Tourexpi
Emotionen
gewinnen im Reiseverhalten deutscher Urlauber spürbar an Bedeutung. Zu diesem
Ergebnis kommt der „Experiential Travel Trends 2026 Report“, den ALL Accor
gemeinsam mit der Trendforschungsagentur Globetrender veröffentlicht hat.
Grundlage der Untersuchung ist eine repräsentative Befragung von rund 4.500
Reisenden aus neun Ländern, darunter Deutschland. Der Report identifiziert acht
globale Entwicklungen, die das Reisejahr 2026 prägen sollen.
Emotionale
Wirkung von Reisen rückt in den Fokus
Die
Studie zeigt, dass Reisen für viele Deutsche zunehmend als emotionaler
Ausgleich wahrgenommen wird. 95 Prozent der befragten deutschen Teilnehmer
geben an, aus Reisen emotionale Kraft zu schöpfen. Für rund 20 Prozent spielen
die erwarteten Gefühle bereits bei der Reiseauswahl eine zentrale Rolle. Damit
verschiebt sich der Blickwinkel der Reiseplanung: Nicht allein das Ziel,
sondern die emotionale Erfahrung gewinnt an Gewicht.
Mehdi
Hemici, Chief Loyalty & E-Commerce Officer bei Accor, beschreibt diese
Entwicklung: „Reisen bedeutet mehr als einen Ortswechsel. Der wahre Wert liegt
darin, emotional berührt zu werden. Denn die Zukunft des Reisens liegt nicht
darin, was man sieht, sondern wie tief man fühlt.“
Live-Erlebnisse
als Reisetreiber
Ein
zentraler Trend ist die sogenannte „Endorphin Economy“. Reisen wird verstärkt
mit der Suche nach intensiven Gemeinschaftserlebnissen verknüpft. 76 Prozent
der befragten Deutschen verbinden Live-Events mit einem ausgeprägten
Glücksgefühl. Mehr als die Hälfte der deutschen Teilnehmer würde gezielt für
Konzerte reisen, gefolgt von Festivals und Sportveranstaltungen.
Immersive
Erlebniswelten gewinnen an Reiz
Unter
dem Begriff „Hyper Playgrounds“ beschreibt der Report eine wachsende Nachfrage
nach Hotels und Destinationen mit ausgeprägtem Erlebnischarakter. 18 Prozent
der deutschen Befragten suchen gezielt nach Häusern mit auffälligem oder
spielerischem Design. Gleichzeitig bleibt der Anspruch an Komfort und Qualität
dominant. Interaktive Formate wie immersive Museen oder spielerische Erlebnisse
stoßen ebenfalls auf zunehmendes Interesse.
Gewohnte
Routinen auch unterwegs wichtig
Der
Trend „Portable Lifestyles“ verdeutlicht, dass Reisende ihren gewohnten
Lebensstil auch auf Reisen fortführen möchten. Deutsche Urlauber achten dabei
insbesondere auf vertraute Mahlzeiten, Schlafgewohnheiten sowie Fitness- und
Beauty-Routinen. Auch hybride Arbeits- und Reiseformen behalten ihre
Attraktivität. Ein erheblicher Teil der Befragten bewertet die Verbindung von
Arbeit und Reisen als reizvoll.
Wellness
wird zum Gemeinschaftserlebnis
Mit
„Social Wellness“ beschreibt die Studie eine Verschiebung hin zu
gemeinschaftlich erlebten Entspannungs- und Gesundheitsformaten. Über 70
Prozent der deutschen Teilnehmer suchen zumindest gelegentlich gezielt
persönliche Nähe und soziale Interaktion. Wellness-Angebote werden dabei
zunehmend als soziale Aktivitäten verstanden, etwa in Form gemeinsamer Sport-,
Spa- oder Entspannungsformate.
Nostalgie
und analoge Erinnerungen erleben Renaissance
Der
Trend „Memory Lanes“ verweist auf eine wachsende Sehnsucht nach greifbaren,
analogen Erfahrungen. Knapp 80 Prozent der befragten Deutschen äußern den
Wunsch nach einer als authentischer empfundenen, weniger digital geprägten
Zeit. Entsprechend dokumentieren viele Reisende Erlebnisse bewusst analog –
etwa durch Filmkameras oder physische Erinnerungsstücke.
Naturerlebnisse
und Saisonalität im Aufwind
„Earth
Syncing“ steht für das Bedürfnis nach Entschleunigung und Naturverbundenheit.
Rund 71 Prozent der deutschen Befragten möchten auf Reisen mehr Zeit im Freien
verbringen. Auch lokale und saisonale Küche gewinnt an Bedeutung.
Naturphänomene wie Nordlichter oder außergewöhnliche Sternenhimmel entwickeln
sich zunehmend zu eigenständigen Reiseanlässen.
Authentizität
statt Inszenierung
Unter
dem Begriff „Unfiltered Journeys“ beschreibt der Report eine wachsende Abkehr
von stark inszenierten Reiseerlebnissen. Empfehlungen von Einheimischen und
lokalen Gastgebern gewinnen an Vertrauen. Gleichzeitig wird Technologie zwar
genutzt, aber nicht als dominierende Instanz der Reiseplanung verstanden.
Künstliche Intelligenz spielt bislang vor allem eine ergänzende Rolle.
Treueprogramme
als Zugang zu Erlebnissen
Der
Trend „Points Maxxing“ zeigt, dass Loyalty-Programme zunehmend als Türöffner
für exklusive Erlebnisse wahrgenommen werden. In Deutschland bleibt die Nutzung
jedoch selektiv. Ein Teil der Befragten sieht den größten Mehrwert im Zugang zu
besonderen Experiences, während andere Programme primär pragmatisch für
Upgrades oder Preisvorteile einsetzen.
Alix
Boulnois, Chief Commercial, Digital & Tech Officer bei Accor, ordnet die
strategische Bedeutung ein: „Die Essenz des Reisens verändert sich. Auf der
Suche nach dem tieferen Sinn und echter Verbundenheit lassen sich Menschen
zunehmend von Emotionen leiten.“
Bildnachweis:
© Mick Haupt Unsplash via Accor
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