Istanbul steuert im Kreuzfahrttourismus auf eine Million Passagiere zu - Wissen, was im Tourismus los ist!



Türkei
Istanbul steuert im Kreuzfahrttourismus auf eine Million Passagiere zu
Galataport erwartet 2026 rund 200 Schiffsanläufe und etwa 520.000 Passagiere – für deutsche Veranstalter und Vertriebspartner wächst damit die Bedeutung Istanbuls als Kreuzfahrt- und Vorprogrammdestination
Istanbul steuert im Kreuzfahrttourismus auf eine Million Passagiere zu

Istanbul baut seine Rolle im internationalen Kreuzfahrttourismus weiter aus. Galataport rechnet für das laufende Jahr mit rund 200 Schiffsanläufen und etwa 520.000 Passagieren. Mittelfristig soll zunächst die Schwelle von 750.000 und anschließend von einer Million Passagieren erreicht werden. Für den deutschen Reisemarkt ist dabei vor allem die wachsende Bedeutung Istanbuls als Start- und Zielhafen interessant, da sich Kreuzfahrten mit Vor- und Nachprogrammen, Hotelaufenthalten und Rundreisen in der Türkei verbinden lassen.

Nach Angaben der türkischen Generaldirektion für Schifffahrt liefen in der ersten Jahreshälfte 488 Kreuzfahrtschiffe türkische Häfen an. Insgesamt wurden 59.372 ankommende, 63.817 abreisende und 633.236 Transitpassagiere registriert. Kuşadası lag mit 204 Schiffsanläufen an der Spitze, gefolgt von Istanbul mit 95 Anläufen.

Heimathafenfunktion schafft zusätzliche Nachfrage

Galataport İstanbul Liman İşletme Direktörü Tolga Tuncay sieht die Position Istanbuls trotz schwieriger geopolitischer Rahmenbedingungen gefestigt. Ausfälle habe es unter anderem durch Störungen im Schiffsverkehr im Persischen Golf sowie durch den weiterhin eingeschränkten Kreuzfahrtverkehr im Schwarzen Meer gegeben.

„Trotz aller konjunkturellen Schwierigkeiten ist es uns 2026 gelungen, den 2025 erreichten Anteil der Heimathafenpassagiere an der Gesamtzahl der Kreuzfahrtgäste zu halten. Dass Reedereien Galataport İstanbul weiterhin als Heimathafen nutzen, ist ein wichtiges Zeichen ihres langfristigen Vertrauens in uns und in das Land“, sagt Tuncay.

Gerade für deutsche Reiseveranstalter und Reisebüros ist die Heimathafenfunktion von Bedeutung. Während Transitgäste im Durchschnitt etwa zehn Stunden in Istanbul verbringen, steigt die Aufenthaltsdauer bei Reisen mit Beginn oder Ende in der Stadt auf bis zu 28 Stunden. Viele Passagiere kombinieren ihre Kreuzfahrt darüber hinaus mit weiteren Aufenthalten in Istanbul oder anderen Regionen der Türkei.

Deutsche Gäste gehören zu den wichtigsten Herkunftsmärkten

Mit einem Anteil von 25 Prozent stellen Reisende aus den USA die größte Passagiergruppe am Galataport. Es folgen Gäste aus Italien, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Spanien. Damit zählt Deutschland zu den fünf wichtigsten Herkunftsmärkten für Istanbul-Kreuzfahrten.

Auch die Altersstruktur eröffnet Chancen für unterschiedlich ausgerichtete Angebote. Rund 58 Prozent der Passagiere sind zwischen 46 und 75 Jahre alt, weitere 25 Prozent zwischen 16 und 45 Jahre. Jüngere Gäste geben nach Beobachtung des Hafens stärker für Gastronomie und Einzelhandel aus, während ältere und insbesondere amerikanische Reisende häufiger Schmuck, Edelsteine, türkische Teppiche und Kelims kaufen.

Mit der zunehmenden Präsenz von Schiffen aus dem Luxussegment steigt zugleich das Potenzial für hochwertige Vor- und Nachprogramme. Für 2027 werden erstmals Schiffe der Marken Aman at Sea und Orient Express in Istanbul erwartet.

Kapazitäten reichen für weiteres Wachstum

Galataport wurde für bis zu drei große Kreuzfahrtschiffe und insgesamt 15.000 Passagiere pro Tag ausgelegt. Nach Angaben Tuncays bestehen daher trotz des steigenden Verkehrs derzeit keine Kapazitätsprobleme. Gleichzeitig arbeitet der Hafen daran, die bislang vor allem von April bis November reichende Saison stärker auf das gesamte Jahr auszudehnen.

Geplant sind Investitionen in schnellere Passagierabläufe, höheren Komfort sowie in Energieinfrastruktur für neue Schiffstechnologien. Dazu zählen unter anderem Strom- und LNG-Lösungen.

„Wir erwarten, das Jahr mit 200 Schiffsanläufen und rund 520.000 Passagieren abzuschließen. Die derzeitigen Reservierungsanfragen deuten darauf hin, dass 2027 bei ausbleibenden geopolitischen Belastungen ein besseres Jahr als 2026 werden könnte“, erklärt Tuncay.

Luftverkehr stärkt Istanbul als Kreuzfahrt-Drehkreuz

Als wesentliche Wettbewerbsvorteile nennt Tuncay neben dem historischen, kulturellen und gastronomischen Angebot der Stadt das dichte Streckennetz von Turkish Airlines, die Kapazitäten des Flughafens Istanbul sowie die breite Hotelinfrastruktur. Für deutsche Veranstalter erleichtert diese Kombination die Entwicklung kompletter Reisepakete aus Flug, Hotel, Stadtprogramm und Kreuzfahrt.

Galataport selbst ergänzt diese Infrastruktur durch seine zentrale Lage sowie Gastronomie-, Einkaufs- und Kulturangebote. Gemeinsam bilden Flughafen, Airline und Kreuzfahrthafen nach Einschätzung des Betreibers die Grundlage für weitere Routenerweiterungen und zusätzliche Schiffsanläufe.

„Die nächste Schwelle liegt zunächst bei 750.000 Passagieren. Danach wollen wir mit schrittweisem Wachstum eine Million erreichen“, sagt Tuncay. Besonders wichtig sei dabei ein höherer Anteil von Heimathafenpassagieren, da diese länger im Land bleiben und eine größere touristische Wertschöpfung erzeugen.

Auch andere türkische Häfen können davon profitieren. Schiffe, die Istanbul als Heimathafen nutzen, laufen auf ihren Routen häufig mehrere Ziele in der Türkei an. Dadurch entstehen zusätzliche Chancen für Veranstalter, Zielgebiete und touristische Leistungsträger entlang der gesamten Route.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von AA


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