Tourexpi
Die Nachfrage nach Urlaubsreisen nach Dubai hat sich auch Monate nach Beginn des Irankriegs nicht vollständig erholt. Nach einer aktuellen Auswertung des Reiseportals HolidayCheck lagen die Buchungen für Dubai im Oktober 2026 um 45 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Unmittelbar nach Ausbruch des Konflikts am 28. Februar waren die Buchungszahlen zeitweise um mehr als 90 Prozent eingebrochen. Trotz der inzwischen aufgehobenen Reisewarnung des Auswärtigen Amts bleibt die Zurückhaltung vieler deutscher Urlauber deutlich spürbar.
Anders entwickelt sich die Nachfrage nach Fernreisen mit Zwischenstopp an den großen Flughäfen der Golfregion. Während Verbindungen über Dubai, Abu Dhabi und Doha im Frühjahr aufgrund eingeschränkter Flugangebote und zeitweiliger Streckensperrungen erheblich an Bedeutung verloren, setzte ab Juni eine deutliche Erholung ein. Seit dem Sommer liegt ihr Anteil an den Buchungen für Fernreiseziele wie die Malediven, Thailand und Indonesien nach Angaben von HolidayCheck wieder über dem Vorjahresniveau.
Die unterschiedliche Entwicklung zeigt, dass Reisende offenbar zwischen einem Urlaub in der Golfregion und einem Umstieg auf dem Weg zu anderen Destinationen unterscheiden. Während die Unsicherheit über die politische und sicherheitstechnische Lage die Nachfrage nach Dubai als eigenständigem Reiseziel weiterhin belastet, werden die internationalen Drehkreuze zunehmend wieder für Fernreisen genutzt. Grundlage der Untersuchung sind Buchungs- und Suchdaten von HolidayCheck mit Stand vom 31. Oktober 2026.
Dubai-Nachfrage erholt sich nur langsam
Der stärkste Einbruch erfolgte unmittelbar nach Beginn des Irankriegs Ende Februar. Im März gingen die Buchungen für Dubai-Reisen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 90 Prozent zurück.
Parallel dazu verschlechterte sich die Wahrnehmung der Sicherheitslage erheblich. In einer damaligen HolidayCheck-Umfrage hielten nur noch drei Prozent der befragten Deutschen die Arabische Halbinsel für sicher.
Das Auswärtige Amt hatte am 28. Februar 2026 eine Reisewarnung für die Vereinigten Arabischen Emirate ausgesprochen. Diese wurde zum 30. April wieder aufgehoben. Die formale Entspannung führte jedoch nicht zu einer schnellen Rückkehr der touristischen Nachfrage.
Noch im Oktober lagen die Dubai-Buchungen 45 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch für die bevorstehende Weihnachtsreisezeit zeichnet sich nach Einschätzung von HolidayCheck bislang keine grundlegende Trendwende ab.
„Viele Reisende sind noch unsicher, was ein Urlaub im Nahen Osten betrifft. Wer über Weihnachten reisen will, möchte sich darauf verlassen können, dass Flüge und Lage stabil bleiben. Bis dieses Vertrauen zurück ist, werden Reisende diese Regionen vor allem kurzfristig und flexibel buchen“, erklärt HolidayCheck-Reiseexpertin Nina Hammer.
Pauschalreisen über Weihnachten etwas günstiger
Die schwächere Nachfrage spiegelt sich teilweise auch in der Preisentwicklung wider. Für eine einwöchige Dubai-Pauschalreise mit Flug und Hotel für zwei Erwachsene ermittelte HolidayCheck für die Weihnachts- und Neujahrszeit 2026/2027 einen durchschnittlichen Gesamtpreis von 3.150 Euro.
Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag dieser Wert bei 3.340 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund sechs Prozent.
Für die Auswertung wurden im Oktober durchgeführte Pauschalreisesuchen mit Abreiseterminen zwischen dem 21. Dezember und dem 12. Januar berücksichtigt. Die Angebote umfassen sieben Übernachtungen und unterschiedliche Verpflegungsleistungen vom Frühstück bis zu All Inclusive. Es handelt sich somit um durchschnittliche Angebotspreise aus Suchanfragen und nicht um tatsächlich gezahlte Buchungspreise.
Deutlich günstiger fällt das Preisniveau nach den Feiertagen aus. Für Februar 2027 ermittelte HolidayCheck einen durchschnittlichen Pauschalreisepreis von 2.256 Euro für zwei Erwachsene. Im Dezember liegt der entsprechende Vergleichswert bei 2.991 Euro.
