Tourexpi
Am
Pier 39 in San Francisco sorgt derzeit ein ungewöhnlicher Bewohner für
Aufsehen. Ein gewaltiger Stellerscher Seelöwe mit dem Spitznamen „Chonkers“ hat
sich unter die deutlich kleineren Kalifornischen Seelöwen gemischt und zieht
seit Wochen die Blicke von Besuchern und Einheimischen gleichermaßen auf sich.
Mit einem Gewicht von über 900 Kilogramm überragt er seine Artgenossen deutlich
und ist zur neuen Attraktion am beliebten Anleger geworden.
Seine
Präsenz bleibt nicht unbemerkt: Fotos und Videos, die zeigen, wie „Chonkers“
sich zwischen den anderen Tieren auf den Holzplattformen niederlässt,
verbreiten sich in sozialen Netzwerken und erreichen tausende Aufrufe.
Gleichzeitig strömen täglich zahlreiche Tierliebhaber an den Pier 39 in
Fisherman’s Wharf, um einen Blick auf den ungewöhnlichen Gast zu erhaschen.
Seltene
Art mit beeindruckenden Dimensionen
„Chonkers“
gehört zu den Stellerschen Seelöwen, einer deutlich größeren und helleren Art
als die in der Bucht üblichen Kalifornischen Seelöwen. Während letztere selten
mehr als 380 Kilogramm wiegen und etwa 2,1 Meter lang werden, erreichen
männliche Stellersche Seelöwen laut National Oceanic and Atmospheric
Administration ein Gewicht von bis zu 1.100 Kilogramm und eine Länge von bis zu
3,35 Metern. Ihre Lebenserwartung liegt bei 20 bis 30 Jahren.
Laura
Gill vom Marine Mammal Center beschreibt „Chonkers“ als „sehr gesund“. Ein
reiches Vorkommen von Sardellen in der Bucht könnte ein Grund dafür sein, dass
das Tier bereits seit rund einem Monat vor Ort bleibt. Hafenbeamte berichten
zudem, dass der Seelöwe besonders in den frühen Morgenstunden aktiv ist.
Seltene
Sichtung in der Bucht von San Francisco
Stellersche
Seelöwen sind in San Francisco nur selten zu sehen, da sie normalerweise
kältere Gewässer weiter nördlich bevorzugen – etwa vor Alaska, British Columbia
oder im Nordwesten der USA. Entsprechend ungewöhnlich ist die aktuelle
Sichtung. Das Marine Mammal Center registrierte zuletzt 2023 ein Tier dieser
Art am Pier 39, das jedoch nur kurz blieb.
Ganz
unbekannt ist „Chonkers“ allerdings nicht. Seit rund 15 Jahren taucht er
gelegentlich am K-Dock auf, blieb bisher jedoch nie länger als einige Tage.
Sein aktueller Aufenthalt ist der bislang längste.
Seelöwen
prägen seit Jahrzehnten das Bild des Piers
Die
Zahl der Seelöwen am Pier 39 schwankt im Jahresverlauf deutlich. Während im
Frühjahr besonders viele Tiere zu sehen sind, ziehen sie im Sommer häufig zur
Fortpflanzung weiter. Im Frühjahr 2024 wurden am K-Dock mehr als 2.000 Seelöwen
gezählt – ein Rekordwert. Aktuell sind es etwa 300 Tiere.
Kalifornische
Seelöwen besiedeln den Pier 39 bereits seit 1989. Ihr plötzliches Auftreten
fiel zeitlich mit dem Loma Prieta earthquake zusammen. Experten vermuten, dass
ein reichhaltiges Nahrungsangebot sowie die geschützte Lage des Hafens den Ort
zu einem idealen Lebensraum gemacht haben. Seitdem gehören die Tiere fest zum
Erscheinungsbild des Piers – und mit „Chonkers“ hat dieser nun eine besonders
eindrucksvolle Hauptfigur gewonnen.
Bildnachweis:
© Pier 39
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