Curaçao: Neue Flugverbindungen treiben das Tourismuswachstum an - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Curaçao: Neue Flugverbindungen treiben das Tourismuswachstum an
Corendon, neue Hotelprojekte und zusätzliche Quellmärkte begleiten Curaçaos Weg zur Marke von einer Million Besuchern
Curaçao: Neue Flugverbindungen treiben das Tourismuswachstum an

Wenn wir an die Karibik denken, kommen den meisten von uns ein tiefblaues Meer, weiße Strände, Palmen und ein scheinbar endloser Sommer in den Sinn. Curaçao hat all das zu bieten. Doch die Insel, die wir nach einem rund zehnstündigen Flug mit Corendon von Amsterdam aus erreichten, erzählt zugleich eine bemerkenswerte Geschichte über die Zukunft des Tourismus.

Bei einer Tourismuspräsentation und in meinen Gesprächen auf der Insel wurde deutlich, dass der Aufstieg Curaçaos kein Zufall ist. Neue Flugverbindungen, Hotelinvestitionen, die Erschließung unterschiedlicher Quellmärkte und die stärkere Einbindung des lokalen Lebens bilden die Grundlage dieser Entwicklung. Einer der wichtigen Akteure dabei ist Corendon.

Corendon gibt Curaçaos Tourismus neuen Schwung

Corendon verbindet Flugverkehr, Reiseveranstaltergeschäft und Hotelinvestitionen. Nach den präsentierten Informationen erreicht der Anteil der direkten und indirekten Aktivitäten des Unternehmens am Tourismus der Insel inzwischen rund acht Prozent. Mit neuen Flugkapazitäten, Vermarktung und Hotelinvestitionen gilt Corendon der Tourismusbehörde als strategischer Partner auf dem Weg zum Ziel von einer Million Besuchern.

Nun beginnt ein neues Kapitel für den deutschen Markt. Nach Angaben von Corendon-Verkaufsleiter Fatih Tunç plant das Unternehmen, ab dem 14. Dezember 2026 dreimal wöchentlich mit einem Airbus A350 nonstop zwischen Düsseldorf und Curaçao zu fliegen.

Damit entsteht eine Grundlage, um die derzeit bei rund 14.000 pro Jahr liegende Zahl deutscher Besucher zu steigern und die Insel in Deutschland und Mitteleuropa stärker bekannt zu machen. Damit aus zusätzlicher Kapazität dauerhafte Nachfrage entsteht, müssen Reisebüros ihren Kunden auch den Reichtum Curaçaos jenseits von Meer, Sand und Sonne vermitteln.

Das warme Gesicht der Karibik

Curaçao ist ein autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande mit eigener Regierung und eigenem Parlament. Bereiche wie Verteidigung und Außenpolitik werden auf Ebene des Königreichs wahrgenommen. Die historischen Verbindungen zu den Niederlanden sind von der Architektur bis zum täglichen Leben sichtbar.

Besonders beeindruckt haben mich jedoch die Höflichkeit, Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen. Ihre natürliche Art im Umgang mit Besuchern sorgt dafür, dass man sich auf der Insel schnell willkommen fühlt.

Bemerkenswert ist auch die Mehrsprachigkeit. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Papiamentu, Niederländisch, Englisch und Spanisch und wechselt selbstverständlich zwischen diesen Sprachen. Das erleichtert nicht nur die Verständigung, sondern auch den unmittelbaren Kontakt zwischen Besuchern und Einheimischen.

Große Chancen auf dem deutschen Markt

Die farbenfrohe historische Architektur von Willemstad, karibische Kultur, Gastronomie und Tauchmöglichkeiten verleihen Curaçao ebenso Profil wie das warme Klima und die Tatsache, dass die Insel ganzjährig als Reiseziel geeignet ist.

Junge Paare, Familien mit Kindern, Best Ager, Tauchbegeisterte und Naturliebhaber finden entsprechende Angebote. Gerade auf dem deutschen Reisemarkt mit seiner traditionell starken professionellen Beratung ist diese Vielfalt ein Vorteil.

Meiner Ansicht nach liegt darin eine der großen Chancen Curaçaos: Die Insel sollte nicht nur über ihre Strände, sondern über ihre Kultur, ihre Menschen und ihre Erlebnisse vermittelt werden. Die neue Düsseldorf-Verbindung erleichtert die Anreise, während Destinationsschulungen und passende Programme dazu beitragen können, daraus zusätzliche Nachfrage zu entwickeln.

Wachstum auf mehreren Quellmärkten

Curaçao setzt bewusst auf unterschiedliche Märkte. Nach den präsentierten Zahlen kommen rund 39 Prozent der Besucher aus Europa, 32 Prozent aus Nordamerika, 23 Prozent aus Südamerika und fünf Prozent aus der Karibik.

Die Niederlande bleiben der wichtigste Quellmarkt, gefolgt von den Vereinigten Staaten, Kolumbien, Kanada, Brasilien und Argentinien. Deutschland steht dagegen noch am Anfang seines Potenzials.

Die breite Aufstellung erhöht zugleich die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen: Schwächt sich die Nachfrage in einem Markt ab, können andere Quellmärkte einen Teil der Verluste auffangen.

Auf dem Weg zu einer Million Besucher

Curaçao verzeichnete 2022 rund 489.000 Übernachtungsgäste, 2023 waren es 582.000, 2024 rund 700.000 und 2025 etwa 788.000.

