Tourexpi
Das
UNESCO-Welterbe und das Immaterielle Kulturerbe prägen Südbayern in großer
thematischer Bandbreite. Neben international bekannten Sehenswürdigkeiten
finden sich weniger bekannte, aber ebenso eindrucksvolle Orte, an denen
Geschichte, Natur und gelebte Tradition ineinandergreifen. Auf der Reisemesse
CMT in Stuttgart stellten die Tourismusverbände Allgäu/Bayerisch-Schwaben und
Oberbayern diese Vielfalt vor und zeigten, wie sich Kultur- und Naturerlebnis
miteinander verbinden lassen.
Weltbekannte
Ikonen und verborgene Schätze
Dass
die Königsschlösser Linderhof, Herrenchiemsee und Neuschwanstein seit Kurzem
zum UNESCO-Welterbe zählen, überrascht angesichts ihrer Besucherzahlen kaum.
Weniger bekannt ist, dass in Augsburg die ältesten Wassertürme Europas stehen
oder dass der Meteoritenkrater Ries seit Jahrzehnten als Trainingsort für
Astronautinnen und Astronauten dient. Während die Wieskirche weithin sichtbar
auf einem Hügel im Pfaffenwinkel thront, liegen die prähistorischen Pfahlbauten
der Roseninsel verborgen unter der Wasseroberfläche des Starnberger Sees.
Immaterielles
Kulturerbe als lebendige Praxis
Am
Beispiel Bad Hindelang wurde auf der CMT auch die Bedeutung des Immateriellen
Kulturerbes verdeutlicht. Der Ort, der kürzlich von den Vereinten Nationen als
eines der „Best Tourism Villages 2025“ ausgezeichnet wurde, vereint mit der
Allgäuer Alpwirtschaft und der Kneippschen Gesundheitslehre gleich zwei
Einträge auf der UNESCO-Liste. Daneben zählen in Süddeutschland weitere
Traditionen zum Immateriellen Kulturerbe, darunter die Braukunst nach dem
Reinheitsgebot, Pferdeumritte wie die Tölzer Leonhardifahrt, die historische
Flößerei auf der Isar oder das Augsburger Friedensfest.
UNESCO
Global Geopark Ries: Forschung und Erlebnis
Der
UNESCO Global Geopark Ries in Bayerisch-Schwaben beeindruckt durch den am
besten erhaltenen Einschlagskrater Europas. Als sogenannte „Sphinx der
Geologie“ leitete der Rieskrater einen Paradigmenwechsel in den
Geowissenschaften ein und zieht bis heute internationale Forschung an. „Sie
lernen hier, sich auf ihre Außenbordeinsätze vorzubereiten und die richtigen
Gesteine einzusammeln. Die Region dient nationaler und internationaler
Forschung“, sagt Heike Burkhardt, Leiterin des Geoparks Ries. Zertifizierte
Führungen, Themenwanderwege und Radstrecken ermöglichen eine intensive
Annäherung an die kosmische Entstehungsgeschichte der Region.
Augsburger
Wassermanagement-System: Technikgeschichte des Wassers
Ein
einzigartiges Zusammenspiel aus Technik, Nachhaltigkeit und Kunst verkörpert
das UNESCO-Welterbe „Augsburger Wassermanagement-System“. Seit 2019 gehören 22
Objekte dazu, darunter Monumentalbrunnen, Wasserbauwerke, Trinkwasserwerke,
Kanäle und Kraftwerke. Sie dokumentieren die frühe Trennung von Trink- und
Brauchwasser sowie die nachhaltige Nutzung der Wasserkraft. „Die Komplexität
des Systems mit seinen verschiedenen Objekten und Orten macht es weniger
schnell greifbar als ein einzelnes Denkmal wie ein Schloss“, erklärt Götz Beck,
Leiter der Regio Augsburg. Führungen, Tourenvorschläge und eine Modellkammer
machen die Funktionsweise des Systems anschaulich erlebbar.
Bad
Hindelang: Alpwirtschaft und Kneipp-Tradition
Im
Allgäu lässt sich Immaterielles Kulturerbe unmittelbar erfahren. In Bad
Hindelang stehen rund 80 Prozent der Gemeindefläche unter Landschafts- und
Naturschutz. Die Alpwirtschaft prägt bis heute die Kulturlandschaft, in
denkmalgeschützten Alpgebäuden wird Käse noch handwerklich hergestellt. „Wir
lassen unsere Gäste teilhaben und machen sie zu Einheimischen auf Zeit, etwa
bei Baumpflanzaktionen oder Kässpatzenkochen“, sagt Tourismusleiter Max
Hillmeier. Ergänzt wird dies durch die Kneippsche Gesundheitslehre, die in Bad
Hindelang seit der Zeit von Prinz Luitpold fest verankert ist.
Königsschlösser
und Kulturlandschaften in Oberbayern
Schloss
Linderhof liegt eingebettet im Naturpark Ammergauer Alpen und war das einzige
Schloss, das König Ludwig II. selbst bewohnte. Mit dem Schlosspark und der 2025
wiedereröffneten Venusgrotte bildet es einen kulturellen Schwerpunkt der
Region, ergänzt durch Orte wie das Kloster Ettal oder Oberammergau. Schloss
Herrenchiemsee auf der Herreninsel ist ganzjährig per Schiff erreichbar und
Teil der vielfältigen Kulturlandschaft des Chiemsee-Alpenlands mit Seen, Mooren
und alpinem Vorland.
Archäologie
und Spiritualität zwischen See und Hügeln
Die
Roseninsel im Starnberger See gehört zum UNESCO-Welterbe „Prähistorische
Pfahlbauten rund um die Alpen“. Unter Wasser liegen jungsteinzeitliche
Siedlungsreste, an Land verbinden sich Natur, Archäologie und königliche
Geschichte. Die Wieskirche im Pfaffenwinkel wiederum ist seit über 40 Jahren
UNESCO-Welterbe und zugleich lebendiger Wallfahrtsort. Als Meisterwerk des
bayerischen Rokoko zieht sie Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an und
liegt eingebettet in eine sanfte Kulturlandschaft, die sich auch wandernd oder
radelnd erschließen lässt.
Weitere
Informationen bieten die Tourismusverbände auf der CMT in Stuttgart in Halle
6/D11 für Oberbayern, Halle 6/E11 für Allgäu/Bayerisch-Schwaben sowie Halle
6/B23 für das Ferienland Donauries und den Geopark Ries.
Bildnachweis:
© Bad Hindelang
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