Tourexpi
Istanbul
gewinnt im internationalen Kreuzfahrtgeschäft weiter an Bedeutung. Nach Angaben
von Galataport Istanbul ist die Zahl der Kreuzfahrtgesellschaften, die die
türkische Metropole als Basishafen nutzen, zwischen 2023 und 2025 um 50 Prozent
gestiegen. Für die Tourismuswirtschaft bedeutet diese Entwicklung weit mehr als
zusätzliche Schiffsanläufe: Basishäfen generieren Übernachtungen, steigern die
Ausgaben der Gäste vor und nach der Kreuzfahrt und stärken zahlreiche
Wirtschaftsbereiche von Hotellerie und Gastronomie bis hin zu Transport- und
Kulturangeboten.
Branchenvertreter
sehen in der Positionierung als Basishafen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.
Entscheidend seien dabei eine gute internationale Fluganbindung, moderne
Hafeninfrastruktur, effiziente Grenz- und Zollprozesse sowie ein hochwertiges
Serviceangebot.
Kreuzfahrtmarkt
wächst weltweit
„Die
Zahl der Kreuzfahrtpassagiere wächst weltweit jährlich um rund acht Prozent“,
sagt Tolga Tuncay, Betriebsdirektor von Galataport Istanbul. Im Jahr 2025 seien
weltweit rund 37,5 Millionen Kreuzfahrtgäste unterwegs gewesen.
Von
dieser Entwicklung profitiere auch die Türkei, insbesondere im östlichen
Mittelmeer. Gleichzeitig verweist Tuncay auf die weiterhin eingeschränkten
Möglichkeiten im Schwarzmeerraum infolge des Krieges, wodurch wichtige Routen
derzeit nicht bedient werden können.
Nach
Einschätzung des Hafenmanagers ergeben sich für Istanbul zusätzliche Chancen,
da mehrere europäische Hafenstädte inzwischen Beschränkungen für die Zahl der
täglichen Kreuzfahrtgäste eingeführt haben.
Mehr
türkische Kreuzfahrtgäste
Auch
die Nachfrage aus dem türkischen Markt entwickelt sich positiv. Seit der
Eröffnung von Galataport ist die Zahl der türkischen Kreuzfahrtpassagiere, die
ihre Reise in Istanbul beginnen, deutlich gestiegen.
2025
nutzten rund 25.000 türkische Staatsbürger den Hafen als Ausgangspunkt ihrer
Kreuzfahrt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 70 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Für 2026 rechnet Galataport mit rund 35.000 türkischen
Kreuzfahrtgästen. Zu dieser Entwicklung tragen unter anderem zusätzliche
Abfahrten von Reedereien wie MSC, Costa Crociere und Aroya Cruises bei.
Positive
Impulse für weitere türkische Häfen
Nach
Angaben von Galataport profitieren von der Entwicklung nicht nur Istanbul,
sondern auch andere Kreuzfahrthäfen des Landes.
„Kreuzfahrtschiffe,
die Istanbul als Basishafen nutzen oder die Stadt anlaufen, nehmen zunehmend
weitere türkische Häfen in ihre Routen auf. Dadurch entsteht ein Mehrwert für
den gesamten Tourismusstandort Türkei“, erklärt Tuncay.
Für
deutsche Reiseveranstalter und Kreuzfahrtanbieter ist dies von besonderem
Interesse, da sich dadurch zusätzliche Kombinationsmöglichkeiten im östlichen
Mittelmeer ergeben.
Leichte
Dämpfer durch geopolitische Entwicklungen
Im
Jahr 2025 verzeichnete Galataport 224 Kreuzfahrten mit rund 600.000
Passagieren. Vor Ausbruch des aktuellen Konflikts im Nahen Osten war für 2026
ein ähnliches Ergebnis erwartet worden.
Aufgrund
einzelner Fahrplanänderungen und Stornierungen rechnet der Hafen nun mit rund
200 Anläufen und etwa 520.000 Passagieren. Dennoch bewertet Galataport die
langfristigen Perspektiven positiv.
„Die
Zahl der Reedereien, die Istanbul bevorzugen, nimmt weiter zu. Das eröffnet
großes Potenzial für die kommenden Jahre, sobald sich die Rahmenbedingungen
normalisieren“, so Tuncay.
Amerikaner
stellen größte Passagiergruppe
Von
den rund 600.000 Kreuzfahrtgästen des Jahres 2025 stammten nach Angaben von
Galataport etwa 25 Prozent aus den USA. Dieser Anteil liegt deutlich über dem
durchschnittlichen Anteil amerikanischer Türkeiurlauber, entspricht jedoch den
internationalen Strukturen des Kreuzfahrtmarktes.
Für
die weitere Entwicklung sieht Tuncay Istanbul gut positioniert. Die Kombination
aus der historischen Attraktivität der Stadt, der modernen Infrastruktur von
Galataport, dem internationalen Streckennetz von Turkish Airlines und dem
Flughafen Istanbul verschaffe der Metropole erhebliche Wettbewerbsvorteile.
„Istanbul
ist für Kreuzfahrtgäste ein unverzichtbares Reiseziel. Zusammen mit den
Dienstleistungen aller beteiligten Partner entsteht ein Gesamtpaket, das
weltweit auf großes Interesse stößt“, sagt Tuncay.
Risiken
werden weiterhin beobachtet
Kurzfristige
Unsicherheiten ergaben sich zuletzt durch die Lage in der Straße von Hormus,
die einzelne Fahrplanänderungen verursachte. Nach Angaben von Galataport hat
sich diese Situation inzwischen entspannt.
Auch
die Entwicklung rund um Hantavirus-Fälle werde von Reedereien, Häfen und
Behörden aufmerksam verfolgt. Galataport arbeite dabei eng mit den zuständigen
öffentlichen Stellen und Branchenpartnern zusammen, um mögliche Auswirkungen
auf den Kreuzfahrtverkehr frühzeitig zu bewerten.
Bildnachweis:
© AA
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