Tourexpi
Der
Koalitionsausschuss hat sich im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für 2026 auf
ein Maßnahmenpaket verständigt, das den Luftverkehrsstandort Deutschland
stärken soll. Der internationale Airline-Verband BARIG sieht darin einen
ersten, notwendigen Schritt. Besonders positiv bewertet wird die Rücknahme der
Luftverkehrsteuererhöhung von 2024. Zugleich betont der Verband, dass
zusätzliche Reformen erforderlich bleiben, um die Wettbewerbsfähigkeit
nachhaltig zu sichern.
„Ein
Anfang ist gemacht“
BARIG-Chairman
und Executive Director Michael Hoppe unterstreicht die Bedeutung des
Beschlusses:
„Ein
Anfang ist gemacht. Die Bundesregierung erkennt die Bedeutung des Luftverkehrs
in Deutschland an und setzt mit den verschiedenen Maßnahmen ein erstes
wichtiges Signal für die Industrie. […] Die Entlastung von rund 400 Millionen
Euro ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch um den negativen Trend zu
stoppen und den Luftverkehr sowie die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu
bringen, braucht es mehr.“
Gebührenlast
weiterhin hoch
In
den vergangenen Monaten hatte die Branche wiederholt auf die Folgen der
staatlich verursachten Kosten hingewiesen. Diese hätten zu einer spürbaren
Schwächung des Standorts geführt und beträchtliche volkswirtschaftliche
Auswirkungen. Trotz der nun beschlossenen Korrekturen liegt Deutschland bei den
Standortkosten im europäischen Vergleich weiterhin zurück. Die Entlastung
reduziert die aktuelle Gebührenlast von rund 4 Milliarden Euro lediglich um
etwa zehn Prozent.
„Wir
vertrauen darauf, dass die Bundespolitik versteht, dass weitere Maßnahmen
folgen müssen, um Luftverkehr und Wirtschaft in Deutschland wieder zu stärken“,
so Hoppe.
Fünf
Maßnahmen zur Entlastung
Das
Maßnahmenpaket umfasst Prozessoptimierungen, strukturelle Anpassungen und
Absenkungen staatlicher Kosten. Konkret beschlossen wurden:
·
Stabile Flugsicherungskosten: kein
weiterer Anstieg im Jahr 2026, erste Absenkungen bereits beschlossen; bis 2029
soll die Reduktion deutlich über zehn Prozent liegen.
·
Günstigere Luftsicherheitskontrollen:
Effizienz- und Prozessverbesserungen sollen die Kosten an Flughäfen spürbar
senken, unter Einbindung der Länder.
·
Neue Regelung bei der Einfuhrsteuer:
die Umstellung auf ein Verrechnungsmodell soll Wettbewerbsnachteile deutscher
Flughäfen gegenüber europäischen Nachbarn ausgleichen.
·
Streichung der nationalen PtL-Quote:
die Quote für synthetische Kraftstoffe soll schnellstmöglich wegfallen.
·
Senkung der Luftverkehrsteuer: zum 1.
Juli 2026 soll die Steuer wieder das Niveau vor dem 1. Mai 2024 erreichen.
Ausblick
BARIG
sieht in den Beschlüssen ein wichtiges Signal, erwartet aber weitere politische
Schritte, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrs nachhaltig
wiederherzustellen.
Bildnachweis:
© BARIG
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