Tourexpi
Die
deutschen Flughäfen haben im Juni 2026 insgesamt 19,76 Millionen an- und
abfliegende Passagiere gezählt. Damit blieb das Aufkommen trotz des Starts in
die sommerliche Hauptreisezeit leicht unter dem Wert des Vormonats Mai.
Gegenüber Juni 2025 sank das Lokalaufkommen um 3,2 Prozent, gegenüber dem
Vorkrisenjahr 2019 fehlen weiterhin 16,1 Prozent der Reisenden.
Während
der Passagierverkehr damit erneut keine Wachstumsimpulse setzte, entwickelte
sich die Luftfracht deutlich dynamischer. Im Juni wurden 414.289 Tonnen Cargo
umgeschlagen. Das waren 6,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 9,2 Prozent
mehr als im Juni 2019.
Sommerreiseverkehr
bringt noch keine Belebung
Nach
einem deutlichen Rückgang im April und einer weitgehenden Stagnation im Mai
sank das Passagieraufkommen im Juni erneut geringfügig. Gegenüber dem Vormonat
wurden 5.015 Reisende weniger gezählt.
Besonders
auffällig ist die Entwicklung im internationalen Verkehr. Innerhalb Europas
ging das Passagieraufkommen gegenüber Juni 2025 um 3,1 Prozent zurück. Im
Interkontinentalverkehr lag das Minus sogar bei 4,1 Prozent.
Der
Flughafenverband wertet die Entwicklung im Europaverkehr als Ausdruck einer
weiterhin schwachen Konsumneigung und eines zurückhaltenden Ausgabeverhaltens
privater Haushalte. Beim Interkontinentalverkehr spielt nach seiner
Einschätzung zudem das weiterhin eingeschränkte Angebot insbesondere in
Richtung Naher Osten und Asien eine Rolle.
Innerdeutscher
Verkehr bleibt weit unter dem Niveau von 2019
Auf
innerdeutschen Strecken wurden im Juni 2,06 Millionen Passagiere gezählt. Das
waren 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich bleibt jedoch
der Abstand zum Vorkrisenniveau: Das Aufkommen erreichte lediglich 51 Prozent
des Wertes von Juni 2019.
Im
Europaverkehr nutzten 14,35 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Damit
wurden 93,8 Prozent des Aufkommens von 2019 erreicht. Gegenüber Mai sank die
Zahl der Reisenden um knapp 33.000.
Der
Interkontinentalverkehr kam auf 3,31 Millionen Passagiere. Gegenüber Mai
entsprach dies einem leichten Plus von 55.353 Reisenden, gegenüber Juni 2025
jedoch einem Rückgang um 4,1 Prozent. Die Recovery-Rate gegenüber 2019 lag bei
88,5 Prozent.
Erstes
Halbjahr bleibt unter Vorjahresniveau
Von
Januar bis Juni 2026 wurden an den deutschen Flughäfen insgesamt 97,67
Millionen Passagiere gezählt. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres
entspricht dies einem Rückgang von 0,8 Prozent.
Das
Passagieraufkommen erreichte damit 83,2 Prozent des Niveaus von 2019. Die Zahl
der Flugbewegungen entwickelte sich noch schwächer und kam lediglich auf 77
Prozent des damaligen Wertes.
Im
innerdeutschen Verkehr wurden im ersten Halbjahr 11,05 Millionen Passagiere
gezählt. Das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr und lediglich 47,8
Prozent des entsprechenden Aufkommens von 2019.
Deutlich
näher am Vorkrisenniveau liegt der Europaverkehr. Hier wurden 67,57 Millionen
Reisende registriert, 0,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die
Recovery-Rate gegenüber 2019 lag bei 93 Prozent.
Der
Interkontinentalverkehr erreichte 18,91 Millionen Passagiere. Gegenüber dem
Vorjahr ging das Aufkommen um 4,8 Prozent zurück, gegenüber 2019 wurden 92,4
Prozent erreicht.
Weniger
Flüge begrenzen das Wachstum
Im
Juni wurden an den deutschen Flughäfen 163.263 gewerbliche Starts und Landungen
registriert. Damit lag die Zahl der Flugbewegungen 5,3 Prozent unter dem
Vorjahreswert und bei lediglich 80,2 Prozent des Niveaus von 2019.
Nach
Einschätzung des Flughafenverbandes deutet die Entwicklung darauf hin, dass
nicht allein die Nachfrage, sondern auch ein begrenztes Luftverkehrsangebot die
weitere Erholung bremst.
Als
Belastungsfaktoren werden geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten, höhere
Energiepreise, die schwache deutsche Konjunktur, Streiks sowie das Grounding
der CityLine genannt. Zusammengenommen erschweren diese Faktoren derzeit eine
nachhaltige Expansion des Flugangebots.
Luftfracht
wächst deutlich stärker
Anders
als der Passagierverkehr entwickelte sich das Cargo-Geschäft im Juni klar
positiv. Insgesamt wurden 414.289 Tonnen Luftfracht ein- und ausgeladen.
Gegenüber Juni 2025 entspricht dies einem Plus von 6,6 Prozent, gegenüber 2019
von 9,2 Prozent.
Die
Ausladungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf 205.188 Tonnen.
Damit lagen sie 10,1 Prozent über dem Wert von 2019. Die Einladungen erreichten
209.100 Tonnen und damit 7,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat sowie 8,4
Prozent mehr als 2019.
Im
gesamten ersten Halbjahr summierte sich das Luftfrachtaufkommen auf 2,39
Millionen Tonnen. Das entsprach einem Wachstum von 3,4 Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum und von 3,3 Prozent gegenüber 2019. Während die Ausladungen
um 4,4 Prozent zunahmen, stiegen die Einladungen um 2,4 Prozent.
Bildnachweis:
© AA
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