Simbabwes vergessener Nationalpark erlebt mit Rückkehr der Nashörner eine Renaissance - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Simbabwes vergessener Nationalpark erlebt mit Rückkehr der Nashörner eine Renaissance
Nach mehr als zehn Jahren sind wieder Spitzmaulnashörner im Matusadona-Nationalpark heimisch – neue Wildniswanderungen, kleine Safari-Camps und Bootsfahrten auf dem Kariba-Stausee machen das abgelegene Schutzgebiet auch für Reisende interessant
Simbabwes vergessener Nationalpark erlebt mit Rückkehr der Nashörner eine Renaissance

In Simbabwe erlebt einer der am wenigsten bekannten Nationalparks des südlichen Afrikas eine bemerkenswerte Wiedergeburt. Im Juni 2026 wurden 17 Spitzmaulnashörner im Matusadona-Nationalpark am südlichen Ufer des Kariba-Stausees wiederangesiedelt. Die stark bedrohten Tiere waren dort seit mehr als zehn Jahren verschwunden. Ihre Rückkehr gilt als wichtiger Erfolg eines langfristigen Naturschutzprogramms, das die einst artenreiche Wildnislandschaft wiederherstellen soll.

Der rund 1.470 Quadratkilometer große Nationalpark erstreckt sich zwischen dem Kariba-Stausee und den steil aufragenden Matusadona-Bergen. Offene Graslandschaften, dichte Wälder, abgelegene Täler und zahlreiche natürliche Quellen prägen das Schutzgebiet. Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffel und zahlreiche Antilopenarten gehören zu seinen Bewohnern.

Während sich internationale Safari-Reisen nach Simbabwe meist auf den Hwange-Nationalpark und die Victoriafälle konzentrieren, steht Matusadona bislang nur selten auf den Programmen europäischer Veranstalter. Dabei bietet die Region eine ungewöhnliche Kombination aus klassischen Pirschfahrten, mehrtägigen Wildniswanderungen und Safaris auf dem Wasser. Mit der Wiederansiedlung der Nashörner erhält das abgelegene Reiseziel nun zusätzliche Aufmerksamkeit.

17 Nashörner kehren in ihre ursprüngliche Heimat zurück

Die Geschichte der Spitzmaulnashörner in Matusadona ist eng mit der Wildereikrise verbunden, die Simbabwe in den 1980er- und 1990er-Jahren erschütterte.

Damals wurden zahlreiche Nashörner getötet. Um die verbliebenen Tiere zu retten, brachten Naturschützer einen Teil der Population in besser gesicherte Schutzgebiete. Auch Matusadona verlor dadurch einen erheblichen Teil seines ursprünglichen Nashornbestands.

2016 verschwand schließlich das letzte verbliebene Spitzmaulnashorn aus dem Nationalpark.

Die Rückkehr der 17 Tiere im Juni 2026 markiert deshalb einen historischen Wendepunkt. Unter den wiederangesiedelten Nashörnern befinden sich Nachkommen von Tieren, deren Vorfahren einst in Matusadona lebten.

Das Projekt wird von African Parks gemeinsam mit der simbabwischen Nationalparkverwaltung umgesetzt. Die Organisation ist seit 2019 am Management des Schutzgebiets beteiligt.

Vor der Wiederansiedlung wurden die Voraussetzungen für den langfristigen Schutz der Tiere verbessert. Dazu gehören zusätzliche Ranger, modernisierte Überwachungssysteme und der Ausbau der Infrastruktur.

Nach Angaben von African Parks stieg die Zahl der Ranger von ursprünglich 27 auf inzwischen etwa 110. Hinzu kommen weitere Wildhüter aus den umliegenden Gemeinden.

Die Nashörner tragen Sender, mit denen ihre Bewegungen überwacht werden können. Spezialisierte Teams kontrollieren ihren Aufenthaltsort und sollen mögliche Gefahren frühzeitig erkennen.

Ein Nationalpark zwischen Bergen und riesigem Stausee

Matusadona unterscheidet sich landschaftlich deutlich von vielen bekannteren Safari-Gebieten des südlichen Afrikas.

Im Norden grenzt der Park an den Kariba-Stausee, einen der größten künstlichen Seen der Welt. Seine weit verzweigten Buchten und Uferlandschaften bilden einen Lebensraum für Flusspferde, Krokodile und zahlreiche Wasservögel.

Besonders charakteristisch sind die offenen Grasflächen entlang des Seeufers. Hier lassen sich häufig Elefanten und Büffel beobachten, die zum Trinken an das Wasser kommen.

Dahinter erstrecken sich bewaldete Ebenen und die zerklüfteten Matusadona-Berge. Zahlreiche Täler und mehr als 70 ganzjährig wasserführende Quellen schaffen unterschiedliche Lebensräume.

Der Park beherbergt neben den großen Säugetieren eine außergewöhnlich vielfältige Vogelwelt. Nach Angaben der Parkverwaltung wurden nahezu 400 Vogelarten nachgewiesen.

Die Kombination aus Wasserlandschaften, Savannen und Gebirgsregionen ermöglicht sehr unterschiedliche Safari-Erlebnisse innerhalb eines einzigen Schutzgebiets.

