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Brasilien: Deutsche Gästezahlen steigen um 16,66 Prozent
Von Januar bis Juli 2026 erreichte Brasilien bei deutschen Besuchern das höchste Volumen seit 2014 – besonders stark wächst der Nordosten
Brasilien: Deutsche Gästezahlen steigen um 16,66 Prozent

Brasilien verzeichnet eine deutlich steigende Nachfrage aus Deutschland. Zwischen Januar und Juli 2026 nahm die Zahl deutscher Besucher gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,66 Prozent zu. Damit erreichte der Markt in den ersten sieben Monaten eines Jahres sein höchstes Volumen seit 2014. Auch im Juli setzte sich die Entwicklung fort: Die Zahl deutscher Gäste lag 13,23 Prozent über dem Vorjahresmonat und erreichte den höchsten Juli-Wert seit 2017.

Deutschland war in den ersten sieben Monaten 2026 der achtgrößte internationale Herkunftsmarkt Brasiliens. Innerhalb Europas lag die Bundesrepublik hinter Portugal und Frankreich auf Rang drei. Das Wachstum übertraf mit 16,66 Prozent zugleich den europäischen Durchschnitt von 15,49 Prozent. Deutsche stellten 12,3 Prozent aller europäischen Brasilien-Besucher. Die Zahlen stammen von der brasilianischen Tourismusbehörde Embratur, dem Tourismusministerium und der Bundespolizei.

Nordosten gewinnt überdurchschnittlich

Nicht alle deutschen Gäste konzentrieren sich auf die klassischen Ziele São Paulo und Rio de Janeiro. Etwa jeder vierte Besucher aus Deutschland reiste zwischen Januar und Juli zu Zielen außerhalb dieser Achse.

Besonders stark entwickelte sich der Nordosten des Landes. Dort stiegen die deutschen Besucherzahlen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 21,4 Prozent und damit stärker als im brasilianischen Gesamtmarkt aus Deutschland.

Ceará entwickelte sich im Berichtszeitraum zum viertbeliebtesten brasilianischen Reiseziel deutscher Gäste. Auch Bahia, Pernambuco und Rio Grande do Norte gehören zu den gefragten Bundesstaaten im Nordosten. Landesweit bleibt São Paulo wichtigster Einreisepunkt vor Rio de Janeiro und Paraná.

„Der internationale Tourismus in Brasilien befindet sich auf Wachstumskurs, und die Entwicklung des deutschen Marktes reiht sich in diesen Trend ein“, erklärt Embratur-Präsident Bruno Reis. Der Ausbau der Flugverbindungen und die Vermarktung brasilianischer Reiseziele stärkten die Verbindungen zwischen beiden Ländern. „Auch das Reiseprofil der deutschen Gäste passt gut zur Vielfalt des brasilianischen Angebots: Sie interessieren sich besonders für Natur-, Kultur- und kulinarische Erlebnisse – Segmente, die viele Reiseziele und touristische Angebote des Landes miteinander verbinden.“

Flugkapazität wächst um 18 Prozent

Parallel zur Nachfrage wächst das Flugangebot zwischen Deutschland und Brasilien. Für das Gesamtjahr 2026 sind 1.217 Flüge mit insgesamt 424.619 Sitzplätzen vorgesehen.

Gegenüber 2025 entspricht dies einem Zuwachs von 22,4 Prozent bei der Zahl der Flüge und von 18 Prozent bei der angebotenen Sitzplatzkapazität. Lufthansa und LATAM bedienen Direktverbindungen, die sich auf Frankfurt konzentrieren.

Aus anderen deutschen Städten bestehen zudem Umsteigeverbindungen über europäische Drehkreuze, unter anderem mit TAP, KLM, Swiss und Air France.

Natur und Abenteuer wichtiger als der Strand

Auch beim Reiseverhalten unterscheiden sich deutsche Brasilien-Gäste vom Durchschnitt der deutschen Auslandsurlauber. Pro Brasilien-Reise geben sie durchschnittlich 1.907 US-Dollar beziehungsweise rund 1.634 Euro aus. Das sind 23 Prozent mehr als der Durchschnitt von 1.545 US-Dollar oder etwa 1.324 Euro bei internationalen Reisen deutscher Gäste insgesamt.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Brasilien beträgt 12,8 Nächte. Auffällig ist dabei die Bedeutung von Naturerlebnissen. Während Sonne und Strand bei 52 Prozent aller internationalen Freizeitreisen der Deutschen als Hauptmotiv genannt werden, stehen bei Brasilien-Reisenden Ökotourismus, Natur und Abenteuer mit 44 Prozent an erster Stelle. Kulturelle Interessen folgen mit 29 Prozent.

Damit profitiert Brasilien von einem Reiseprofil, das neben den bekannten Metropolen und Küstenorten auch Nationalparks, Naturregionen und weniger etablierte internationale Ziele erschließt.

Brasilien nähert sich der Marke von sechs Millionen Gästen

Insgesamt empfing Brasilien zwischen Januar und Juli 2026 rund 5,87 Millionen internationale Besucher. Nach Angaben der brasilianischen Behörden ist dies der zweithöchste Wert in der Geschichte des Landes für diesen Zeitraum.

Die Zahl der auf dem Luftweg eingereisten internationalen Gäste stieg gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent. Flugreisende machten 68 Prozent aller internationalen Ankünfte aus.

Im Juli erhöhte sich die Zahl der Einreisen über brasilianische Flughäfen nochmals um 2,7 Prozent. Ihr Anteil an allen internationalen Besucherankünften erreichte in diesem Monat 77,8 Prozent.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von Embratur


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