Urlaubsmodus macht Reisende anfälliger für Betrug - Wissen, was im Tourismus los ist!



Deutschland
Urlaubsmodus macht Reisende anfälliger für Betrug
38 Prozent denken bei Reiseplanung und Urlaub weniger an Betrugsversuche – im Schnitt verloren Betroffene laut Booking.com-Umfrage 243 Euro
Urlaubsmodus macht Reisende anfälliger für Betrug

Mit dem Urlaub beginnt für viele Deutsche auch das mentale Abschalten. Das kann allerdings unerwünschte Folgen haben: 38 Prozent denken bei der Planung einer Reise oder während des Urlaubs weniger über mögliche Betrugsversuche nach. Unter den 18- bis 34-Jährigen steigt der Anteil auf 42 Prozent. Das zeigt eine von Booking.com in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage unter 1.000 Erwachsenen in Deutschland.

Zwölf Prozent der Befragten glauben, bereits Opfer einer reisebezogenen Betrugsmasche geworden zu sein. Bei Betrugsfällen ohne Zusammenhang mit Reisen liegt der Anteil mit 28 Prozent deutlich höher. Wer im Urlaub betroffen war, verlor im Durchschnitt rund 243 Euro.

Gefälschte Souvenirs und dubiose Taxifahrten

Die Betrugsversuche begegnen Urlaubern nicht nur bei der Online-Buchung. 17 Prozent der Befragten nennen gefälschte Waren oder Souvenirs, zwölf Prozent betrügerische Taxi-Angebote. Neun Prozent berichten von gefälschten Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten und acht Prozent von falschen Kundenservice-Kontakten.

Norman Ladig, Regional Manager DACH bei Booking.com, warnt deshalb davor, Betrugsrisiken lediglich mit dem Buchungsvorgang in Verbindung zu bringen: „Betrugsmaschen im Reisebereich beginnen und enden nicht mit der Buchung eines Urlaubs. Von der Planung einer Reise über die Ankunft am Reiseziel bis hin zur Erkundung des Angebots vor Ort gibt es für Betrüger während der gesamten Reise Gelegenheiten, Urlauber ins Visier zu nehmen.“

Junge Reisende gehen größere Online-Risiken ein

Besonders auffällig ist das Verhalten der jüngeren Urlauber. Unter den 18- bis 34-Jährigen geben 20 Prozent an, die URL einer Website nicht zu überprüfen. 17 Prozent folgen einem Link in sozialen Medien, um eine Buchung vorzunehmen.

Über alle Altersgruppen hinweg haben 16 Prozent bereits auf ein Urlaubsangebot geklickt, obwohl es ihnen eigentlich zu günstig erschien, um wahr zu sein. Gleichzeitig halten 28 Prozent eine Online-Urlaubsbuchung für weniger riskant als andere Aktivitäten im Internet.

Größere Sorgen bereiten den Deutschen gefälschte Produkte mit 46 Prozent, Betrug beim Online-Shopping mit 39 Prozent und gefälschte SMS oder Textnachrichten mit 38 Prozent. Dating-Betrug erreicht 36 Prozent, Online-Banking-Betrug 27 Prozent.

Selbstvertrauen schützt nicht unbedingt vor Betrug

Ein bemerkenswerter Widerspruch zeigt sich bei jüngeren Reisenden. 35 Prozent der 18- bis 34-Jährigen sind überzeugt, Betrugsmaschen erkennen zu können. Damit ist ihr Selbstvertrauen höher als bei den 35- bis 54-Jährigen mit 28 Prozent und den Befragten ab 55 Jahren mit 16 Prozent.

Gleichzeitig berichten gerade die Jüngeren besonders häufig von negativen Erfahrungen. 23 Prozent der 18- bis 34-Jährigen geben an, bereits Opfer eines reisebezogenen Betrugs geworden zu sein. Bei den 35- bis 54-Jährigen sind es 13 Prozent.

Auch zwischen Männern und Frauen zeigen sich Unterschiede. 30 Prozent der Männer glauben, einen Betrug erkennen zu können, gegenüber 18 Prozent der Frauen. 26 Prozent der Männer halten es zudem für unwahrscheinlich, selbst Opfer zu werden; bei den Frauen sind es 15 Prozent. Dennoch berichten 16 Prozent der Männer von einem bereits erlebten Reisebetrug, gegenüber neun Prozent der Frauen.

Betrugsmaschen werden raffinierter

Mehr als die Hälfte der Befragten bereitet sich nach eigenen Angaben auf mögliche Risiken vor. 55 Prozent informieren sich vor einer Reise gezielt über Betrugsmaschen. Insgesamt glaubt jedoch nur jeder Vierte, einen Betrugsversuch erkennen zu können.

Gleichzeitig sind sich 81 Prozent der Befragten darin einig, dass Betrugsmaschen zunehmend raffinierter werden.

„Da Betrugsmaschen immer ausgefeilter werden, ist es für Reisende wichtiger denn je, beispielsweise vor einer Zahlung kurz innezuhalten, noch einmal genau zu prüfen, mit wem sie kommunizieren, und möglichst auf vertrauenswürdige Plattformen und Anbieter zu setzen“, sagt Ladig.

Links, QR-Codes und Zahlungsaufforderungen prüfen

Booking.com empfiehlt Reisenden unter anderem, bei ungewöhnlich günstigen Angeboten skeptisch zu bleiben und Preise sowie Bewertungen zu vergleichen. Eintrittskarten sollten möglichst direkt bei Sehenswürdigkeiten oder autorisierten Anbietern gekauft und Internetadressen vor einer Zahlung überprüft werden.

Bei Kontakten mit einem Kundenservice sollten Urlauber die offizielle Website oder App des jeweiligen Unternehmens verwenden. Besondere Vorsicht empfiehlt sich bei unerwarteten Links und öffentlich zugänglichen QR-Codes sowie bei Zahlungsaufforderungen, die mit Zeitdruck verbunden sind oder zum Wechsel auf einen anderen Messenger auffordern.

Grundlage der Ergebnisse ist eine Online-Befragung von 1.000 Erwachsenen in Deutschland. Das Marktforschungsinstitut Opinium führte sie vom 4. bis 12. August 2026 durch. Die Ergebnisse wurden gewichtet, um die deutsche erwachsene Bevölkerung repräsentativ abzubilden.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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