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Finnland: ‘Quietchella’ macht die Natur zum Festivalstar
Im Nationalpark Valkmusa bei Pyhtää lädt das Hiljaa Fest im Oktober zum bewussten Hören von Wind, Vögeln und Moorlandschaft ein
Finnland: ‘Quietchella’ macht die Natur zum Festivalstar

Keine Verstärker, keine Konzertbühnen und keine internationalen Popstars: Im finnischen Nationalpark Valkmusa übernimmt im Oktober die Natur selbst das Programm. Am 10. Oktober 2026 beginnt dort das Hiljaa Fest, das sich als erstes Festival des Naturhörens präsentiert. Bis zum 31. Oktober sollen Besucher auf den Klang von Wind, Vögeln, Pflanzen und Moor aufmerksam werden.

Austragungsort ist die rund 5.000 Einwohner zählende Gemeinde Pyhtää, etwa 90 Autominuten östlich von Helsinki. Das Festival versteht Stille dabei nicht als Abwesenheit von Geräuschen. Vielmehr soll die natürliche Klanglandschaft des Nationalparks bewusst wahrgenommen werden – als Gegenentwurf zum Lärm und Tempo des Alltags.

Seltene Moorlandschaft wird zur Festivalbühne

Valkmusa schützt eine für Südfinnland selten gewordene Moorlandschaft. Im Nationalpark kommen bis zu 40 unterschiedliche Moorlebensräume vor. Bohlenwege führen durch das Gelände, ergänzt durch Rastplätze und Aussichtstürme. Dadurch ist das Gebiet auch für Besucher ohne größere Wandererfahrung zugänglich.

Im Herbst kommt die intensive Färbung der Landschaft hinzu. Genau diese Jahreszeit hat Pyhtää für sein ungewöhnliches Veranstaltungsformat gewählt.

„Wir wollten unseren wunderschönen Nationalpark in den Mittelpunkt rücken. Wir sehen das Hiljaa Fest als unser kleines ‚Quietchella‘. Es lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, innezuhalten, die Stille wirklich zu genießen und die umliegende Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen“, erklärt Terhi Lindholm, Gemeindedirektorin von Pyhtää. Valkmusa sei ganzjährig reizvoll, im Herbst aber besonders eindrucksvoll, wenn sich das Laub verfärbe.

13 natürliche „Performer“ auf vier Bühnen

Das Programm folgt einer eigenen Logik. 13 natürliche „Performer“ verteilen sich auf vier „Bühnen“ im Nationalpark. Zu den Hauptdarstellern gehören unter anderem Birkhuhn, Wind und Torfmoos. Einen festen Auftrittsplan kann es naturgemäß nicht geben.

„Die Schönheit von Valkmusa liegt in den kleinen Details: wie der Wind flüstert, wie das Moos leise raschelt, wie die Vögel für einen singen“, beschreibt Simo Peri, Wildnisführer und kreativer Leiter des Hiljaa Fest, die Idee. Besucher sollen durch den Nationalpark wandern und bewusst „der Musik lauschen können, die die Natur erschafft“.

Dabei bleibt ein Teil des Programms dem Zufall überlassen. Manche Naturgeräusche seien zuverlässig zu erleben, andere „Performer“ könnten sich den Besuchern entziehen. Auch ungeplante Begegnungen gehören deshalb ausdrücklich zum Konzept.

Festivalbesuch ohne Eintritt und Zeitplan

Das Hiljaa Fest beginnt am 10. Oktober, endet aber nicht mit dem Eröffnungstag. Bis zum 31. Oktober können Besucher die Wege und Klanglandschaften von Valkmusa selbstständig erkunden.

Der Eintritt ist kostenlos, einen klassischen Festivalablauf gibt es nicht. Statt von Bühne zu Bühne zu eilen, bestimmen Besucher ihr eigenes Tempo – und müssen mitunter warten, bis Wind, Vogel oder Moor ihren nächsten „Auftritt“ beginnen.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von Cursor Oy


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