Tourexpi
Die
Europäische Kommission, der Rat und das Europäische Parlament haben sich Ende
November im Trilog-Verfahren auf zentrale Eckpunkte der künftigen Payment
Services Regulation (PSR) verständigt. Die Verordnung soll die Regeln für
Zahlungsdienste und Kartenzahlungen in der Europäischen Union neu ordnen. Auch
wenn der vollständige Text noch nicht veröffentlicht ist, zeichnet sich für die
Hotellerie bereits eine entscheidende Weichenstellung ab: Händler-initiierte
Transaktionen, sogenannte Merchant-Initiated Transactions (MIT), sollen nicht
unter ein bedingungsloses 8-Wochen-Erstattungsrecht fallen.
Klarstellung
bei MIT als zentrales Signal für die Branche
Gerade
dieser Punkt galt in den vergangenen Monaten als besonders kritisch. In
früheren Entwurfsfassungen hatten Rat und Kommission vorgesehen, das aus dem
Lastschriftverfahren bekannte Erstattungsrecht auch auf MIT anzuwenden. Für
Hotels hätte dies erhebliche praktische Risiken bedeutet, da solche
Transaktionen betriebsnotwendig sind, etwa zur Absicherung von No-Shows, für
nachträgliche Belastungen wie Minibar oder Beschädigungen sowie für verlängerte
Aufenthalte.
Die
nun politisch entschiedene Beschränkung des bedingungslosen
8-Wochen-Erstattungsrechts auf SEPA-Lastschriften folgt damit der Linie des
Europäischen Parlaments und entspricht den Forderungen des Hotelverbandes
Deutschland (IHA) und des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Beide Verbände
hatten früh darauf hingewiesen, dass MIT strukturell nicht mit
SEPA-Lastschriften vergleichbar sind und ein pauschales Rückerstattungsrecht
zusätzliche Rückbuchungen, Liquiditätsrisiken und einen erheblichen administrativen
Mehraufwand nach sich gezogen hätte.
Weitere
PSR-Eckpunkte mit Relevanz für Hotellerie und Gastronomie
Neben
der MIT-Regelung enthält die vorläufige Einigung weitere Aspekte, die für die
Branche von Bedeutung sind. So sollen Essensgutscheine weiterhin unter der
sogenannten Limited Network Exclusion bleiben und damit von einer umfassenden
Regulierung ausgenommen sein. Das bestehende Verbot, kartenspezifische Kosten
als Aufschlag direkt an Verbraucher weiterzugeben, wird fortgeführt und schafft
zumindest Rechtsklarheit, auch wenn es aus Sicht vieler Betriebe weiterhin
kritisch bewertet wird.
Zudem
sieht die PSR einheitlichere und stärker strukturierte Gebühreninformationen
durch Karten-Schemes und Prozessoren vor. Verbindliche Vorlaufzeiten bei
Änderungen und verbesserte Datengrundlagen sollen für mehr Transparenz und
Vergleichbarkeit bei Kartenentgelten sorgen. Entscheidend wird hier die
konkrete Ausgestaltung in delegierten Rechtsakten sein, um neue Bürokratie zu
vermeiden.
Zustimmung
aus der Hotellerie
Die
Ausnahme der MIT vom Erstattungsrecht wird von der Branche ausdrücklich
begrüßt. „Wir begrüßen die Ausnahme der MIT vom bedingungslosen
8-Wochen-Erstattungsrecht für Verbraucher ausdrücklich. Ohne diese Klarstellung
wäre ein für die Hotellerie unverzichtbarer Zahlungsprozess faktisch zum
Risiko- und Bürokratiefaktor geworden – mit unmittelbaren Folgen für
Liquidität, Streitfallbearbeitung und Durchsetzbarkeit vertraglich vereinbarter
Ansprüche“, erklärt Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland
(IHA).
Weitere
Schritte bis zur Veröffentlichung
Die
politische Einigung wird nun in technischen Runden weiter konkretisiert. Der
vollständige Text der Payment Services Regulation wird derzeit für das zweite
Quartal 2026 erwartet. Der Hotelverband Deutschland kündigt an, den weiteren
Gesetzgebungsprozess eng zu begleiten, insbesondere mit Blick auf die
delegierten Rechtsakte zur Gebühren-Transparenz sowie mögliche künftige
Diskussionen über eine weitergehende Regulierung von MIT.
Bildnachweis:
© IHA
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