Tourexpi
In
Zeiten des Fachkräftemangels entscheiden immer häufiger die Rahmenbedingungen
über die Attraktivität eines Arbeitgebers. Neben flexiblen Arbeitsmodellen,
Nachhaltigkeitsstrategien und Zusatzleistungen gewinnen auch Geschäftsreisen an
Bedeutung. Was lange als rein administratives Regelwerk galt, entwickelt sich
zunehmend zu einem sichtbaren Ausdruck von Unternehmenskultur: Die Travel
Policy wird zum Teil der Arbeitgebermarke.
„Geschäftsreisen
sind längst mehr als ein organisatorisches Muss. Sie spiegeln die Haltung eines
Unternehmens gegenüber seinen Mitarbeitenden wider“, sagt Markus Orth, Mitglied
der Initiative Chefsache Business Travel und Geschäftsführer von Lufthansa City
Center.
Von
der Kostenkontrolle zum Kulturmerkmal
Der
Vergleich liegt nahe: Zwei Arbeitgeber bieten ähnliche Positionen und
vergleichbare Vergütung. Der Unterschied zeigt sich im Detail. Während
klassische Reiserichtlinien vor allem auf Standardisierung und Kostenkontrolle
ausgerichtet sind, setzen moderne Konzepte auf Flexibilität, Nachhaltigkeit und
individuelle Wahlmöglichkeiten. Flexible Buchungsoptionen, Bleisure-Modelle
oder digitale Services signalisieren Wertschätzung und Vertrauen – Faktoren,
die für viele Bewerberinnen und Bewerber inzwischen ausschlaggebend sind.
Travel
Policies werden damit zu einem strategischen Instrument im Employer Branding.
Sie machen sichtbar, wie ernst ein Unternehmen die Bedürfnisse seiner
Mitarbeitenden nimmt und wie konsequent es neue Arbeitsrealitäten abbildet.
Unterschiedliche
Generationen, unterschiedliche Erwartungen
Die
Erwartungen an Geschäftsreisen variieren deutlich zwischen den Generationen.
Die Generation Z legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, digitale Tools und
flexible Gestaltungsmöglichkeiten. Millennials achten stärker auf Effizienz,
Work-Life-Balance und zusätzliche Mehrwerte, etwa durch Loyalitätsprogramme.
Für die Generation X stehen Komfort, Verlässlichkeit und hochwertige Services
im Vordergrund.
Moderne
Travel Management Companies reagieren auf diese Vielfalt mit modularen
Policy-Frameworks, die unterschiedliche Bedürfnisse innerhalb eines
Unternehmens berücksichtigen können. „Geschäftsreisen werden so
individualisierbar, ohne an Transparenz oder Steuerbarkeit zu verlieren“, so
Orth.
Geschäftsreisen
als Teil der Arbeitgebermarke
Mit
diesem Wandel verändert sich auch die Rolle der Travel Management Companies.
Sie agieren zunehmend als strategische Partner an der Schnittstelle von HR,
Finance und IT. Ihr Beitrag reicht über Kostenmanagement hinaus und zielt
darauf ab, Arbeitgebermarken zu schärfen, Talente zu gewinnen und Mitarbeitende
langfristig zu binden.
Ein
aktueller Beleg für diese Entwicklung ist der „Changing Traveller Report 2025“
von SiteMinder. Die Studie basiert auf mehr als 12.000 Befragten aus 14 Ländern
und zeigt, dass insbesondere die Generation Z und Millennials Geschäftsreisen
zunehmend mit persönlichen Erlebnissen verbinden. Für Deutschland ist dieser
Trend besonders relevant: Rund 52 Prozent der Gen Z und 35 Prozent der
Millennials planen, Arbeit und Urlaub zu kombinieren. Workation- und
Bleisure-Modelle gewinnen damit deutlich an Bedeutung.
Technologie
als entscheidender Hebel
Ein
zentraler Faktor für attraktive Geschäftsreisen ist die technologische
Umsetzung. Die Integration moderner TMC-Lösungen in bestehende HR-, Buchungs-
und Abrechnungssysteme vereinfacht Prozesse und ermöglicht zugleich
individuellere Reiseerlebnisse. Transparente Kostenübersichten, flexible
Buchungsoptionen und personalisierte Services wirken sich direkt auf
Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden aus.
Gleichzeitig
steigen die Erwartungen an Benutzerfreundlichkeit. Geschäftsreisende erwarten
heute intuitive, mobil nutzbare Plattformen mit klaren Preisangaben und
flexiblen Zahlungsoptionen. „Unternehmen, die moderne Technologie gezielt
einsetzen, verschaffen sich nicht nur operative Vorteile, sondern positionieren
sich auch als zeitgemäße, attraktive Arbeitgeber“, betont Orth.
Reiserichtlinien
auf dem Prüfstand
Vor
diesem Hintergrund empfiehlt Markus Orth Unternehmen, ihre bestehenden Travel
Policies regelmäßig zu überprüfen. Entscheidend ist, ob digitale Buchungen
einfach möglich sind, Kosten und Erstattungsregeln klar kommuniziert werden und
ausreichend Spielraum für individuelle Präferenzen besteht. Ebenso relevant
ist, ob Bleisure-Optionen unkompliziert umgesetzt werden können, nachhaltige
Alternativen aktiv gefördert werden und Abrechnungsprozesse schnell und
unbürokratisch ablaufen. Nicht zuletzt sollte eine zeitgemäße Travel Policy die
unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen berücksichtigen.
Unternehmen,
die ihre Reiserichtlinien strategisch weiterentwickeln und dabei auf die
Expertise erfahrener Travel Management Companies setzen, stärken ihre Position
im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte – und machen Geschäftsreisen zu einem
echten Pluspunkt der Arbeitgebermarke.
Bildnachweis:
© AA
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