Ob die neue Regierung den Kurs unverändert fortsetzt oder Anpassungen vornimmt, ist noch offen. In den Niederlanden werden steuerpolitische Entscheidungen häufig auch unter gesellschaftlichem und politischem Druck neu bewertet.

Aufruf zur organisierten Interessenvertretung

Vor diesem Hintergrund wird an türkische zivilgesellschaftliche Organisationen appelliert, sich frühzeitig und koordiniert in die Debatte einzubringen. Die geplante Reform betreffe nicht nur Umwelt- und Haushaltspolitik, sondern auch die finanzielle Belastung hunderttausender Familien mit engen Bindungen an ihre Herkunftsländer.

Entscheidend sei eine sachliche, organisierte Interessenvertretung gegenüber politischen Entscheidungsträgern. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigten, dass strukturierte Lobbyarbeit Einfluss auf politische Prozesse nehmen könne.

Ob die neue Flugsteuer in der geplanten Form 2027 in Kraft tritt, hängt nun von parlamentarischen Verfahren und politischen Mehrheiten ab. Klar ist jedoch: Sollte das Distanzmodell umgesetzt werden, werden Reisen in Mittelstreckenländer wie die Türkei und Marokko spürbar teurer.

Quelle: İlhan Karaçay

Bildnachweis: © AA


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