Québec vom Wasser aus: Paddeln zwischen Wildnis, Fjorden und Atlantik - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Québec vom Wasser aus: Paddeln zwischen Wildnis, Fjorden und Atlantik
Von ruhigen Flüssen in den Laurentides bis zu Meereskajaktouren an der Gaspésie bietet Québec Paddelreviere für Einsteiger und erfahrene Kajakfahrer
Québec vom Wasser aus: Paddeln zwischen Wildnis, Fjorden und Atlantik

Mehr als 270.000 Quadratkilometer geschützte Natur, Tausende Seen und Flüsse sowie der mächtige Sankt-Lorenz-Strom machen Québec zu einem der vielseitigsten Paddelreviere Nordamerikas. Besonders der Spätsommer eignet sich für Touren mit Kanu oder Kajak, wenn sich Flüsse, Seen und Küstenlandschaften noch einmal von ihrer ruhigen Seite zeigen.

Das Spektrum reicht von kurzen Touren für Einsteiger über mehrtägiges Kanu-Camping bis zu anspruchsvollen Kajakexpeditionen durch den Saguenay-Fjord. Weiter östlich verändert sich der Charakter der Landschaft erneut: Der Sankt-Lorenz-Strom wird breiter und zunehmend maritim, bis Kajakfahrer schließlich zwischen Steilküsten, Inseln und Lagunen unterwegs sind.

Fünf Paddelreviere in den Laurentides

Rund eine Autostunde nördlich von Montréal beginnen die Laurentides, eine von Seen, Flüssen und Wäldern geprägte Region. Zu den bekanntesten Paddelrevieren gehört die Rivière du Diable im Parc national du Mont-Tremblant. Verschiedene Strecken und mehrere Bootsverleiher ermöglichen Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Unterwegs bieten sich Sandstrände für Pausen an.

Deutlich gemütlicher präsentiert sich die Rivière du Nord bei Val-David. Die rund sieben Kilometer lange Strecke eignet sich insbesondere für Einsteiger. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, die Paddeltour mit einer Rückfahrt per Fahrrad auf der ehemaligen Bahntrasse „P'tit Train du Nord“ zu kombinieren.

An der Rivière Rouge bei La Conception führt eine rund zwölf Kilometer lange Route an Wäldern, Sandstränden und Badestellen vorbei. Auch hier können Kanus und Kajaks bei örtlichen Anbietern gemietet werden.

Campingplätze, die nur mit dem Boot erreichbar sind

Ein anderes Erlebnis bietet der Parc régional Kiamika. Auf dem ausgedehnten Stausee liegen zahlreiche Inseln, auf denen sich ausschließlich per Boot erreichbare Campingplätze befinden. Damit eignet sich das Gebiet besonders für mehrtägige Kanu- und Kajaktouren. Boote können an verschiedenen Stellen des Parks gemietet werden.

Noch mehr Auswahl bietet die Réserve faunique de Papineau-Labelle zwischen Outaouais und Laurentides. Die von der staatlichen Parkgesellschaft Sépaq verwaltete Region verfügt über zahlreiche Seen. Unter anderem am Lac des Sept-Frères, Lac Montjoie und Lac Écho stehen Mietboote zur Verfügung. Am Lac Écho können Besucher auch Stand-up-Paddle-Boards ausleihen.

Die Sépaq, die Société des établissements de plein air du Québec, verwaltet in der Provinz 23 Nationalparks, 13 Wildreservate und mehrere touristische Einrichtungen. Viele davon verfügen über eigene Verleihstationen für Kanus, Kajaks und weitere Wassersportausrüstung.

Mit dem Kajak durch den Saguenay-Fjord

Anspruchsvoller wird das Paddeln in der Region Saguenay–Lac-Saint-Jean. Steile Felswände und tiefes Wasser prägen den Saguenay-Fjord und schaffen eine Landschaft, die eher an nordische Fjordregionen als an das klassische Bild Ostkanadas erinnert.

Für erfahrene Kajakfahrer werden mehrtägige geführte Expeditionen angeboten. Je nach Tour sind Übernachtungen in kleinen Gasthäusern oder auf Campingplätzen möglich.

Der Fjord ist zugleich Lebensraum einer außergewöhnlichen Meeresfauna. Dazu gehören auch die geschützten Belugas. Für ihre Beobachtung gelten die Vorschriften des Meeresparks Saguenay–Saint-Laurent, die unter anderem Mindestabstände zu den Tieren regeln.

Wo der Sankt-Lorenz-Strom zum Meer wird

Weiter flussabwärts bekommt das Kajakfahren zunehmend maritimen Charakter. Besonders die Gaspésie bietet zahlreiche Möglichkeiten für Touren mit dem Meereskajak.

Zu den markanten Revieren gehören die Buchten des Nationalparks Le Bic, in denen Robben beobachtet werden können, sowie die Küste des Forillon-Nationalparks. Weiter östlich ragt bei Percé der berühmte Rocher Percé aus dem Wasser.

Noch weiter im Sankt-Lorenz-Golf liegen die Îles-de-la-Madeleine. Türkisfarbene Lagunen treffen dort auf rote Sandsteinklippen und lange Sandstrände. Die Inselgruppe gehört damit zu den landschaftlich ungewöhnlichsten Revieren für Meereskajakfahrer in Québec.

Vom Einsteiger bis zum Expeditionspaddler

Die Bandbreite der Reviere macht Québec für sehr unterschiedliche Erfahrungsstufen interessant. Familien und Anfänger können auf ruhigen Flussabschnitten oder geschützten Seen erste Touren unternehmen, während erfahrene Paddler mehrtägige Expeditionen auf Seen, Fjorden und entlang der Küste wählen können.

Eigene Boote sind dafür nicht zwingend erforderlich. Lokale Anbieter und Einrichtungen der Sépaq vermieten vielerorts Kanus, Kajaks und SUP-Boards. Weitere Outdoor-Aktivitäten und geführte Touren werden über Aventure Écotourisme Québec angeboten.

Die Anreise aus Deutschland wird im Sommer 2026 um eine weitere Verbindung ergänzt. Noch bis Anfang September wird Montréal dreimal pro Woche direkt aus der Hauptstadtregion angeflogen. Die Flüge verkehren mittwochs, freitags und sonntags.

Bildnachweis: © Gaelle Leroyer


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