Tourexpi
Die
Budgets für Geschäftsreisen bleiben in vielen Unternehmen stabil oder steigen
sogar. Gleichzeitig wächst der Rechtfertigungsdruck. Kostensteigerungen,
geopolitische Unsicherheiten und digitale Alternativen verschieben die
Perspektive: Geschäftsreisen werden nicht mehr nur als betriebliche
Notwendigkeit betrachtet, sondern als Investition, deren Nutzen klar
nachweisbar sein soll. Katja Vortmann, Vice President bei DER BUSINESS Travel
und Mitglied der DRV-Initiative Chefsache Business Travel, beschreibt, warum
der klassische Kostenblick nicht mehr ausreicht und welche Kennzahlen künftig
an Bedeutung gewinnen.
Reisekosten
als zu enge Perspektive
„Geschäftsreisen
ausschließlich über Kosten zu bewerten, wird der Realität moderner Unternehmen
nicht mehr gerecht“, erklärt Vortmann. Budgetdisziplin und Kostentransparenz
blieben zwar zentrale Faktoren, doch der reine Kostenfokus greife zu kurz. In
der Praxis dominiere häufig weiterhin die Budgetperspektive, während der
strategische Beitrag von Reisen nicht systematisch genug erfasst werde.
Geschäftsreisen
seien ein operatives Instrument für Vertrieb, Projektarbeit, Kundenbindung und
Markterschließung. „Wer ausschließlich auf den Preis schaut, blendet aus,
welchen unternehmerischen Mehrwert persönliche Präsenz schaffen kann“, so
Vortmann. Der Return on Investment entstehe nicht auf der Kostenstelle, sondern
durch Geschäftsergebnisse, die ohne diese Reisen oftmals nicht oder nur
verzögert erreichbar wären.
ROI
als strategische Bewertungsgröße
Für
eine belastbare Bewertung des Reiseerfolgs sei ein ganzheitlicher Ansatz
notwendig. „Der ROI von Geschäftsreisen lässt sich nicht mit einer einzigen
Kennzahl erfassen“, betont Vortmann. Unternehmen müssten zunächst klären,
welche Ziele mit einer Reise verfolgt würden. Umsatzimpulse, der Ausbau von
Kundenbeziehungen, Projektfortschritte oder strategische Marktinformationen
könnten dabei ebenso eine Rolle spielen wie qualitative Faktoren.
„Erst
wenn klar definiert ist, welchen Zweck eine Reise erfüllt, lässt sich ihr
Mehrwert bewerten, auch im Vergleich zu digitalen Alternativen“, erläutert sie.
Zunehmend gewinne zudem Benchmarking an Bedeutung. Unternehmen wollten wissen,
wie sie im internationalen oder branchenweiten Vergleich aufgestellt seien,
etwa bei Reiseintensität, Effizienz oder Zielerreichung.
Unternehmen,
die entsprechende KPIs frühzeitig definierten und systematisch auswerteten,
schafften Transparenz. „Wer diese Fragen datenbasiert beantwortet, steuert
nicht nur Kosten, sondern auch die eigenen Wettbewerbsvorteile“, sagt Vortmann.
Geschäftsreisemanagement werde damit zu einem strategischen
Steuerungsinstrument.
Neue
Kennzahlen für ein verändertes Umfeld
Parallel
verändere sich das Verständnis relevanter Kennzahlen. „Compliance bleibt
wichtig, reicht allein aber nicht mehr aus“, stellt Vortmann fest. Künftig
rückten Messwerte wie Produktivität, Zufriedenheit der Reisenden,
Prozesseffizienz und Nachhaltigkeit stärker in den Fokus.
Ein
modernes Geschäftsreisemanagement müsse abbilden, wie gut Reiserichtlinien
akzeptiert würden, ob sie praktikabel seien und welche Auswirkungen sie auf
Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden hätten. Gleichzeitig
steige der Bedarf an belastbaren Daten, um Geschäftsreisen systematisch
vergleichen und strategisch steuern zu können.
„Der
systematische Einsatz neuer KPIs ermöglicht eine effizientere und
strategischere Steuerung von Geschäftsreisen und macht ihren Wert erstmals klar
sichtbar“, resümiert Vortmann. In einem Umfeld wachsender Unsicherheit werde
der strategische Nutzen von Reisen damit zum entscheidenden Faktor.
Bildnachweis:
© DRV
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