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Deutschland
BARIG fordert schnelle Umsetzung der nationalen Luftfahrtstrategie
Airline-Verband sieht Handlungsbedarf bei Steuern, Gebühren und Bürokratie
BARIG fordert schnelle Umsetzung der nationalen Luftfahrtstrategie

Der internationale Airline-Verband BARIG begrüßt die von der Bundesregierung vorgestellte nationale Luftfahrtstrategie, fordert jedoch eine rasche Umsetzung konkreter Maßnahmen. Nach Ansicht des Verbandes reichen politische Zielsetzungen allein nicht aus, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland nachhaltig zu stärken.

Im Rahmen der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Berlin hatte Bundeskanzler Friedrich Merz die neue Strategie vorgestellt. Ziel der Bundesregierung ist es, Deutschland wieder zu einer führenden Luftfahrtnation in Europa zu machen. Aus Sicht von BARIG hängt der Erfolg jedoch entscheidend davon ab, ob den Ankündigungen nun konkrete politische Schritte folgen.

Hohe Standortkosten bleiben zentrales Problem

BARIG verweist insbesondere auf die im internationalen Vergleich hohen Kosten für Fluggesellschaften in Deutschland. Diese belasteten die Wettbewerbsfähigkeit der Airlines und wirkten sich zugleich auf das Streckenangebot sowie auf die Ticketpreise aus.

„Wir begrüßen die nationale Luftfahrtstrategie und ihr Ziel, Deutschland zur führenden Luftfahrtnation Europas zu machen. Das Leitbild stimmt, aber es braucht Maßnahmen und Umsetzung“, erklärte BARIG Chairman und Executive Director Michael Hoppe.

Nach Einschätzung des Verbandes müsse die Bundesregierung gezielt gegen die hohen Standortkosten vorgehen, um die internationale Anbindung Deutschlands zu stärken und weitere Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen europäischen Ländern zu vermeiden.

Kritik an geplanter Senkung der Luftverkehrsteuer

Besonders kritisch bewertet BARIG die zum 1. Juli 2026 geplante Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrsteuer aus dem Jahr 2024. Diese Entlastung sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, werde jedoch kaum spürbare Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts haben.

„Diese sehr minimale Absenkung hat nur geringes Potential für tatsächlich nachhaltigen Aufschwung“, sagte Hoppe.

Der Verband spricht sich stattdessen für eine vollständige Abschaffung oder zumindest eine Aussetzung der Luftverkehrsteuer aus.

Forderungen an die Bundesregierung

Neben der Luftverkehrsteuer sieht BARIG weiteren Handlungsbedarf bei den Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheitskontrollen. Auch der Abbau bürokratischer Hürden und die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen seien aus Sicht des Verbandes wichtige Voraussetzungen für eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit.

„Wir erwarten von der Bundesregierung jetzt schnell konkrete und messbare Schritte und Maßnahmen. Anders kann und wird sie ihre vorgestellten Strategieziele nicht erreichen“, betonte Hoppe.

Nach Auffassung von BARIG steht viel auf dem Spiel: Eine dauerhaft schwache Luftverkehrsanbindung könne nicht nur die Mobilität von Reisenden beeinträchtigen, sondern auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insgesamt schwächen.

Bildnachweis: © BARIG


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