Tourismusbilanz 2025: Berlin bleibt führende Städtedestination Europas - Wissen, was im Tourismus los ist!



Deutschland
Tourismusbilanz 2025: Berlin bleibt führende Städtedestination Europas
29,4 Millionen Übernachtungen und wachsender internationaler Anteil / Neue Impulse durch Kongresse, Zukunftsmärkte und stadtverträgliche Strategien
Tourismusbilanz 2025: Berlin bleibt führende Städtedestination Europas

Berlin behauptet sich auch 2025 als eines der meistgefragten Städtereiseziele Europas. Nach aktuellen Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg verzeichneten die mehr als 700 Beherbergungsbetriebe der Hauptstadt 29,4 Millionen Übernachtungen von rund 12,4 Millionen Gästen. Trotz eines wirtschaftlich und geopolitisch anspruchsvollen Umfelds bleibt die Stadt stabil im Spitzenfeld und richtet ihren Tourismus konsequent auf nachhaltige Weiterentwicklung aus. Vorgestellt wurden die Ergebnisse von Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sowie der Geschäftsführung von visitBerlin.

Internationale Märkte tragen die Entwicklung

Der wichtigste Herkunftsmarkt blieb Deutschland. 7,9 Millionen Gäste aus dem Inland sorgten für 17,34 Millionen Übernachtungen. Zugleich festigt sich die internationale Nachfrage als tragende Säule des Berlin-Tourismus: 41 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland. Die USA führten mit rund 1,28 Millionen Übernachtungen, gefolgt von Großbritannien und den Niederlanden. Spanien und Italien blieben ebenfalls bedeutende europäische Märkte.

Während einige etablierte Herkunftsländer leichte Rückgänge verzeichneten, gewannen neue Quellmärkte an Dynamik. Besonders deutlich wuchs die Nachfrage aus China, Indien und der Türkei. Die Entwicklung verweist auf eine zunehmende Diversifizierung der internationalen Besucherstruktur.

Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Entwicklung bleibt erheblich. Der touristische Konsum erreichte 15,1 Milliarden Euro und generierte eine Bruttowertschöpfung von 8,4 Milliarden Euro. Rund 224.800 Menschen sind in Berlin direkt oder indirekt im Tourismus beschäftigt.

Kongresse und Großveranstaltungen als Wachstumsmotor

Ein zentraler Treiber der Nachfrage war erneut die Berliner Veranstaltungs- und Kongresswirtschaft. Die Zahl der Veranstaltungen stieg um 5,6 Prozent, die Teilnehmerzahlen legten sogar um 26,8 Prozent zu. Der ESMO Congress 2025 setzte dabei einen markanten Akzent: Mehr als 37.000 Teilnehmende machten die medizinische Leitveranstaltung zu einem der größten Kongresse, die jemals in der Hauptstadt stattfanden.

Internationale Sichtbarkeit erzeugten zudem publikumsstarke Formate wie die Berlin Freedom Week, das Event „49h ICC“ sowie der Jahreswechsel am Brandenburger Tor. Auch für 2026 zeichnet sich ein dichtes Veranstaltungsjahr mit medizinischen Leitkongressen, internationalen Fachmessen und Technologieformaten ab.

Tourismus soll stadtverträglich wachsen

visitBerlin setzt die strategische Neuausrichtung des Hauptstadt-Tourismus fort. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur besseren Besucherlenkung, zur Stärkung der Kieze und zur Sicherung der Lebensqualität.

„Wir stärken Berlins Visitor Economy strategisch, zukunftsfähig und digital“, sagt Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin. „Mit Events, Angeboten in den Kiezen und datenbasierten Lösungen gestalten wir Tourismus gemeinsam so, dass er Gästen wie Berlinerinnen und Berlinern gleichermaßen zugutekommt.“

Mit dem „Berlin Paper“ und dem Berlin Event Board wird die Rolle der Stadt als internationaler Veranstaltungsstandort weiter ausgebaut. Parallel entsteht mit BerlinPay ein Anreizmodell, das nachhaltiges Verhalten von Reisenden belohnt. Eine erneute Kiez-Kampagne soll Besucherströme gezielter verteilen und lokale Angebote sichtbarer machen.

Digitale Werkzeuge gewinnen an Bedeutung

Die Weiterentwicklung des Tourismus wird zunehmend datenbasiert gesteuert. Der visitBerlin Datenhub bildet mit rund 240.000 Datensätzen eine zentrale Infrastruktur für den Informationsaustausch. Ergänzend kommen KI-gestützte Anwendungen zum Einsatz, darunter der Chatbot Berlynn sowie spezialisierte Suchlösungen für den Kongress- und Tagungsmarkt.

Perspektivisch verfolgt visitBerlin ein Leitbild, das technologische Innovation mit urbaner Erlebnisqualität verknüpft.

Ausblick 2026: Investitionen und neue Akzente

Die Zukunftsstrategie spiegelt sich auch in der Hotellandschaft wider. Neben Neubauten prägen umfangreiche Modernisierungen großer Häuser das Marktbild. Neueröffnungen und Revitalisierungsprojekte setzen zusätzliche Impulse, während langfristige Großprojekte die Kapazitäten erweitern.

Parallel bestätigt sich Berlins Attraktivität in internationalen Rankings. Die Stadt zählt weiterhin zu den weltweit führenden Destinationen, insbesondere bei Kultur-, Event- und Individualreisen.

Berlin setzt damit seinen Kurs fort: Wachstum ja – aber gesteuert, diversifiziert und mit Blick auf die Balance zwischen Besucherinteressen und urbaner Lebensqualität.

Bildnachweis: © visitBerlin, Dirk Mathesius


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