Mehrtägige Wildniswanderungen als besonderes Reiseerlebnis

Eine der ungewöhnlichsten touristischen Möglichkeiten sind die Matusadona Backpacking Trails.

Diese geführten Wanderungen führen durch abgelegene Gebiete des Nationalparks, die mit Fahrzeugen kaum erreichbar sind. Die Teilnehmer bewegen sich zu Fuß durch Täler, Wälder und Berglandschaften und übernachten in einfachen Wildniscamps.

Die Touren werden individuell zusammengestellt. Empfohlen werden zwei bis drei Übernachtungen, längere Programme von bis zu sieben Tagen oder mehr sind ebenfalls möglich.

Pro Tag legen die Teilnehmer durchschnittlich etwa zehn Kilometer zurück. Die tatsächlichen Strecken werden an die Kondition der Gruppe und die jeweiligen Bedingungen angepasst.

Aus Sicherheitsgründen begleitet ein erfahrener professioneller Führer maximal sechs Personen.

Die Wanderer tragen ihre persönliche Ausrüstung selbst. Übernachtet wird unter freiem Himmel oder in leichten Zelten. Wasser wird aus natürlichen Quellen entnommen und aufbereitet.

Wer keine eigene Campingausrüstung mitbringen möchte, kann diese über den Matusadona Conservation Trust bereitstellen lassen.

Für erfahrene Afrika-Reisende entsteht damit eine seltene Gelegenheit, die Landschaft eines Nationalparks über mehrere Tage hinweg abseits der üblichen Safari-Fahrzeuge zu erleben.

Bootsafaris und kleine Camps am Kariba-Stausee

Neben den Wildniswanderungen gehören Bootsfahrten zu den besonderen Attraktionen Matusadonas.

Vom Wasser aus lassen sich die Uferlandschaften und ihre Tierwelt aus einer anderen Perspektive beobachten. Vor allem Elefanten, Flusspferde, Krokodile und zahlreiche Vogelarten sind hier anzutreffen.

Auch klassische Pirschfahrten und kürzere geführte Wanderungen werden angeboten. Die Parkverwaltung organisiert unter anderem zwei- bis dreistündige sowie halbtägige Walking Safaris.

Für Übernachtungen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Der Tashinga-Campingplatz und die Tashinga Cottages bieten vergleichsweise einfache Unterkünfte innerhalb des Nationalparks. Hinzu kommen abgelegene Bush Camps und Wilderness Campsites.

Im gehobenen Segment stehen kleinere Safari-Unterkünfte wie das Changa Safari Camp, das Rhino Safari Camp und Fothergill zur Verfügung.

Diese Camps verbinden die Abgeschiedenheit des Schutzgebiets mit organisierten Tierbeobachtungen und weiteren Aktivitäten.

Die Anreise erfolgt je nach Unterkunft und Reiseprogramm per Boot über den Kariba-Stausee, mit einem Geländefahrzeug oder über kleine Flugpisten.

Gerade die vergleichsweise aufwendige Erreichbarkeit hat dazu beigetragen, dass Matusadona bislang deutlich weniger internationale Besucher anzieht als die bekannteren Safari-Regionen des Landes.

Neue Perspektiven für Simbabwe-Rundreisen

Für Reiseveranstalter im deutschsprachigen Markt bietet Matusadona die Möglichkeit, klassische Simbabwe-Rundreisen um ein bislang wenig beachtetes Naturerlebnis zu erweitern.

Besonders interessant ist die Verbindung mit einem Aufenthalt an den Victoriafällen oder einer Safari im Hwange-Nationalpark. Auch eine Kombination mit weiteren Regionen des Sambesi-Tals ist denkbar.

Ausgangspunkt für viele Reisen ist die Stadt Kariba, von der aus Transfers in den Nationalpark organisiert werden können.

Die touristischen Angebote lassen sich über die Parkverwaltung, den Matusadona Conservation Trust oder die einzelnen Safari-Camps buchen. Für mehrtägige Wanderungen empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung über die gewünschte Route, die Ausrüstung und die erforderlichen Transfers.

Die Wiederansiedlung der Spitzmaulnashörner bedeutet allerdings nicht, dass bereits spezielle Nashornbeobachtungen angeboten werden. Die Tiere stehen unter besonderem Schutz und werden intensiv überwacht. Eine Begegnung kann weder erwartet noch garantiert werden.

Der touristische Wert der Entwicklung liegt vielmehr in der langfristigen Wiederherstellung eines artenreichen Ökosystems.

Mit den neuen Schutzmaßnahmen, verbesserten Besuchereinrichtungen und ungewöhnlichen Reiseangeboten entwickelt sich Matusadona zunehmend zu einer Alternative für erfahrene Safari-Reisende.

Die Rückkehr der Nashörner ist dabei weit mehr als eine Erfolgsmeldung aus dem Naturschutz. Sie steht für die Wiederentdeckung einer afrikanischen Wildnislandschaft, deren touristisches Potenzial bislang weitgehend im Schatten der bekannten Nationalparks Simbabwes geblieben ist.

Bildnachweis: © KI-erstellte Illustration


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