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Deutschland
BARIG kritisiert EU-Kompromiss zu Fluggastrechten
Airline-Verband sieht Reform der EU261-Verordnung als verpasste Chance für Passagiere und Luftverkehr
BARIG kritisiert EU-Kompromiss zu Fluggastrechten

Die Reform der europäischen Fluggastrechteverordnung EU261 stößt beim Airline-Verband BARIG auf deutliche Kritik. Nach der Einigung von Europäischem Parlament und EU-Rat sieht der Verband weder spürbare Verbesserungen für Passagiere noch Entlastungen für die Luftfahrtbranche. Stattdessen befürchtet BARIG mehr Bürokratie, höhere Kosten und eine weitere Schwächung des europäischen Luftverkehrs.

Kritik an bürokratischem Mehraufwand

Nach Auffassung des Verbands bleibt die Reform hinter den Erwartungen zurück. Die vorgesehenen Änderungen seien gering, während der administrative Aufwand für die Fluggesellschaften weiter steige. Insbesondere bei außergewöhnlichen Verspätungen seien die vorgesehenen Fristen in der Praxis kaum einzuhalten, etwa wenn Ersatzflugzeuge bereitgestellt oder umfangreiche Reparaturen durchgeführt werden müssen.

„Die Reform ist gescheitert. Eine für alle Beteiligten sinnvolle Überarbeitung der Verordnung EU261 wäre möglich gewesen, doch diese Chance wurde bedauerlicherweise vertan. Der jetzt gefundene Kompromiss des EU-Parlaments und des Rats der EU enthält nur marginale Veränderungen, vergrößert den bürokratischen Aufwand zusätzlich und ist insgesamt weder im Sinne der Passagiere noch der Fluggesellschaften“, sagt Michael Hoppe, Chairman und Executive Director von BARIG.

Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr

BARIG warnt zudem vor den wirtschaftlichen Folgen der Reform. Nach Ansicht des Verbands könnten steigende Kosten und zusätzliche regulatorische Anforderungen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Fluggesellschaften im internationalen Vergleich weiter beeinträchtigen. Dies könne sich langfristig auf das Streckenangebot und die Anbindung von Regionen auswirken.

„Pünktliches Fliegen ist Kerninteresse der Airlines. Wer sich aus beruflichen oder privaten Gründen für eine Flugreise entscheidet, möchte sicher und zuverlässig ans Ziel gelangen. Gleichzeitig muss das Fliegen auch bezahlbar sein“, sagt Hoppe. Das Festhalten am bisherigen Regelwerk führe aus Sicht des Verbands zu mehr Komplexität, steigenden Kosten und einer weiteren Belastung des Luftverkehrsstandorts Europa.

Forderung nach strukturellen Verbesserungen

Neben einer Überarbeitung der Fluggastrechteverordnung fordert BARIG weitere Maßnahmen zur Stärkung des Luftverkehrs. Dazu zählen ein effizienteres Luftraummanagement, der Abbau bestehender Engpässe sowie eine Modernisierung der europäischen Luftverkehrssysteme. Nur durch strukturelle Verbesserungen lasse sich der Luftverkehr langfristig leistungsfähig und wettbewerbsfähig gestalten.

Bildnachweis: © BARIG


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