Für 2026 werden 846.000 Übernachtungsgäste erwartet, für 2027 rund 889.000 und für 2028 etwa 958.000. Im Jahr 2029 soll die Marke von einer Million überschritten werden, 2030 werden rund 1,056 Millionen Besucher erwartet.

Entscheidend wird jedoch sein, wie sich dieses Wachstum auf die Wirtschaft und die einheimische Bevölkerung auswirkt. Denn touristischer Erfolg lässt sich nicht allein an Ankunftszahlen messen. Aufenthaltsdauer, Ausgaben, die Einbindung lokaler Unternehmen und die Erfahrungen der Besucher sind ebenfalls wichtige Faktoren.

8,3 Nächte und 2.300 Dollar pro Reise

Nach den bis August 2026 erhobenen und bei der Präsentation vorgestellten Daten bleiben Besucher durchschnittlich 8,3 Nächte auf Curaçao. Die täglichen Ausgaben liegen bei rund 270 US-Dollar pro Gast, die Gesamtausgaben pro Reise bei etwa 2.300 US-Dollar.

54 Prozent der Gäste übernachten in Resort-Hotels, 46 Prozent in Villen, Apartments und anderen Unterkünften. Innerhalb der Resort-Unterkünfte entfallen 42 Prozent auf All-inclusive-Anlagen, 37 Prozent auf große und 21 Prozent auf kleinere Hotels.

31 Prozent der Besucher nutzen Online-Buchungsplattformen, 23 Prozent Reisebüros und weitere 23 Prozent buchen direkt über Fluggesellschaften. Gerade bei einer Langstreckendestination mit unterschiedlichen Flug- und Unterkunftsmöglichkeiten kann professionelle Beratung einen konkreten Mehrwert schaffen.

70 Prozent der Besucher kommen erstmals nach Curaçao, 30 Prozent sind Wiederholungsbesucher. Der bei der Präsentation genannte Net Promoter Score von 68 und eine Empfehlungsrate von 72 Prozent weisen ebenfalls auf eine positive Besuchererfahrung hin.

4.000 neue Zimmer bis 2027 geplant

Curaçao verfügt nach den präsentierten Informationen über rund 6.500 Hotelzimmer. Zusammen mit Villen, Apartments und anderen Unterkünften erreicht die Kapazität etwa 10.500 Zimmer.

Bis 2027 sollen rund 4.000 neue Zimmer entwickelt werden. Zu den vorgestellten Projekten gehören ein TUI Blue mit rund 300 Zimmern, das ebenfalls rund 300 Zimmer umfassende Pyrmont Autograph sowie das sich in Entwicklung befindende Epic Curaçao.

Die Investitionen zeigen das Vertrauen in die Zukunft der Insel, bringen aber auch Verantwortung mit sich. Curaçaos eigentliches Kapital sind nicht allein seine Hotels, sondern ebenso Meer, Korallen, Natur, Kultur und Menschen. Werden diese Grundlagen beschädigt, können zusätzliche Hotelzimmer und Flugverbindungen den Verlust nicht ausgleichen.

„Travel with Love“ verbindet Gäste und Insel

Besonders beeindruckt hat mich bei der Präsentation der Ansatz „Travel with Love“. Er versteht Besucher als Gäste, die eine Verbindung zum Leben auf der Insel aufbauen und etwas Positives hinterlassen können.

„Carry the Love“ ermutigt dazu, wiederverwendbare Wasserflaschen, Taschen, Kaffeebecher und Besteck mitzubringen und so Abfall zu vermeiden. „Connect with Love“ fördert Kontakte zwischen Einheimischen und Besuchern, etwa indem einheimische Kinder und Kinder von Urlaubern einander kennenlernen und gemeinsam spielen.

„Volunteer with Love“ ermöglicht es Besuchern, sich während ihres Urlaubs ehrenamtlich zu engagieren und lokale Organisationen in Bereichen wie Bildung, Kultur, Kunst, gesellschaftliche Solidarität, Umwelt, Landwirtschaft und Tierschutz zu unterstützen.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Besucher nehmen Fotos und Erinnerungen mit, können aber zugleich einen Teil ihrer Zeit, ihres Wissens oder ihrer Arbeitskraft auf der Insel zurücklassen.

Curaçao muss man auch fühlen

Die Einladung Curaçaos ist denkbar einfach: „Feel it for yourself“ – kommen Sie und erleben Sie es selbst.

Nach meiner Zeit auf der Insel verstehe ich besser, was damit gemeint ist. Der Reiz Curaçaos liegt nicht nur in der Farbe des Meeres, sondern ebenso in seinen Straßen, seinen Menschen und dem Miteinander unterschiedlicher Kulturen.

Curaçaos Erfolg sollte deshalb künftig nicht allein daran gemessen werden, ob die Marke von einer Million Besuchern erreicht wird. Entscheidend ist auch, welchen Nutzen das Wachstum der einheimischen Bevölkerung bringt, wie gut die Natur geschützt wird und ob die Insel ihre unverwechselbare Identität bewahren kann.

Ich verlasse Curaçao mit der Freude, eine wunderschöne Karibikinsel kennengelernt zu haben, und mit einem Gedanken über die Zukunft des Tourismus: Zu einer Reise sollte nicht nur gehören, die besuchten Orte zu lieben, sondern sie auch zu respektieren, eine Verbindung zu ihren Menschen aufzubauen und etwas Gutes zu hinterlassen.

Hüseyin Baraner

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von Tourexpi


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