Zugspitze dominiert Instagram-Ranking der Berge - Wissen, was im Tourismus los ist!



Deutschland
Zugspitze dominiert Instagram-Ranking der Berge
Mehr als eine Million Instagram-Beiträge zu 52 deutschen Zweitausendern zeigen eine extreme Konzentration auf wenige bekannte Gipfel
Zugspitze dominiert Instagram-Ranking der Berge

Welche deutschen Berge ziehen auf Instagram die größte Aufmerksamkeit auf sich? Der Reiseveranstalter Fit Reisen hat mehr als eine Million Beiträge zu 52 Bergen mit mindestens 2.000 Metern Höhe ausgewertet. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die Zugspitze beherrscht die sozialen Netzwerke mit großem Abstand, während zahlreiche andere Gipfel selbst unter Bergfreunden kaum digitale Spuren hinterlassen.

Insgesamt flossen 1.064.628 Instagram-Beiträge in die Untersuchung ein. Allein 680.545 davon wurden unter #zugspitze veröffentlicht – das entspricht 63,9 Prozent der gesamten ausgewerteten Posts. Auf den weiteren Plätzen folgen der Watzmann mit 141.348 und das Nebelhorn mit 69.515 Beiträgen. Alle drei liegen in Bayern.

Zugspitze spielt in einer eigenen Liga

Mit 2.962 Metern ist die Zugspitze nicht nur Deutschlands höchster Berg, sondern auch das mit Abstand präsenteste Bergmotiv der Untersuchung. Besonders häufig erscheinen das goldene Gipfelkreuz, die Seilbahnen, die Route durch das Höllental und Aufnahmen des Alpenglühens. Bei klarer Sicht reicht das Panorama vom Gipfel über rund 400 Alpengipfel in Österreich, Italien und der Schweiz.

Deutlich abgeschlagen folgt der 2.713 Meter hohe Watzmann. Seine Instagram-Präsenz entsteht dabei häufig nicht auf dem Gipfel, sondern aus dem Tal. Zu den charakteristischen Motiven gehören die Silhouette im Abendrot, die Watzmann-Ostwand und der Königssee. Anders als viele andere Spitzenreiter des Rankings besitzt der Watzmann keine Bergbahn.

Das Nebelhorn bei Oberstdorf erreicht mit 69.515 Beiträgen Rang drei. Zu den häufigsten Motiven zählen Sonnenaufgänge, die Nebelhornbahn und das Panorama der Allgäuer Alpen. Bei guter Fernsicht reicht der Blick vom 2.224 Meter hohen Gipfel bis zum Bodensee.

Zehn Berge vereinen fast die gesamte Aufmerksamkeit

Wie stark sich die Instagram-Präsenz auf wenige Ziele konzentriert, zeigt der Blick auf die weitere Auswertung. Die zehn meistgeposteten Berge kommen zusammen auf 97,1 Prozent aller erfassten Beiträge. Fünf der Top Ten sind direkt per Bergbahn erreichbar.

Hinter Zugspitze, Watzmann und Nebelhorn folgen die Alpspitze mit 53.514 und das Fellhorn mit 35.635 Beiträgen. Die Kanzelwand erreicht 21.952, der Hohe Göll 10.405 und der Hochkalter 9.438 Posts. Der Hochvogel kommt auf 5.775 Beiträge, der Osterfelderkopf auf 5.522.

Dabei entscheidet die Höhe keineswegs über die digitale Popularität. Der 2.744 Meter hohe Hochwanner ist der zweithöchste Berg der Auswertung, kommt jedoch lediglich auf 791 Beiträge. Auch Grenzgipfel erhalten deutlich weniger Aufmerksamkeit: Die 17 mit Österreich geteilten Berge erreichen im Durchschnitt 2.800 Beiträge, die 35 ausschließlich in Deutschland gelegenen Gipfel dagegen 29.058.

Gipfelkreuze, Bergseen und Sonnenuntergänge prägen die Bilder

Die Untersuchung gibt zugleich Hinweise darauf, welche Motive in sozialen Netzwerken besonders häufig funktionieren. Vier Elemente tauchen immer wieder auf: Gipfelkreuze, Bergseen, schmale Grate sowie Sonnenauf- und -untergänge. Der jeweilige Berg bildet auf vielen Bildern lediglich die Kulisse.

Beim Fellhorn beispielsweise steht häufig die Gratwanderung in Richtung Söllereck im Mittelpunkt, während an der Kanzelwand der türkise Speichersee und der Wasser-Erlebnisweg Burmiwasser zu den oft geteilten Motiven zählen. Beim Hohen Göll wiederum prägt das geschwungene Stahlkreuz auf 2.522 Metern zahlreiche Aufnahmen.

Abseits von Instagram warten stille Gipfel

Am anderen Ende der Statistik wird der Kontrast besonders deutlich. 32 der untersuchten 52 Berge bleiben unter 1.000 Instagram-Beiträgen, sieben sogar unter 100. Schlusslicht ist die 2.052 Meter hohe Schänzlespitze in den Allgäuer Alpen mit einem einzigen Beitrag. Die Rotgundspitze erreicht 23, der Angererkopf 28 und die Schüsselkarspitze 76 Posts.

Selbst große Höhe garantiert keine Aufmerksamkeit. Die 2.682 Meter hohe Leutascher Dreitorspitze ist der fünfthöchste Gipfel der Untersuchung, wurde aber lediglich in 92 Beiträgen erfasst. Für Wanderer, die weniger frequentierte Ziele suchen, macht gerade diese geringe digitale Sichtbarkeit einen Teil des Reizes aus.

Große Reichweite erhöht den Besucherdruck

Die Konzentration auf wenige besonders fotogene Ziele hat auch eine ökologische Seite. Stark frequentierte Wege und sensible Weideflächen können unter hohem Besucheraufkommen leiden. Der Nationalpark Berchtesgaden appelliert deshalb an Besucher, die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen und Abfälle wieder mit ins Tal zu nehmen.

Das Instagram-Ranking zeigt damit nicht nur, welche Berge besonders häufig fotografiert werden. Es macht auch sichtbar, wie ungleich sich Aufmerksamkeit verteilt: Während die Zugspitze allein fast zwei Drittel aller untersuchten Beiträge auf sich vereint, bleiben zahlreiche Zweitausender weitgehend außerhalb des digitalen Blickfelds.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von SusaZoom - stock.adobe.com


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