Tourexpi
Die
Türkei festigt ihre Position als eine der wichtigsten Kreuzfahrtdestinationen
im östlichen Mittelmeer. Steigende Passagierzahlen, wachsende internationale
Nachfrage und der Ausbau von Hafeninfrastruktur und Routenangeboten sorgen nach
Einschätzung von Reedereien und Branchenvertretern für eine positive
Entwicklung im Kreuzfahrtgeschäft. Insbesondere Istanbul gewinnt wieder an
Bedeutung als Einschiffungshafen, während die Ägäishäfen von einem anhaltend
hohen Gästeinteresse profitieren.
Branchenvertreter
erwarten, dass 2026 für den türkischen Kreuzfahrtmarkt und insbesondere für
Istanbul ein weiteres Jahr mit deutlichem Wachstum und zusätzlichen
Investitionen werden könnte.
MSC
Cruises baut Präsenz in der Türkei aus
Işın
Hekimoğlu, Türkei-Direktorin von MSC Cruises, bezeichnet die Saison 2026 als
einen strategisch wichtigen Wachstumsabschnitt für den türkischen Markt. Das
Unternehmen baut seine ganzjährigen Abfahrten ab Istanbul, Izmir und Kuşadası
weiter aus und reagiert damit auf die steigende Nachfrage.
„Mit
der zunehmenden Nachfrage nach Kreuzfahrten in die Türkei wollen wir unsere
Kapazitäten und die Vielfalt unserer Angebote in der Region weiter ausbauen“,
erklärt Hekimoğlu.
Besonders
wichtig sei die Rückkehr Istanbuls als bedeutender Einschiffungshafen im
östlichen Mittelmeer. Gemeinsam mit Kuşadası, einem der beliebtesten
Kreuzfahrthäfen der Region, bilde die Metropole eine zentrale Säule der
regionalen Kreuzfahrtstrategie.
Nach
Angaben von MSC Cruises entwickelt sich die Buchungslage für 2026 sehr positiv.
Vor allem auf den Routen im östlichen Mittelmeer werden hohe Auslastungen
erwartet.
Internationale
Nachfrage nimmt weiter zu
Ein
wesentlicher Wachstumstreiber ist die steigende Nachfrage aus Europa, dem Nahen
Osten und Nordamerika. Kreuzfahrten mit Abfahrt ab türkischen Häfen gewinnen
nach Angaben der Reedereien zunehmend an Bedeutung.
Hekimoğlu
verweist dabei auf die geografische Lage der Türkei, ihre kulturelle Vielfalt
und die gute internationale Erreichbarkeit. Besonders Istanbul profitiere von
seiner Kombination aus Geschichte, Kultur, Gastronomie und moderner
Verkehrsinfrastruktur.
„Istanbul
gehört zu den wenigen Destinationen weltweit, die Geschichte, Kultur, Kulinarik
und eine hervorragende Erreichbarkeit miteinander verbinden können. Deshalb
sehen wir insbesondere in Europa und auf den Fernmärkten wieder ein sehr großes
Interesse“, sagt sie.
Auch
das Buchungsverhalten deutet auf eine anhaltend starke Nachfrage hin. Nach
Angaben von MSC Cruises entwickeln sich die Frühbuchungen für die Saison 2026
überdurchschnittlich positiv. Besonders für die Sommermonate sei eine deutliche
Dynamik erkennbar.
Kreuzfahrten
werden als Erlebnisreise wahrgenommen
Nach
Einschätzung der Branche verändert sich gleichzeitig das Reiseverhalten vieler
Gäste. Kreuzfahrten werden zunehmend als mehrdimensionale Erlebnisreise
verstanden, die mehrere Destinationen in einer Reise miteinander verbindet.
„Die
neue Generation von Reisenden betrachtet eine Kreuzfahrt nicht nur als Urlaub,
sondern als hochwertiges Erlebnis mit mehreren Reisezielen“, erläutert
Hekimoğlu.
Diese
Entwicklung trägt dazu bei, dass die Nachfrage nicht mehr ausschließlich auf
die klassische Sommersaison beschränkt bleibt.
Celestyal
Cruises erwartet weiteres Passagierwachstum
Auch
Celestyal Cruises sieht den türkischen Markt auf Wachstumskurs. Das Unternehmen
läuft türkische Häfen seit Jahren regelmäßig an und plant, diese Präsenz auch
künftig fortzuführen.
Nach
Angaben von Özgü Alnıtemiz, Direktorin von Celestyal Cruises Türkei, reisen
jährlich rund 120.000 internationale Kreuzfahrtgäste aus 140 Ländern mit den
Schiffen der Reederei in die Türkei. Die Mehrheit stammt aus Europa und
Nordamerika.
Besonders
hoch bleibt die Nachfrage nach Kuşadası, das weiterhin zu den wichtigsten
Stationen der Ägäis-Routen zählt. Die Kreuzfahrten zu den griechischen Inseln
ab Kuşadası werden in diesem Jahr bis Ende Oktober angeboten.
Türkei
profitiert von steigenden Passagierzahlen
Nach
Angaben der Branche war bereits 2025 ein Rekordjahr für den türkischen
Kreuzfahrttourismus. Die Zahl der internationalen Kreuzfahrtgäste stieg
gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent auf mehr als zwei Millionen
Passagiere.
Für
2026 rechnen die Reedereien mit einer Fortsetzung dieses Trends. Neue Anbieter,
zusätzliche Abfahrten und größere Schiffe dürften die Passagierzahlen weiter
erhöhen.
Alnıtemiz
sieht die Türkei dabei in einer besonders starken Position: „Die Türkei macht
mit ihrer Kultur, Geschichte und Natur einen Unterschied im Kreuzfahrtmarkt.“
Als
Beispiel nennt sie den Hafen Galataport in Istanbul, der nicht nur durch seine
moderne Infrastruktur, sondern auch durch seine Lage im Herzen der Stadt
überzeugt. Kreuzfahrtgäste könnten von dort aus zahlreiche Sehenswürdigkeiten
zu Fuß erreichen und unmittelbar in das kulturelle Leben der Metropole
eintauchen.
Kreuzfahrten
bringen zusätzliche Wertschöpfung
Neben
den Passagieren tragen nach Angaben der Branche auch die Besatzungen der
Schiffe zur touristischen Wertschöpfung bei. Viele Kreuzfahrtrouten verbinden
mehrere türkische Häfen wie Istanbul, Izmir, Marmaris oder Bodrum miteinander
und bringen internationale Gäste in verschiedene Regionen des Landes.
Die
Branche sieht darin einen wichtigen wirtschaftlichen Effekt, der weit über die
eigentlichen Hafenanläufe hinausgeht. Vor diesem Hintergrund erwarten die
Reedereien, dass die Türkei ihre Bedeutung im internationalen Kreuzfahrtmarkt
weiter ausbauen und künftig noch stärker von großen Reedereien in ihre
Routenplanung eingebunden werden wird.
Bildnachweis:
© AA
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