Tourexpi
DB
InfraGO will künftig früher auf angekündigte Extremwetterlagen reagieren. Bei
bevorstehenden Hitzewellen können Aufgabenträger und
Eisenbahnverkehrsunternehmen das Zugangebot vorübergehend reduzieren, um mehr
betriebliche Reserven zu schaffen und die verbleibenden Verbindungen
zuverlässiger fahren zu lassen. Zugleich sollen Fahrgäste früher erfahren, ob
ihr Zug verkehrt oder welche Alternativen zur Verfügung stehen.
Damit
Verkehrsunternehmen Züge ohne zusätzliche finanzielle Belastungen aus dem
Fahrplan nehmen können, setzt DB InfraGO für festgelegte Zeiträume einzelne
Regelungen der Trassennutzungsverträge aus. Dazu gehören unter anderem
Stornokosten. Die Regelung gilt für den Nah- und Fernverkehr ebenso wie für den
Güterverkehr.
Erste
bundesweite Anwendung ab 30. Juli
Erstmals
wird die neue Regelung bundesweit vom 30. Juli bis zunächst 6. August 2026
angewendet. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz
und dem Saarland tritt sie wegen der dort erwarteten Temperaturen bereits am
29. Juli in Kraft.
Die
Entscheidung, tatsächlich weniger Züge einzusetzen, liegt bei den
Aufgabenträgern des Nahverkehrs und den jeweiligen
Eisenbahnverkehrsunternehmen. DB InfraGO schafft dafür lediglich die
vertraglichen Voraussetzungen und gibt Empfehlungen zur Stabilisierung des
Netzes.
Weniger
Züge sollen größere Reserven schaffen
Ein
reduziertes Verkehrsangebot kann dazu beitragen, das Netz in
Belastungssituationen zu entlasten. Wenn weniger Züge gleichzeitig unterwegs
sind, entstehen zusätzliche Reserven bei Strecken, Fahrzeugen, Personal und
Betriebsabläufen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die verbleibenden
Verbindungen planmäßiger verkehren.
Für
die Verkehrsunternehmen bedeutet die frühere Entscheidung zugleich mehr
Planungssicherheit. Sie können Fahrzeuge und Personal rechtzeitig disponieren
und ihre Kundeninformationen vorbereiten. Fahrgäste sollen dadurch nicht erst
kurzfristig am Bahnhof erfahren, dass eine Verbindung ausfällt.
Hitzewelle
im Juni legte Schwachstellen offen
Die
extreme Hitze Ende Juni hatte den Bahnverkehr erheblich beeinträchtigt. Hohe
Temperaturen belasteten sowohl die Infrastruktur als auch die Fahrzeuge und die
Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen. Technische Störungen und betriebliche
Einschränkungen nahmen deutlich zu.
Die
Folgen waren Verspätungen, kurzfristige Zugausfälle und unterbrochene
Reiseketten. Auch der Güterverkehr war betroffen, weil Sendungen ihre Ziele
teilweise nicht rechtzeitig erreichten.
Ab
35 Grad soll früher gehandelt werden
„Aus
diesen Erfahrungen ziehen wir Konsequenzen. Künftig werden wir bei
angekündigten Hitzewellen mit Temperaturen über 35 Grad vorausschauender
handeln. Bereits im Vorfeld werden wir den Eisenbahnverkehrsunternehmen bei
solchen Prognosen empfehlen, bedarfsgerecht Verkehr herauszunehmen. Nur so
sichern wir die Stabilität des Gesamtsystems. Für eine schnelle Reaktionszeit
planen wir ab sofort vorsorglich gemeinsam darauf abgestimmte Angebotskonzepte
mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen im Personenverkehr“, sagt DB-InfraGO-Chef
Philipp Nagl.
Die
neue Regelung soll damit nicht möglichst viele Züge im Fahrplan halten, sondern
unter extremen Bedingungen ein kleineres, dafür verlässlicheres Angebot
ermöglichen. Entscheidend bleibt, wie die Verkehrsunternehmen und
Aufgabenträger die neue Möglichkeit in der Praxis nutzen.
Bildnachweis:
© Mit KI erstellte Illustration
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