Studie: Bayerns Heilbäder erwirtschaften 5,6 Milliarden Euro pro Jahr - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Studie: Bayerns Heilbäder erwirtschaften 5,6 Milliarden Euro pro Jahr
Neue dwif-Analyse belegt die wirtschaftliche Bedeutung der Heilbäder und Kurorte und unterstreicht ihre Rolle für Prävention und regionale Entwicklung
Studie: Bayerns Heilbäder erwirtschaften 5,6 Milliarden Euro pro Jahr

Bayerns Heilbäder und Kurorte sind nicht nur beliebte Reiseziele, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) hervor, die im Rahmen der Frühjahrstagung des Bayerischen Heilbäder-Verbands (BHV) in Oberstdorf vorgestellt wurde. Die Untersuchung zeigt, dass der Gesundheitstourismus jährlich Milliardenumsätze generiert, zehntausende Arbeitsplätze sichert und zahlreiche Wirtschaftsbereiche im Freistaat stärkt.

Milliardenumsätze und hohe Wertschöpfung

Nach den Ergebnissen der Studie erwirtschaften die rund 70 Heilbäder, Kurbetriebe und Kurorte in Bayern jedes Jahr einen touristischen Gesamtumsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die daraus resultierende touristische Wertschöpfung beläuft sich auf knapp 2,9 Milliarden Euro und sichert rechnerisch das Einkommen von mehr als 86.000 Menschen.

Auch die langfristige Entwicklung fällt positiv aus. Seit 2015 ist der touristische Gesamtumsatz um rund 24 Prozent gestiegen, während die Wertschöpfung im gleichen Zeitraum um mehr als 20 Prozent zulegte. Insgesamt verzeichnen Bayerns Heilbäder und Kurorte jährlich fast 80 Millionen Aufenthaltstage.

„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll: Unsere Heilbäder sind nicht nur Gesundheitsorte, sondern zentrale Wirtschaftsfaktoren für den ländlichen Raum“, sagt Landrat Peter Berek, Präsident des Bayerischen Heilbäder-Verbands. „Sie schaffen Arbeitsplätze, sichern Einkommen und stabilisieren ganze Regionen.“

Gesundheitstourismus stärkt zahlreiche Branchen

Von den touristischen Ausgaben profitieren weit mehr als Hotels und Kureinrichtungen. Nach Angaben des BHV wirkt der Gesundheitstourismus als klassische Querschnittsbranche, von der unter anderem Gastronomie, Einzelhandel und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen profitieren.

Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Umsatzentwicklung. Im Gastgewerbe stiegen die Erlöse seit 2015 um rund 25 Prozent, im Dienstleistungssektor sogar um mehr als 27 Prozent. Darüber hinaus entstehen laut Studie jährlich rund 520 Millionen Euro an Steueraufkommen aus Mehrwert- und Einkommensteuer.

„Jeder Euro, der in Prävention, Gesundheitstourismus und Infrastruktur investiert wird, kommt mehrfach zurück – für Kommunen, Unternehmen und den Staat“, sagt BHV-Geschäftsführer Frank Oette.

Verband fordert stärkere Verankerung der Prävention

Vor dem Hintergrund der Studienergebnisse spricht sich der Bayerische Heilbäder-Verband dafür aus, Prävention stärker in der Gesundheits- und Wirtschaftspolitik zu verankern. Angesichts der demografischen Entwicklung und steigender Gesundheitskosten könnten Heilbäder und Kurorte einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stabilisierung des Gesundheitssystems leisten.

„Wir haben die Infrastruktur, die Kompetenz und die Nachfrage“, betont Peter Berek. „Jetzt braucht es den politischen Willen, Prävention konsequent zu stärken – das ist nicht nur gesundheitspolitisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch klug.“

Heilbäder als Zukunftsstandorte

Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung tragen die Heilbäder nach Einschätzung des Verbands auch wesentlich zur Lebensqualität in den Regionen bei. Touristische Einnahmen ermöglichen Investitionen in Infrastruktur, sichern öffentliche Angebote und erhöhen die Attraktivität der Kurorte sowohl für Gäste als auch für die einheimische Bevölkerung.

„Heilbäder sind Ankerpunkte für Entwicklung. Sie verbinden Gesundheit, Tourismus und Wirtschaftskraft – und genau das macht sie so wertvoll für die Zukunft Bayerns“, sagt Tobias Kurz, stellvertretender BHV-Vorsitzender und Bürgermeister des Kurorts Bad Füssing.

Für die kommenden Jahre will der Verband seine strategische Ausrichtung konsequent fortsetzen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Prävention, Resilienz und Longevity sowie wissenschaftlich fundierte Naturheilverfahren und innovative Gesundheitsangebote, die sich mit modernen Lebens- und Arbeitswelten verbinden lassen.

Oberstdorf investiert in die Zukunft des Gesundheitstourismus

Die Frühjahrstagung fand bewusst in Oberstdorf statt. Der Allgäuer Kurort gilt seit der Eröffnung seiner neuen Therme zu Beginn des Jahres als eines der bedeutendsten Zukunftsprojekte im deutschen Gesundheitstourismus. Rund 50 Millionen Euro wurden in die neue Anlage investiert.

„Oberstdorf setzt bewusst und beispielhaft auf Gesundheit als Ganzjahresstrategie und hochwertigen Qualitätstourismus“, sagt Peter Berek. Nach Ansicht des Verbands zeigt das Projekt, wie gezielte Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Heilbäder langfristig stärken können.

Bildnachweis: © BHV


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