Borneos UNESCO-Höhle wieder geöffnet – neuer Regenwaldpfad wird zur Attraktion - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Borneos UNESCO-Höhle wieder geöffnet – neuer Regenwaldpfad wird zur Attraktion
Nach schweren Überschwemmungen ist die Great Cave im Niah-Nationalpark in Sarawak wieder zugänglich – ein neuer 600 Meter langer Weg eröffnet zusätzliche Ausblicke auf die Landschaft des UNESCO-Welterbes
Borneos UNESCO-Höhle wieder geöffnet – neuer Regenwaldpfad wird zur Attraktion

Im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf Borneo ist eine der bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Südostasiens wieder für Besucher geöffnet. Seit dem 1. Oktober 2026 kann die Great Cave im Niah-Nationalpark erneut besichtigt werden. Schwere Überschwemmungen hatten 2025 Teile der touristischen Infrastruktur beschädigt und den Zugang zur Höhle erheblich eingeschränkt. Mit der Wiedereröffnung steht nun auch ein neuer, rund 600 Meter langer Zugangsweg zur Verfügung, der sich überraschend zu einer eigenständigen Attraktion entwickelt hat.

Die neue Strecke verbindet die Traders' Cave mit der Great Cave und führt durch eine Landschaft aus tropischem Regenwald und imposanten Kalksteinformationen. Anders als der bisherige Weg eröffnet sie zusätzliche Ausblicke auf das umliegende Bergmassiv und die bewaldeten Hänge. Was ursprünglich als notwendige Umleitung nach den Hochwasserschäden geplant war, erweitert damit das touristische Erlebnis des Nationalparks.

Die Wiedereröffnung besitzt auch internationale Bedeutung. Der Höhlenkomplex von Niah gehört seit Juli 2024 zum UNESCO-Welterbe und zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten Südostasiens. Für Reiseveranstalter eröffnet sich damit erneut die Möglichkeit, einen außergewöhnlichen Kultur- und Naturstandort in Rundreisen durch den Norden Sarawaks einzubinden.

Neuer Zugang verbindet Regenwald und Höhlenlandschaft

Die schweren Überschwemmungen des vergangenen Jahres hatten insbesondere den bisherigen Verbindungsweg zwischen der Traders' Cave und der Great Cave beschädigt. Bei den anschließenden Wiederherstellungsarbeiten wurde die Route teilweise neu angelegt.

Der neue Abschnitt führt durch eine bislang weniger erschlossene Umgebung und ermöglicht andere Perspektiven auf die gewaltigen Kalksteinformationen des Nationalparks. Besucher erleben dadurch nicht nur die Höhlen selbst, sondern auch die Landschaft, in der sich die archäologischen Fundstätten befinden.

Die Arbeiten sind allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Während die Great Cave wieder zugänglich ist, bleibt die Painted Cave wegen Erosionsschäden an ihrem Zugangsweg vorerst geschlossen. Langfristig wird geprüft, ob der neue Weg um eine zusätzliche Verbindung erweitert werden kann, sodass eine Rundroute zwischen Traders' Cave, Great Cave und Painted Cave entsteht.

Archäologische Zeugnisse aus Zehntausenden Jahren

Der Niah-Nationalpark ist vor allem für seine außergewöhnlichen archäologischen Funde bekannt. In den Höhlen wurden menschliche Überreste, Steinwerkzeuge und weitere Zeugnisse früher Besiedlung entdeckt, die Einblicke in die Geschichte Südostasiens über Zehntausende Jahre ermöglichen.

Besonders bekannt ist der sogenannte Deep Skull, ein menschlicher Schädel, der 1958 bei Ausgrabungen entdeckt wurde und zu den bedeutendsten prähistorischen Funden der Region zählt.

Die Great Cave beeindruckt zugleich durch ihre Dimensionen. Ihr gewaltiger Eingang erreicht eine Höhe von rund 60 Metern und eine Breite von etwa 250 Metern. Dahinter erstreckt sich ein weitläufiges Höhlensystem mit mächtigen Felsformationen und teilweise vollständig dunklen Passagen.

Neben ihrer archäologischen Bedeutung besitzen die Höhlen eine lebendige Natur- und Kulturgeschichte. Fledermäuse und Salanganen nutzen sie als Lebensraum. Die traditionelle Gewinnung der begehrten essbaren Vogelnester ist seit Generationen mit den lokalen Gemeinschaften verbunden.

Von Miri aus als Tagesausflug erreichbar

Für internationale Besucher bildet die Küstenstadt Miri den wichtigsten Ausgangspunkt für einen Besuch des Niah-Nationalparks. Die Fahrt zum Parkeingang dauert etwa zwei Stunden.

Von dort überqueren Besucher zunächst den Niah River mit einem motorisierten Boot. Anschließend führt ein rund drei Kilometer langer Weg auf Holzstegen durch tropischen Regenwald zu den Höhlen. Für diesen Abschnitt sollten ungefähr 45 bis 60 Minuten eingeplant werden.

Die Strecke bietet Gelegenheit, die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt des Nationalparks kennenzulernen. Neben mächtigen Regenwaldbäumen und tropischen Pflanzen lassen sich mit etwas Glück Vögel, Schmetterlinge und andere Waldbewohner beobachten.

Für die Höhlenbesichtigung werden festes Schuhwerk und eine Taschenlampe empfohlen, da einzelne Bereiche nur wenig oder gar kein Tageslicht erhalten. Besucher können außerdem lokale Führer engagieren, die Informationen zur Archäologie, Naturgeschichte und kulturellen Bedeutung der Höhlen vermitteln.

Neue Perspektiven für Borneo-Rundreisen

Im deutschsprachigen Reisemarkt wird Borneo bislang vor allem mit Orang-Utans, tropischem Regenwald und den Naturattraktionen des malaysischen Bundesstaates Sabah verbunden. Der nördliche Teil Sarawaks mit seinen archäologischen Fundstätten und weniger bekannten Nationalparks steht dagegen seltener im Mittelpunkt touristischer Programme.

Mit der Wiedereröffnung der Great Cave erhält die Region einen wichtigen Reisebaustein zurück. Der Niah-Nationalpark lässt sich von Miri aus als Tagesausflug besuchen oder in längere Rundreisen durch Sarawak integrieren.

Neben Tagesbesuchen sind auch Übernachtungen im Nationalpark möglich. Dadurch können Reisende die Höhlenlandschaft und den umliegenden Regenwald intensiver erkunden.

Die Verbindung aus UNESCO-Welterbe, prähistorischer Geschichte, tropischer Natur und neu erschlossener Besucherroute macht Niah insbesondere für Kultur-, Natur- und Studienreiseveranstalter interessant. Die Wiedereröffnung stärkt damit eine Destination, die trotz ihrer internationalen Bedeutung im europäischen Reisemarkt bislang vergleichsweise wenig Beachtung findet.

Bildnachweis: © KI-erstellte Illustration


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