Camino Maltés macht Malta zum südlichsten Ausgangspunkt des Jakobswegs - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Camino Maltés macht Malta zum südlichsten Ausgangspunkt des Jakobswegs
Pilgerroute verbindet spirituelles Erbe, mediterrane Kultur und entschleunigtes Reisen
Camino Maltés macht Malta zum südlichsten Ausgangspunkt des Jakobswegs

Wer den Jakobsweg mit Spanien verbindet, muss heute weiter südlich beginnen. Seit 2023 ist Malta mit dem Camino Maltés offiziell Teil des europäischen Pilgernetzwerks und eröffnet eine neue Perspektive auf das Pilgern. Die Route führt durch historische Städte, religiöse Stätten und mediterrane Landschaften und verbindet die Inselgruppe mit den traditionellen Pilgerwegen nach Santiago de Compostela.

Der Camino Maltés macht die Mittelmeerinsel zum südlichsten Ausgangspunkt des Jakobswegs. Dabei verbindet die Route christliche Tradition, kulturelles Erbe und Naturerlebnisse mit dem wachsenden Wunsch vieler Reisender nach bewussten und entschleunigten Reiseformen.

Auf den Spuren des Apostels Paulus

Der Weg orientiert sich an der Überlieferung des Apostels Paulus, der nach den Berichten der Apostelgeschichte im Jahr 60 nach Christus auf Malta Schiffbruch erlitt und damit die Verbreitung des Christentums auf den Inseln einleitete.

Der maltesische Abschnitt umfasst rund 35 Kilometer und führt von Rabat über Żebbuġ, Siġġiewi und Birgu bis nach Valletta. Von dort setzen Pilger ihre Reise per Fähre nach Sizilien fort. Die gesamte Strecke bis nach Santiago de Compostela umfasst rund 3.600 Kilometer über Land- und Seewege.

Viele Reisende nutzen den maltesischen Abschnitt jedoch auch unabhängig vom gesamten Jakobsweg als mehrtägige spirituelle Auszeit. Entlang der Strecke sammeln sie Stempel für den offiziellen Pilgerpass, den sogenannten Kredenzjal.

Authentische Begegnungen statt Massenpilgern

Die Organisation XirCammini, die maßgeblich an der Wiederbelebung des Camino Maltés beteiligt war, stellt Informationen zu Etappen, Unterkünften und Wegführung bereit. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit VisitMalta, Heritage Malta, der maltesischen Botschaft in Spanien sowie lokalen spanischen Partnern.

Übernachtet wird überwiegend in kleinen Hotels, Gästehäusern und traditionellen Unterkünften entlang der Route. Im Mittelpunkt stehen authentische Begegnungen, kulturelle Entdeckungen und ein bewusst langsames Reisetempo.

Der Weg führt durch historische Ortskerne, entlang von Küstenwegen und vorbei an Kapellen, Grotten und Wallfahrtsorten. Gleichzeitig eröffnet er immer wieder Ausblicke auf die mediterrane Landschaft Maltas.

Für James Portelli von XirCammini steht der Camino Maltés für eine besondere Form des Reisens: „Ein Camino ist die Spitze immersiven Reisens“, beschreibt er die Verbindung von Bewegung, Kultur, Spiritualität und persönlicher Erfahrung.

Bedeutende Pilgerstätten entlang der Route

Zu den wichtigsten Stationen gehören die St. Paul's Basilica in Rabat, die St. Paul's Catacombs sowie die St. Paul's Grotto. Die Grotte gilt als jener Ort, an dem Paulus während seines Aufenthalts auf Malta gepredigt haben soll, und zählt bis heute zu den bedeutendsten Pilgerstätten des Landes.

Ebenfalls auf der Route liegen die Rotunda of Mosta mit ihrer beeindruckenden Kuppel, die Chapel of St Paul the Hermit im Wied il-Għasel-Tal sowie die Höhlenkirche Our Lady of the Grotto in Mellieħa. Weitere spirituelle Höhepunkte sind die Grotta ta' San Martin bei Mġarr und die Wallfahrtsstätte Il-Madonna tal-Girgenti in Siġġiewi.

Viele dieser Orte verbinden religiöse Bedeutung mit eindrucksvoller Natur und bieten Raum für Ruhe und Reflexion.

Festas prägen das spirituelle Leben der Inseln

Das religiöse Erbe Maltas zeigt sich nicht nur in Kirchen und Wallfahrtsorten, sondern auch in den traditionellen Festas. Die religiösen Feste auf Malta und Gozo wurden 2023 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Zwischen Mai und September feiern zahlreiche Gemeinden ihre Schutzheiligen mit Prozessionen, Musik, festlich geschmückten Straßen und Feuerwerken. Die Festas gelten als wichtiger Ausdruck maltesischer Identität und verbinden Glauben, Gemeinschaft und kulturelle Tradition.

Für Besucher bieten sie einen authentischen Einblick in das spirituelle und gesellschaftliche Leben der Inseln und ergänzen die Erfahrungen entlang des Camino Maltés um eine lebendige kulturelle Dimension.

Bildnachweis: © Daniel Cilia


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