Intelligenter Klimaschutz im Tourismus: Wirkung statt Versprechen - Wissen, was im Tourismus los ist!



Deutschland
Intelligenter Klimaschutz im Tourismus: Wirkung statt Versprechen
Nachhaltigkeitsexperten erläutern, wie Flugreisen, Klimaschutz und Verantwortung zusammengebracht werden können
Intelligenter Klimaschutz im Tourismus: Wirkung statt Versprechen

Nachhaltig reisen wollen viele, auf Flugreisen verzichten jedoch nur wenige. Gleichzeitig sind zahlreiche Destinationen wirtschaftlich auf den Tourismus angewiesen. Für Reiseveranstalter entsteht daraus ein Spannungsfeld zwischen Mobilität, Klimaschutz und Verantwortung gegenüber Natur und Menschen vor Ort. Wie sich dieser Zielkonflikt konstruktiv lösen lässt, darüber sprechen zwei ausgewiesene Nachhaltigkeitsexperten: Benno von der Dovenmühle von myclimate Deutschland und Christian Schröder, verantwortlich für das Nachhaltigkeitsmanagement bei Wikinger Reisen.

Beide vertreten einen Ansatz des intelligenten Klimaschutzes. Gemeint ist eine Form der Flugkompensation, die nicht isoliert auf CO₂-Zahlen blickt, sondern ökologische, soziale und wirtschaftliche Wirkung zusammenführt. Ziel ist es, Emissionen wirksam auszugleichen und gleichzeitig Natur zu schützen sowie Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern.

Flugreisen als zentrale Herausforderung

Aus Sicht der Veranstalter bleibt Klimaschutz im Flugverkehr eine der größten Aufgaben der Branche. Christian Schröder beschreibt die Situation klar: Solange nachhaltiger Flugkraftstoff nicht in ausreichender Menge verfügbar sei, bleibe ein wirksamer Klimaschutzbeitrag die einzige realistische Option, um Emissionen zu adressieren. Gleichzeitig sei der Tourismus in vielen Ländern des globalen Südens ohne Flugverkehr nicht denkbar.

Wikinger Reisen gleicht deshalb sämtliche Flugemissionen aus und integriert die entsprechenden Beiträge konsequent in den Reisepreis. Das betrifft aktuell rund 48.000 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr. Entscheidend sei dabei nicht das Prinzip der Kompensation an sich, sondern deren Qualität und tatsächliche Wirkung.

Warum Klimaschutzprojekte kritisch gesehen werden

Dass Klimaschutzbeiträge in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend skeptisch betrachtet werden, erklärt Benno von der Dovenmühle mit Erfahrungen aus der Vergangenheit. Ein Teil der Projekte habe die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Fehlende Transparenz, unklare Zusätzlichkeit und uneinheitliche Standards hätten Vertrauen gekostet, verstärkt durch die öffentliche Debatte um Greenwashing.

Gerade deshalb sei es notwendig, den Fokus wieder konsequent auf überprüfbare Wirkung zu legen. Klimaschutzprojekte müssten ökologisch sinnvoll, sozial wirksam und wirtschaftlich tragfähig sein, um langfristig Akzeptanz zu finden.

Qualitätsanspruch statt Symbolpolitik

Auch Wikinger Reisen sieht die Komplexität des Themas. Christian Schröder betont, dass das Unternehmen bewusst nach einem Projekt gesucht habe, das höchsten Ansprüchen genügt. Die Wahl fiel auf ein Projekt zur Bereitstellung sauberer Trinkwassersysteme für Schulen und Haushalte in Uganda.

Dort wird ein erheblicher Teil des Trinkwassers abgekocht oder gar nicht behandelt. Das Abkochen erfordert große Mengen Brennholz und trägt wesentlich zur Abholzung bei. Gleichzeitig gefährdet Rauchentwicklung beim Kochen die Gesundheit vieler Menschen. Durch den Einsatz von Wasserfiltern wird Brennholz eingespart, Wald geschützt und die gesundheitliche Situation verbessert.

Mehrdimensionaler Nutzen als Maßstab

Aus Sicht von myclimate zeigt dieses Projekt exemplarisch, was Reisende überzeugt. Es reduziert Emissionen, schützt natürliche Ressourcen und verbessert konkret den Alltag der Menschen. Für Wikinger Reisen war zudem ausschlaggebend, dass das Projekt nach dem Gold Standard zertifiziert ist und mehrere Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen erfüllt.

Christian Schröder sieht darin die Essenz intelligenten Klimaschutzes: Maßnahmen, die nicht nur rechnerisch Emissionen ausgleichen, sondern zugleich einen spürbaren Beitrag für Klima, Natur und menschliche Gesundheit leisten. Genau darin liege die Zukunft glaubwürdiger Nachhaltigkeit im Tourismus.

Bildnachweis: © Dominik Ketz


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