Damit kostet eine Reise im Februar im Durchschnitt rund ein Viertel weniger als im Dezember. Anders als bei den Weihnachtsangeboten entspricht das Preisniveau für Februar ungefähr dem Vorjahr.
Golf-Drehkreuze gewinnen Fernreisende zurück
Während Dubai als Urlaubsziel weiterhin unter der Verunsicherung leidet, hat sich die Bedeutung der Golfregion als internationales Luftverkehrsdrehkreuz deutlich schneller erholt.
Im März und April waren zahlreiche Flugverbindungen über die großen Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Doha nur eingeschränkt verfügbar. Zeitweilige Streckensperrungen und reduzierte Flugangebote führten dazu, dass Reisende verstärkt alternative Umsteigeverbindungen nutzten.
In dieser Phase entwickelte sich Istanbul nach Angaben von HolidayCheck zum wichtigsten Ausweichdrehkreuz für entsprechende Fernreisen.
Ab Juni kehrte sich die Entwicklung um. Die Flughäfen am Golf wurden wieder häufiger für Verbindungen nach Asien und in den Indischen Ozean genutzt. Seit Juli liegt der Anteil entsprechender Umsteigeverbindungen an den untersuchten Fernreisebuchungen sogar über dem Vorjahresniveau.
Besonders relevant sind die Drehkreuze für Reisen auf die Malediven, nach Mauritius, Thailand und Indonesien. Diese Destinationen werden von Deutschland aus vielfach über internationale Umsteigeverbindungen erreicht.
„Für Fernstrecken über die Vereinigten Arabischen Emirate sehen wir einen starken Nachholeffekt. Vor allem die Malediven sind aktuell sehr gefragt. Viele Reisende, denen der Urlaub im März oder April abgesagt wurde, holen diesen jetzt nach“, erläutert Nina Hammer.
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Wiederherstellung eines umfangreichen Flugangebots für die Nutzung der Drehkreuze eine entscheidende Rolle spielt. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach einem längeren Aufenthalt in der Golfregion selbst deutlich schwächer.
Für Reiseveranstalter und Reisebüros ergibt sich daraus eine differenzierte Situation. Bei Dubai-Reisen bleiben flexible Buchungsbedingungen und die Einschätzung der Sicherheitslage wichtige Faktoren. Bei Fernreisen über die Golfstaaten rücken dagegen wieder Verfügbarkeit, Flugzeiten und die Qualität der Umsteigeverbindungen in den Vordergrund.
Die HolidayCheck-Daten beziehen sich ausschließlich auf die Buchungen und Suchanfragen des Portals und bilden nicht den gesamten deutschen Reisemarkt ab. Sie zeigen jedoch, wie unterschiedlich sich das Vertrauen in eine Destination und die Nutzung ihrer internationalen Verkehrsinfrastruktur nach einer sicherheitspolitischen Krise entwickeln können.
Bildnachweis: © Sven Hansche / Shutterstock.com
Die meistgelesenen Nachrichten
Peru erschließt 37 Natur- und Kulturziele in der Selva Cusqueña
Die neue Tourismusregion in der Provinz La Convención verbindet tropische Regenwälder, Wasserfälle und traditionelle Kaffee- und Kakaoproduktion mit der Andenwelt rund um Cusco
Karibik: Kleine Kreuzfahrtschiffe erschließen abgelegene Inselwelten
Meer.Weit setzt bei Karibikreisen auf Yachten und kompakte Expeditionsschiffe, die kleinere Häfen und Ankerplätze abseits der klassischen Kreuzfahrtrouten erreichen
Vietnam plant Direktflüge von Hanoi in die Mangrovenregion Cà Mau
Vietjet bereitet ab Ende November 2026 eine neue Verbindung zur Südspitze Vietnams vor und könnte damit eine bislang wenig besuchte Region für internationale Rundreisen besser erschließen
Aruba: Seltene Tierarten machen die Karibikinsel zum Naturreiseziel
Von endemischen Vögeln und Eidechsen bis zu Meeresschildkröten bietet Aruba vielfältige Naturerlebnisse und setzt auf den Schutz empfindlicher Lebensräume
Türkei erzielt mit 51,3 Milliarden Dollar Rekordeinnahmen im Tourismus
