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Rostock: AIDA wählt neun Projekte für ersten Innovation Hub aus
Aus mehr als 150 Ideen erreichen neun Konzepte zu Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit und smarten Technologien das Finale am 16. September 2026
Rostock: AIDA wählt neun Projekte für ersten Innovation Hub aus

Neun Projekte aus Deutschland und Spanien stehen im Finale des ersten AIDA Innovation Hub. AIDA Cruises hat aus mehr als 150 eingereichten Ideen jeweils drei Kandidaten in den Bereichen Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit sowie KI & Smarte Lösungen ausgewählt. Am 16. September präsentieren die Finalisten ihre Konzepte im AIDA Headquarter in Rostock einer Fachjury.

Das Spektrum reicht von der Rückgewinnung thermischer Energie aus Abwasser und neuen Lösungen gegen den Bewuchs von Schiffsrümpfen über Textilkreisläufe und Schallminderung in Häfen bis zu KI-gestützten Reisebegleitern. Mit dem Innovation Hub will AIDA Start-ups, Technologieunternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Branchenpartner zusammenbringen und Lösungen mit konkretem Einsatzpotenzial in der Kreuzfahrt identifizieren.

„Die hohe Qualität und Vielfalt der eingereichten Ideen hat uns beeindruckt. Die nominierten Projekte zeigen, wie viel Innovationskraft in den Bereichen Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und digitale Transformation steckt. Wir freuen uns darauf, die Konzepte im September persönlich kennenzulernen und gemeinsam mit den Ideengebern neue Impulse für die Kreuzfahrt von morgen zu entwickeln“, sagt Dirk Inger, Senior Vice President Public Affairs, Communication & Sustainability bei AIDA Cruises.

Abwasserwärme, leisere Pumpen und saubere Schiffsrümpfe

In der Kategorie Dekarbonisierung haben es revincus aus Weimar, die Hydronauten GmbH aus Rostock und TiTech aus Madrid ins Finale geschafft.

revincus hat eine Technologie entwickelt, mit der thermische Energie aus Abwasser zurückgewonnen und anschließend erneut an Bord genutzt werden kann. Dadurch sollen Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Betriebskosten sinken.

Die Hydronauten GmbH setzt mit ihrer QuietHydro-Technologie bei Pumpensystemen an. Reduzierte Schwingungen sollen sowohl Lärmemissionen als auch den Energieverbrauch verringern und zugleich den Komfort für Gäste und Besatzung erhöhen.

TiTech verfolgt einen anderen Ansatz. Eine chemiefreie Titanoberfläche soll verhindern, dass sich Meeresorganismen auf Unterwasserstrukturen ansiedeln. Weniger Bewuchs bedeutet geringeren Reibungswiderstand und könnte damit den Energiebedarf und die Emissionen von Schiffen reduzieren.

Nachhaltigkeit reicht vom Hafenlärm bis zum Textilkreislauf

Für die Kategorie Nachhaltigkeit wurden die Rostock Port GmbH, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die Circularity Germany GmbH aus Hamburg nominiert.

Rostock Port will mit dem Projekt LA-RoRo II Lärm im Hafen aktiv reduzieren. Echtzeit-Analysen und gezielt erzeugte Gegensignale sollen Schallemissionen mindern und damit die Belastung für Anwohner sowie den Geräuschpegel für Gäste und Besatzungen senken.

Das DLR untersucht mit „WoodShip – Nachhaltige Holzintegration in Kreuzfahrtschiffen“, wie Holz verstärkt in ausgewählten Schiffsstrukturen eingesetzt werden könnte. Neben den Materialeigenschaften spielt dabei die Fähigkeit des Rohstoffs zur Kohlenstoffspeicherung eine Rolle.

Circularity Germany nimmt dagegen Textilien an Bord in den Blick. Arbeitskleidung, Handtücher und Tischwäsche sollen nach ihrer bisherigen Nutzungsdauer recycelt und als Rohstoffe wieder in die Textilproduktion zurückgeführt werden. Die Bordwäschereien würden dabei zu einem Bestandteil des Kreislaufsystems.

KI soll Orientierung an Bord und an Land erleichtern

In der dritten Kategorie konkurrieren Ariadne, die contagt GmbH aus Mannheim und Rostock.ai um den Sieg.

Ariadne entwickelt eine Technologie zur Analyse von Besucherströmen und Frequenzen, die ohne Kameras und ohne Erfassung personenbezogener Daten arbeitet. Die gewonnenen Daten könnten helfen, Betriebsabläufe und Angebote besser an tatsächliche Bewegungsmuster der Gäste anzupassen.

Die contagt GmbH setzt auf digitale Indoor-Navigation. Eine Integration in bestehende Anwendungen könnte Gästen die Orientierung auf großen Kreuzfahrtschiffen erleichtern. Vorgesehen sind zudem Funktionen wie barrierefreie Routen und Hinweise auf Veranstaltungen.

Rostock.ai wiederum hat eine KI-Plattform entwickelt, die Besucher mit aktuellen Informationen, lokalen Angeboten, Unternehmen und Sehenswürdigkeiten verbindet. Für Kreuzfahrtgäste könnte daraus ein digitaler Begleiter für Landaufenthalte entstehen, der Empfehlungen passend zur jeweiligen Situation und zum Aufenthaltsort liefert.

Zehn Minuten entscheiden über die Chance auf einen Praxistest

Jeder Finalist erhält am 16. September zehn Minuten für die Präsentation seines Projekts. Eine interdisziplinäre Jury aus Wissenschaft, Industrie und Kreuzfahrt bewertet die Konzepte nach Kriterien wie Innovationsgrad, Umsetzbarkeit und Bedeutung für die maritime Wirtschaft.

Der Jury gehören Dr. Anisa Rizvanolli vom Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen, Prof. Dr. Meike Jipp vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Prof. Dr. Ali Arnaout von der Hochschule Wismar, Dr. Christoph Schladör von Carnival Maritime sowie Dirk Inger von AIDA Cruises an.

Für die Sieger könnte aus dem Pitch ein praktisches Projekt werden. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Konzepte gemeinsam mit AIDA Cruises in einer Umsetzungsstudie weiterzuentwickeln oder als Pilotprojekt auf einem Schiff der AIDA-Flotte zu testen.

Innovation Hub soll Forschung und Kreuzfahrt zusammenbringen

Neben den Präsentationen sind Fachvorträge, Diskussionen und Möglichkeiten zum Austausch vorgesehen. Branchenexpertin Stefanie Berk hält eine Keynote zu Themen aus Reise, Mobilität, Digitalisierung und Innovation.

Das Panel „Innovative Kreuzfahrt: Smarte Visionen für eine starke Zukunft“ beschäftigt sich mit Klimazielen, intelligenten Häfen, digitalen Technologien und der künftigen Rolle der Kreuzfahrt im Tourismus.

AIDA versteht den Innovation Hub als Teil seiner Innovationsstrategie. Vielversprechende Technologien und Konzepte sollen damit früher erkannt und gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und maritimer Praxis auf ihre konkrete Einsatzfähigkeit geprüft werden.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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