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Portugal: TAP steigert Umsatz und Passagierzahlen, bleibt aber in den roten Zahlen
8,2 Millionen Passagiere und mehr als zwei Milliarden Euro Betriebserlöse stehen im ersten Halbjahr einem Nettoverlust von 99,2 Millionen Euro gegenüber
Portugal: TAP steigert Umsatz und Passagierzahlen, bleibt aber in den roten Zahlen

TAP Air Portugal ist im ersten Halbjahr 2026 bei Umsatz und Passagierzahlen gewachsen, musste zugleich aber einen deutlichen Verlust hinnehmen. Die portugiesische Fluggesellschaft beförderte in den ersten sechs Monaten 8,2 Millionen Passagiere und damit 4,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Betriebserlöse stiegen um 4,3 Prozent auf 2,039 Milliarden Euro.

Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch höhere Treibstoffkosten. Sie lagen im gesamten Halbjahr 18,7 Prozent über dem Vorjahreswert und stiegen allein im zweiten Quartal um 52,3 Prozent. Unter dem Strich verbuchte TAP für die ersten sechs Monate einen Verlust von 99,2 Millionen Euro.

Höhere Auslastung bei moderatem Kapazitätswachstum

TAP führte im ersten Halbjahr rund 57.500 Flüge durch, 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Während die Kapazität um 1,7 Prozent zunahm, wuchs das in Revenue Passenger Kilometres gemessene Verkehrsaufkommen um 5,9 Prozent.

Damit waren die Flugzeuge deutlich besser ausgelastet. Der Sitzladefaktor verbesserte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 85,4 Prozent. Die Ticketumsätze legten um 4,4 Prozent auf 1,829 Milliarden Euro zu. Nach Angaben der Airline war die Nachfrage insbesondere auf den für TAP wichtigen Märkten in Südamerika und Europa robust.

„Die Entwicklung im ersten Halbjahr zeigt die Stärke des Geschäftsmodells von TAP und die solide Nachfrage in unserem gesamten Streckennetz“, sagt TAP-CEO Luís Rodrigues. Das Unternehmen habe die erheblichen Auswirkungen der gestiegenen Treibstoffpreise teilweise abfedern können.

Treibstoffpreise drücken das Ergebnis

Die höheren Einnahmen reichten jedoch nicht aus, um die Kostenentwicklung auszugleichen. Das wiederkehrende EBITDA belief sich im ersten Halbjahr auf 181,9 Millionen Euro, das wiederkehrende EBIT auf minus 83,7 Millionen Euro.

Besonders deutlich zeigte sich der Kostendruck im zweiten Quartal. In diesem Zeitraum beförderte TAP 4,5 Millionen Passagiere und damit 2,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Betriebserlöse blieben mit 1,125 Milliarden Euro weitgehend stabil, während die Treibstoffkosten um 52,3 Prozent zunahmen.

Rodrigues verweist dabei auf einen zeitlichen Effekt. Ein erheblicher Teil der Umsätze für das zweite Quartal sei bereits erzielt beziehungsweise durch Buchungen festgelegt gewesen, bevor die Treibstoffpreise stark anzogen. Maßnahmen zur Sicherung zusätzlicher Erlöse könnten dagegen erst schrittweise greifen.

Trotz der schwierigen Kostenentwicklung habe TAP operative Fortschritte erzielt. Nach Angaben des Unternehmens verbesserten sich Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit des Flugbetriebs ebenso wie die Kundenzufriedenheit.

350 Millionen Euro über Anleihe aufgenommen

Parallel zum operativen Geschäft stärkte TAP seine Finanzstruktur. Im ersten Halbjahr platzierte die Airline vorrangige Anleihen im Volumen von 350 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben wurde dabei der niedrigste Bonitätsaufschlag erreicht, den TAP bislang bei einer Emission dieser Art erzielen konnte.

Ende Juni verfügte die Fluggesellschaft über liquide Mittel in Höhe von 1,222 Milliarden Euro. Damit soll ausreichend finanzieller Spielraum für die weitere Unternehmensentwicklung erhalten bleiben.

Neuer Strategieplan bis 2035

Mit dem Abschluss des von der Europäischen Kommission anerkannten Restrukturierungsplans beginnt für TAP zugleich eine neue strategische Phase. Der Strategieplan für die Jahre 2026 bis 2035 sieht unter anderem den Ausbau der Langstreckenverbindungen, eine stärkere Produktdifferenzierung und zusätzliche Nebenerlöse vor.

Eine weitere Säule bildet die digitale Transformation. Sie soll über das unternehmensweite „Horizon“-Programm beschleunigt werden und Innovation sowie kontinuierliche Verbesserungen vorantreiben.

„Wir werden diesen Plan weiterhin diszipliniert umsetzen und dabei unseren Fokus auf Umsatzqualität, operative Widerstandsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum beibehalten“, erklärt Rodrigues. Nach dem Ende der Restrukturierungsphase richtet TAP den Blick damit auf die langfristige Entwicklung des Streckennetzes und eine Rückkehr zu stabiler Rentabilität.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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