TUI-Chef Ebel fordert mehr Tempo für Wachstum und Innovation in Europa - Wissen, was im Tourismus los ist!



Deutschland
TUI-Chef Ebel fordert mehr Tempo für Wachstum und Innovation in Europa
Beim Innovationsgipfel in Kiel diskutierten rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über KI, Energieversorgung und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
TUI-Chef Ebel fordert mehr Tempo für Wachstum und Innovation in Europa

Deutschland und Europa müssen nach Ansicht von TUI-Chef Sebastian Ebel schneller handeln, um ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Auf einem gemeinsamen Innovations- und Wachstumsgipfel der TUI Group und des Landes Schleswig-Holstein forderte er klare politische Prioritäten, weniger Bürokratie und bessere Bedingungen für Investitionen. Rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen am 26. Oktober an Bord der Mein Schiff Flow im Kieler Hafen zusammen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Herausforderungen einer Wirtschaft, die sich zugleich technologisch erneuern, ihre Energieversorgung umbauen und internationale Wettbewerbsnachteile überwinden muss. Diskutiert wurden insbesondere Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, leistungsfähige Stromnetze und nachhaltige Mobilität. Gastgeber waren neben Ebel der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Digitalisierungsminister Dirk Schrödter.

Die Diskussion fand vor dem Hintergrund schwacher Wachstumsaussichten statt. Nach den von TUI angeführten Prognosen des Sachverständigenrats wird für Deutschland zwischen 2026 und 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von lediglich rund 0,6 Prozent erwartet. Hohe Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren und ein erheblicher Modernisierungsbedarf bei der Infrastruktur erschweren aus Sicht der Teilnehmer zusätzliche Investitionen. Zugleich wächst der internationale Wettbewerb um technologische Führungspositionen.

Weniger Bürokratie, gezieltere Investitionen

Sebastian Ebel sprach sich dafür aus, die wirtschaftspolitische Debatte stärker auf konkrete Maßnahmen auszurichten. „Wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu erklären, was alles nicht funktioniert. Deutschland hat starke Unternehmen, einen leistungsfähigen Mittelstand, gute Hochschulen und Menschen, die etwas bewegen wollen. Was uns fehlt, ist ein echter Plan und der Wille, ihn umzusetzen.“

Zu den von Ebel genannten Handlungsfeldern gehören schnellere Genehmigungsverfahren, der Abbau bürokratischer Hürden, gezielte Investitionen in Schlüsselindustrien und eine stärkere Förderung technischer Kompetenzen. Auch international wettbewerbsfähige Energiekosten seien eine Voraussetzung dafür, dass Unternehmen langfristig in Deutschland und Europa investieren.

Als Vergleich verwies der TUI-Chef auf China und Dänemark. Während China Forschung und Entwicklung in großem Umfang fördere und erhebliche Mittel in Zukunftstechnologien investiere, zeige Dänemark beim Ausbau erneuerbarer Energien und intelligenter Stromnetze, wie sich politische Ziele mit einer konsequenten Umsetzung verbinden lassen.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen stellte die Energiepolitik seines Bundeslandes als Beispiel für eine stärkere Verknüpfung von Standortentwicklung und erneuerbaren Energien vor. Schleswig-Holstein produziere mehr erneuerbaren Strom, als es selbst verbrauche, und bemühe sich darum, energieintensive Industrie dort anzusiedeln, wo entsprechende Kapazitäten vorhanden seien.

Künstliche Intelligenz und digitale Unabhängigkeit

Ein weiterer Schwerpunkt des Gipfels war die Frage, wie Europa die wirtschaftlichen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz nutzen kann, ohne bei entscheidenden Technologien dauerhaft von außereuropäischen Anbietern abhängig zu werden.

Dabei ging es nicht allein um die Entwicklung und Anwendung neuer KI-Systeme, sondern auch um die Kontrolle über Daten, digitale Infrastruktur und technische Standards. Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter warb in diesem Zusammenhang für offene Technologien.

„Digitale Souveränität ist keine Frage der Abschottung, sondern eine Frage der Gestaltungsfähigkeit. Wenn Europa bei Schlüsseltechnologien dauerhaft nur Kunde bleibt, entscheiden andere über unsere Wettbewerbsfähigkeit.“

Schrödter sieht insbesondere in Open-Source-Technologien eine Möglichkeit, die Kontrolle über digitale Systeme zu stärken und zugleich zusätzliche Wertschöpfung in Europa zu ermöglichen.

Energie und Mobilität als Zukunftsaufgaben

Am Nachmittag beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Modernisierung der Energieversorgung und der Entwicklung nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Vertreter aus der Energie- und Ladeinfrastrukturbranche diskutierten über dezentrale Stromnetze, flexible Versorgungssysteme und die Voraussetzungen für eine schnellere Elektrifizierung.

Auch die Tourismuswirtschaft war unmittelbar vertreten. TUI-Cruises-Chefin Wybcke Meyer diskutierte gemeinsam mit Vertretern von Mercedes-Benz und dem Energieunternehmen Biocirc darüber, wie neue Technologien und alternative Kraftstoffe dazu beitragen können, Mobilität langfristig wirtschaftlich und nachhaltiger zu gestalten.

Für TUI sind diese Fragen von besonderer Bedeutung. Der Konzern betreibt Fluggesellschaften, Kreuzfahrtschiffe, Hotels und touristische Dienstleistungen und ist damit sowohl von der Entwicklung der Energiepreise als auch von technologischen Veränderungen unmittelbar betroffen. Investitionen in effizientere Verkehrsmittel und digitale Prozesse beeinflussen die Kostenstruktur und die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Ebel betonte zum Abschluss, dass die Verantwortung für wirtschaftliche Erneuerung nicht allein bei der Politik liege. „Heute geht es nicht um Wunschzettel an die Politik. Unternehmen und Staat müssen beide liefern. Wir als TUI investieren in KI, in effizientere Schiffe und Flugzeuge und in die Destinationen, in denen wir arbeiten. Was wir von der Politik erwarten, sind verlässliche Rahmenbedingungen und Entscheidungen, die Wachstum ermöglichen.“

Mit dem erstmals veranstalteten Gipfel wollen TUI und Schleswig-Holstein den Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Politik über konkrete wirtschaftliche Prioritäten stärken. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich technologische Innovationen, Investitionsbereitschaft und politische Rahmenbedingungen besser miteinander verbinden lassen.

Bildnachweis: © TUI AG


Unsere Webseite ist auf allen Computern und mobilen Geräten gut nutzbar.
Tourexpi, turizm haberleri, Reisebüros, tourism news, noticias de turismo, Tourismus Nachrichten, новости туризма, travel tourism news, international tourism news, Urlaub, urlaub in der türkei, день отдыха, holidays in Turkey, Отдых в Турции, global tourism news, dünya turizm, dünya turizm haberleri, Seyahat Acentası,