Die Tourismuseinnahmen steigen in den ersten neun Monaten 2026 trotz internationaler Belastungen um 2,4 Prozent – Deutschland bleibt zweitwichtigster Quellmarkt
alltours verlängert Frühbucheraktion für Spanien im Sommer 2027
Bis Ende November bietet der Reiseveranstalter Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent und unterstützt den Reisebürovertrieb mit einer weiteren Marketingkampagne
GPTA bestätigt Hasan Kurudayana als Präsident und wählt neuen Vorstand
Die Reisebürovereinigung stellt bei ihrer Mitgliederversammlung in Antalya Digitalisierung, Zusammenarbeit und die Zukunft des stationären Vertriebs in den Mittelpunkt
LATAM startet 2027 Direktflüge zwischen Genf und São Paulo
Ab April verbindet die Airline die Schweiz dreimal wöchentlich mit Brasilien und schafft neue Umsteigemöglichkeiten nach Südamerika
G Adventures bietet zum Black Friday bis zu 30 Prozent Rabatt auf Erlebnisreisen
Vom 29. Oktober bis 4. Dezember 2026 reduziert der Veranstalter die Preise für Hunderte Reisen weltweit – darunter Segeltörns, Safaris und Polarexpeditionen
Türkei: Dalyan bietet neue Ballonfahrten über der Flusslandschaft
Ein an Seilen befestigter Heißluftballon ermöglicht Besuchern Ausblicke auf die antiken Felsengräber, den Dalyan-Kanal und die Naturlandschaft der türkischen Ägäisregion
Holland America Line erweitert Alaska-Programm zum 80-jährigen Jubiläum
Sechs Kreuzfahrtschiffe, mehr als 30 historische Erlebnisangebote und neue Routen prägen die Saison 2027 – zugleich investiert die Reederei in ihre Denali-Lodge
Chile vom Wasser entdecken: Von den Andenseen bis zu Patagoniens Gletschern
Bootsausflüge, Wildwasserabenteuer und Expeditionskreuzfahrten erschließen einige der eindrucksvollsten Landschaften Südamerikas aus ungewöhnlichen Perspektiven
Oman setzt auf Wüstenmarathons, Bergläufe und Wassersport
Internationale Sportveranstaltungen und außergewöhnliche Outdoor-Erlebnisse sollen das Sultanat als Reiseziel für Aktivurlauber stärken
Sommerurlaub 2027: Frühbucher profitieren von Rabatten und größerer Auswahl
alltours bietet Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent auf ausgewählte Hotels und warnt vor steigenden Preisen bei kurzfristigen Buchungen
WebBeds übernimmt Tale Travel und stärkt Vertrieb in Osteuropa
Der internationale B2B-Bettenanbieter will den rumänischen Hotelgroßhändler mit 860 Reisebüro- und Veranstalterkunden übernehmen – Abschluss für Anfang 2027 geplant
TAP Air Portugal verbindet Europa mit neuen Zielen in Brasilien, den USA und Venezuela
Neue Flüge nach São Luís und Orlando sowie die Rückkehr nach Caracas erweitern das transatlantische Streckennetz der portugiesischen Fluggesellschaft
Corendon Airlines startet Linienflüge zwischen Antalya und Dschidda
Die Fluggesellschaft erweitert ihre Zusammenarbeit mit Royal Avis und plant für die Saison 2026/27 rund 1.100 Flüge im Pilgerreiseverkehr
Fahrradtourismus erwirtschaftet in Deutschland 18,1 Milliarden Euro
Neue Grundlagenstudie zeigt die wirtschaftliche Bedeutung des Radreisemarktes und sieht erhebliches Wachstumspotenzial bei jüngeren Gästen, Familien und internationalen Besuchern
Uruguays unbekannter Nordosten lockt mit Karneval und Lagunenlandschaft
Vier kostenlose Veranstaltungen zwischen Dezember 2026 und Februar 2027 machen die Grenzregion Cerro Largo zu einem ungewöhnlichen Reiseziel im südamerikanischen Sommer
Antalya bildet Hotelmitarbeiter zu Botschaftern antiker Städte aus
Ein gemeinsames Projekt von Hotelverband und Universität soll das kulturelle Erbe der türkischen Mittelmeerregion stärker in den Urlaub integrieren
Celebrity Cruises startet Buchungen für neues Karibikprogramm 2028/29
Mit der Celebrity Xcite kommt das sechste Schiff der Edge-Klasse in die Karibik – zehn Schiffe, zusätzliche Kurzreisen und längere Routen erweitern das Angebot



