Tourexpi
Schleswig-Holstein
hat das Tourismusjahr 2025 mit einem neuen Rekordergebnis abgeschlossen. Nach
Angaben des Statistikamts Nord wurden im vergangenen Jahr 38,6 Millionen
Übernachtungen und 9,7 Millionen Ankünfte gezählt. Damit verzeichnet das Land
bereits zum vierten Mal in Folge steigende Zahlen und bestätigt seine starke
Position im deutschen Inlandstourismus.
Besonders
bemerkenswert ist, dass Schleswig-Holstein erneut als beliebtestes Reiseziel
der deutschsprachigen Bevölkerung bei Urlaubsreisen ab fünf Tagen gilt. Diese
Spitzenposition hatte das Bundesland bereits im Vorjahr erstmals seit 2002
erreicht und konnte sie nun verteidigen. Trotz der positiven Entwicklung bleibt
der Tourismus jedoch mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, allen
voran dem anhaltenden Fachkräftemangel.
Wichtige
Orte bündeln großen Teil des Übernachtungsvolumens
Ein
erheblicher Teil der Übernachtungen konzentriert sich auf wenige besonders
gefragte Destinationen. Neun Gemeinden überschritten im Jahr 2025 jeweils die
Marke von einer Million Übernachtungen. Dazu zählen Sylt, Fehmarn, Lübeck mit
Travemünde, St. Peter-Ording, Büsum, Timmendorfer Strand, Grömitz, Scharbeutz
und Kiel. Zusammen stehen diese Orte für rund 17,1 Millionen Übernachtungen und
damit für 44 Prozent des gesamten Jahresergebnisses.
Auch
strukturelle Entwicklungen innerhalb des Tourismus zeigen sich deutlich. Die
Nebensaison wächst langsam, während sich die Sommersaison zunehmend bis in die
Herbstferien hinein verlängert. Gleichzeitig gewinnt Camping weiter an
Bedeutung: Seit 2019 ist die Zahl der Campingübernachtungen um 28 Prozent
gestiegen. Im Bundesländervergleich liegt Schleswig-Holstein damit auf Platz
vier.
Tourismus
als wichtiger Wirtschaftsfaktor
Tourismusminister
Claus Ruhe Madsen betont die wirtschaftliche Bedeutung der Branche:
„Die
Tourismusbranche gehört zu den wichtigen Wirtschaftszweigen unseres Landes. Der
seit Jahren stetige Aufwärtstrend, der auch das Jahr 2025 kennzeichnet,
bedeutet nicht zuletzt einen deutlichen Zuwachs an Wirtschaftskraft für unser
Land. Der 10-Jahres-Vergleich der Übernachtungen zeigt dies besonders deutlich:
wir haben heute 10 Millionen mehr Übernachtungen als im Jahr 2016. Was für ein
Erfolg – für das Land, die Betriebe, die Mitarbeiterschaft.“
Zugleich
hebt der Minister die Bedeutung der gesellschaftlichen Akzeptanz hervor:
„Die
Mehrzahl der Einwohnerinnen und Einwohner Schleswig-Holsteins weiß die Angebote
und Leistungen der örtlichen Tourismusbetriebe zu schätzen, das geht aus der
kürzlich vorgestellten Tourismusakzeptanzstudie hervor. Ein verständnisvolles
Miteinander wird auch für die Zukunft ein wichtiger Faktor für die
Tourismusbranche bleiben.“
Mit
Blick auf die Zukunft sieht Madsen weiterhin Investitionsbedarf:
„Es
wäre schön, wenn dieser Erfolg auch ein Ansporn für alle ist, jetzt weiter zu
investieren, in die öffentliche Infrastruktur, in den Betrieb, in die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht zuletzt in die Digitalisierung,
damit Schleswig-Holstein weiterhin eine erfolgreiche Destination ist und wir
auch in 10 Jahren wieder ein solches Ergebnis feiern können.“
Starker
Inlandstourismus prägt die Nachfrage
Auch
Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein,
bewertet die Entwicklung positiv:
„Schleswig-Holstein
schließt das Tourismusjahr 2025 mit einem erneuten Höchstwert ab. Im Vergleich
mit den anderen Bundesländern steht der echte Norden auf einem soliden fünften
Platz. Den ersten Platz belegt Schleswig-Holstein beim Ranking der Inlandsreiseziele
für Reisen ab 5 Tagen. Zum zweiten Mal sind wir auf Platz eins. Dass wir die
Spitze verteidigen konnten, ist für eine Destination, die zu 95 Prozent vom
Inlandstourismus abhängig ist, eine besonders gute Nachricht.“
Innerhalb
des Landes generiert die Ostsee weiterhin das größte Übernachtungsvolumen.
Borgmann verweist auf die Wirkung langfristiger Investitionen:
„Investitionen
in Infrastruktur – von Hotels bis zu Seebrücken – zahlen sich aus. Zufriedene,
wiederkehrende Gäste und erfolgreiche Betriebe belegen: Tourismus ist
Wirtschaftsförderung.“
Trotz
der starken Position bleibt der Wettbewerb intensiv. Borgmann betont:
„Bei
aller Freude über die aktuellen Zahlen darf nicht vergessen werden, dass der
Wettbewerb wachsam ist. Am Ende des Tages entscheidet der Gast, wohin er reisen
möchte. Schleswig-Holstein steht bei der Reiseentscheidung im direkten
Wettbewerb zu beliebten Mittelmeerzielen, die mit günstigen Preisen,
attraktiven All-Inclusive-Angeboten und sonnigem Wetter die Reisenden in den
europäischen Süden locken.“
Ferienwohnungen
dominieren das Angebot
Die
meisten Übernachtungen in Schleswig-Holstein entfallen weiterhin auf
Ferienwohnungen und Ferienhäuser, die rund 38 Prozent des Gesamtvolumens
ausmachen. Hotels folgen mit etwa 20 Prozent, während Campingplätze rund 14
Prozent der Übernachtungen generieren.
Der
Tourismus wird weiterhin stark vom Inland geprägt. Von den insgesamt 38,6
Millionen Übernachtungen entfielen 36,6 Millionen auf Gäste aus Deutschland.
Besonders häufig reisen Besucher aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen,
Hamburg, Hessen sowie aus Schleswig-Holstein selbst an.
Im
Auslandsgeschäft zeigt sich ein gemischtes Bild. Die wichtigsten
Wachstumsmärkte sind derzeit die Schweiz, die Niederlande und Österreich. Der
traditionell wichtigste Auslandsmarkt Dänemark hat das Niveau von 2019 dagegen
noch nicht wieder erreicht und stagniert.
Bildnachweis:
© Anne Weise
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