Deutschland: RTG vernetzt Reisevertrieb mit KI und Smart Data - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Deutschland: RTG vernetzt Reisevertrieb mit KI und Smart Data
Future Lab, zentrale Datenarchitektur und KI-Assistenten sollen Reisebüros entlasten, Kundenansprache verbessern und neue digitale Services ermöglichen
Deutschland: RTG vernetzt Reisevertrieb mit KI und Smart Data

Die Raiffeisen Touristik Group (RTG) baut ihre Aktivitäten rund um Künstliche Intelligenz und Smart Data deutlich aus. Statt einzelne Anwendungen isoliert einzusetzen, will die Gruppe Vertrieb, Marketing, Kundenkommunikation und interne Prozesse stärker miteinander verknüpfen. Reisebüros sollen dadurch Routinearbeiten reduzieren, vorhandene Informationen besser nutzen und Kunden gezielter ansprechen können.

Im Zentrum steht ein Ansatz, bei dem KI vor allem dort eingesetzt werden soll, wo sie im Arbeitsalltag einen konkreten Nutzen bringt. Dazu gehören automatisierte Abläufe, die Erstellung von Inhalten, die Analyse von Nachfrageentwicklungen und die Unterstützung bei Beratung und Kundenkommunikation.

„KI bringt für die Touristik zahlreiche Herausforderungen mit sich, eröffnet aber gleichzeitig enorme Chancen. Unser Ziel ist es, KI sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren und daraus echten Mehrwert für unsere Reisebüros, Mitarbeitenden und Kunden zu schaffen. Technologie darf kein Selbstzweck sein. Sie muss den Menschen die Arbeit erleichtern und die Qualität von Beratung und Service verbessern“, erklärt Lars Helmreich, Geschäftsführer Reiseland und rtk.

Future Lab testet Anwendungen unter realen Bedingungen

Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist das neu geschaffene Future Lab. Unter der fachlichen Leitung von Rainer Gnyp sollen dort digitale Services, neue Vertriebsansätze und KI-Anwendungen entwickelt und unter möglichst realistischen Marktbedingungen erprobt werden.

Zu den Arbeitsfeldern gehören KI-gestützte Webseiten, automatisierte Prozesse, personalisierte Angebote und adaptive Content-Formate. Hinzu kommen digitale Anwendungen für Inspiration, Beratung und Buchung sowie Werkzeuge, die Mitarbeiter am Counter bei der Erstellung individueller Reiseangebote unterstützen sollen.

„Wir wollen technologischen Fortschritt nicht abstrakt diskutieren, sondern konsequent an konkreten Mehrwerten ausrichten. Entscheidend ist, dass neue Lösungen den Reisebüros im Alltag helfen, Prozesse vereinfachen und Freiräume für das schaffen, was den Unterschied macht: die persönliche Beratung“, sagt Gnyp, Bereichsleiter meinReisebüro24.

Erfolgreiche Anwendungen sollen nach der Erprobung schneller in den breiteren Einsatz innerhalb der Gruppe überführt werden.

Smart Data soll Nachfrage früher sichtbar machen

Parallel baut die RTG eine zentrale Smart-Data- und KI-Architektur auf. Daten aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen sollen auf rechtssicherer Grundlage zusammengeführt und für Marketing, Vertrieb, Kundenkommunikation und Unternehmenssteuerung nutzbar gemacht werden.

Durch die Analyse anonymisierter Markt- und Nachfragemuster will die Gruppe Trends früher erkennen. Reisebüros könnten dadurch schneller Hinweise auf gefragte Reiseziele und Produkte erhalten und diese Informationen für Beratung und Kundenansprache nutzen.

Datenschutz, Compliance und ein verantwortungsvoller Umgang mit den verfügbaren Informationen sollen nach Angaben der RTG dabei einen hohen Stellenwert einnehmen. Langfristiges Ziel ist eine stärker personalisierte Customer Journey über unterschiedliche Kontaktpunkte hinweg.

Mitarbeiter und Reisebüros werden für KI geschult

Die technische Infrastruktur wird durch neue Kompetenzzentren für KI und Performance-Marketing ergänzt. Gleichzeitig baut die Gruppe Schulungsangebote für Mitarbeiter, Reisebüropartner und Franchisenehmer aus.

Die Programme sollen vermitteln, wie KI-Anwendungen im touristischen Arbeitsalltag eingesetzt werden können. Mit sogenannten KI-Cafés schafft die RTG außerdem ein internes Format für den Austausch über Erfahrungen, konkrete Anwendungen und neue Entwicklungen.

„Technologie allein schafft noch keinen Fortschritt. Entscheidend ist, dass Menschen die Möglichkeiten verstehen, Vertrauen aufbauen und neue Werkzeuge sinnvoll einsetzen können. Deshalb investieren wir nicht nur in Systeme, sondern vor allem in Wissen, Qualifizierung und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch“, sagt Thomas Bösl, Geschäftsführer der rtk und Sprecher der QTA.

TONI übernimmt bereits Teile der Kundenkommunikation

Wie solche Anwendungen praktisch aussehen können, zeigt der digitale Assistent TONI. Das System wird innerhalb der RTG bereits für automatisierte Concierge-Mails, Reaktivierungskampagnen für Bestandskunden und personalisierte Kommunikation entlang der Customer Journey eingesetzt.

Mittlerweile arbeitet TONI auch als Voicebot im B2B-Bereich. Außerhalb der Geschäftszeiten kann das System erste Anfragen von Reisebüropartnern bearbeiten, Gespräche dokumentieren und Transkriptionen für die weitere Bearbeitung erstellen. Damit sollen Erreichbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit verbessert und Mitarbeiter von Routineaufgaben entlastet werden.

Voice-KI Mia soll Reisebüros in Krisen unterstützen

Gemeinsam mit Holologix.ai testet rtk zudem die Voice-KI „Mia“. Sie soll Service- und Buchungsanfragen von Reisebüros an Veranstalter automatisiert beantworten und insbesondere bei hohem Anfrageaufkommen Unterstützung bieten.

Teil des Pilotprojekts ist ein KI-Krisenmanager-Agent. Dieser soll Reise- und Sicherheitshinweise auswerten und Reisebüros bei Naturkatastrophen, politischen Krisen oder Flugstörungen mit aktuellen Informationen versorgen.

Mit dem Test will die RTG untersuchen, welche Serviceprozesse sich im B2B-Reisevertrieb automatisieren lassen, die bislang überwiegend von Service- und Callcentern übernommen werden.

Mehr als 200 Reisebüros nutzen KI im Social-Media-Marketing

Auch bei Marketing und Content setzt die Gruppe zunehmend auf KI. Gemeinsam mit ViralSpoon werden Social-Media-Inhalte zentral vorbereitet und für einzelne Reisebüros individualisiert. Nach Angaben der RTG nutzen bereits mehr als 200 Reisebüros diese Möglichkeit.

Weitere Systeme für Webseiten und digitale Marketingkanäle befinden sich in Entwicklung. Texte, Bilder, Videos und Reiseangebote sollen stärker auf Zielgruppen, Nachfrage und konkrete Reiseanlässe zugeschnitten und schneller produziert werden können.

„Wir denken KI nicht in einzelnen Anwendungen, sondern entlang der gesamten Customer Journey – von der ersten Inspiration über die Beratung bis hin zur langfristigen Kundenbindung. Die Zukunft des Reisevertriebs entsteht nicht durch ein einzelnes Tool, sondern durch das intelligente Zusammenspiel von Menschen, Daten und Künstlicher Intelligenz“, betont Gnyp.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von rtk


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