Tourexpi
Istanbul
baut seine Rolle im internationalen Kreuzfahrttourismus weiter aus. Galataport
rechnet für das laufende Jahr mit rund 200 Schiffsanläufen und etwa 520.000
Passagieren. Mittelfristig soll zunächst die Schwelle von 750.000 und
anschließend von einer Million Passagieren erreicht werden. Für den deutschen
Reisemarkt ist dabei vor allem die wachsende Bedeutung Istanbuls als Start- und
Zielhafen interessant, da sich Kreuzfahrten mit Vor- und Nachprogrammen,
Hotelaufenthalten und Rundreisen in der Türkei verbinden lassen.
Nach
Angaben der türkischen Generaldirektion für Schifffahrt liefen in der ersten
Jahreshälfte 488 Kreuzfahrtschiffe türkische Häfen an. Insgesamt wurden 59.372
ankommende, 63.817 abreisende und 633.236 Transitpassagiere registriert.
Kuşadası lag mit 204 Schiffsanläufen an der Spitze, gefolgt von Istanbul mit 95
Anläufen.
Heimathafenfunktion
schafft zusätzliche Nachfrage
Galataport
İstanbul Liman İşletme Direktörü Tolga Tuncay sieht die Position Istanbuls
trotz schwieriger geopolitischer Rahmenbedingungen gefestigt. Ausfälle habe es
unter anderem durch Störungen im Schiffsverkehr im Persischen Golf sowie durch
den weiterhin eingeschränkten Kreuzfahrtverkehr im Schwarzen Meer gegeben.
„Trotz
aller konjunkturellen Schwierigkeiten ist es uns 2026 gelungen, den 2025
erreichten Anteil der Heimathafenpassagiere an der Gesamtzahl der
Kreuzfahrtgäste zu halten. Dass Reedereien Galataport İstanbul weiterhin als
Heimathafen nutzen, ist ein wichtiges Zeichen ihres langfristigen Vertrauens in
uns und in das Land“, sagt Tuncay.
Gerade
für deutsche Reiseveranstalter und Reisebüros ist die Heimathafenfunktion von
Bedeutung. Während Transitgäste im Durchschnitt etwa zehn Stunden in Istanbul
verbringen, steigt die Aufenthaltsdauer bei Reisen mit Beginn oder Ende in der
Stadt auf bis zu 28 Stunden. Viele Passagiere kombinieren ihre Kreuzfahrt
darüber hinaus mit weiteren Aufenthalten in Istanbul oder anderen Regionen der
Türkei.
Deutsche
Gäste gehören zu den wichtigsten Herkunftsmärkten
Mit
einem Anteil von 25 Prozent stellen Reisende aus den USA die größte
Passagiergruppe am Galataport. Es folgen Gäste aus Italien, dem Vereinigten
Königreich, Deutschland und Spanien. Damit zählt Deutschland zu den fünf
wichtigsten Herkunftsmärkten für Istanbul-Kreuzfahrten.
Auch
die Altersstruktur eröffnet Chancen für unterschiedlich ausgerichtete Angebote.
Rund 58 Prozent der Passagiere sind zwischen 46 und 75 Jahre alt, weitere 25
Prozent zwischen 16 und 45 Jahre. Jüngere Gäste geben nach Beobachtung des
Hafens stärker für Gastronomie und Einzelhandel aus, während ältere und
insbesondere amerikanische Reisende häufiger Schmuck, Edelsteine, türkische
Teppiche und Kelims kaufen.
Mit
der zunehmenden Präsenz von Schiffen aus dem Luxussegment steigt zugleich das
Potenzial für hochwertige Vor- und Nachprogramme. Für 2027 werden erstmals
Schiffe der Marken Aman at Sea und Orient Express in Istanbul erwartet.
Kapazitäten
reichen für weiteres Wachstum
Galataport
wurde für bis zu drei große Kreuzfahrtschiffe und insgesamt 15.000 Passagiere
pro Tag ausgelegt. Nach Angaben Tuncays bestehen daher trotz des steigenden
Verkehrs derzeit keine Kapazitätsprobleme. Gleichzeitig arbeitet der Hafen
daran, die bislang vor allem von April bis November reichende Saison stärker
auf das gesamte Jahr auszudehnen.
Geplant
sind Investitionen in schnellere Passagierabläufe, höheren Komfort sowie in
Energieinfrastruktur für neue Schiffstechnologien. Dazu zählen unter anderem
Strom- und LNG-Lösungen.
„Wir
erwarten, das Jahr mit 200 Schiffsanläufen und rund 520.000 Passagieren
abzuschließen. Die derzeitigen Reservierungsanfragen deuten darauf hin, dass
2027 bei ausbleibenden geopolitischen Belastungen ein besseres Jahr als 2026
werden könnte“, erklärt Tuncay.
Luftverkehr
stärkt Istanbul als Kreuzfahrt-Drehkreuz
Als
wesentliche Wettbewerbsvorteile nennt Tuncay neben dem historischen,
kulturellen und gastronomischen Angebot der Stadt das dichte Streckennetz von
Turkish Airlines, die Kapazitäten des Flughafens Istanbul sowie die breite
Hotelinfrastruktur. Für deutsche Veranstalter erleichtert diese Kombination die
Entwicklung kompletter Reisepakete aus Flug, Hotel, Stadtprogramm und
Kreuzfahrt.
Galataport
selbst ergänzt diese Infrastruktur durch seine zentrale Lage sowie
Gastronomie-, Einkaufs- und Kulturangebote. Gemeinsam bilden Flughafen, Airline
und Kreuzfahrthafen nach Einschätzung des Betreibers die Grundlage für weitere
Routenerweiterungen und zusätzliche Schiffsanläufe.
„Die
nächste Schwelle liegt zunächst bei 750.000 Passagieren. Danach wollen wir mit
schrittweisem Wachstum eine Million erreichen“, sagt Tuncay. Besonders wichtig
sei dabei ein höherer Anteil von Heimathafenpassagieren, da diese länger im
Land bleiben und eine größere touristische Wertschöpfung erzeugen.
Auch
andere türkische Häfen können davon profitieren. Schiffe, die Istanbul als
Heimathafen nutzen, laufen auf ihren Routen häufig mehrere Ziele in der Türkei
an. Dadurch entstehen zusätzliche Chancen für Veranstalter, Zielgebiete und
touristische Leistungsträger entlang der gesamten Route.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration mit Material von AA
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