Vietnam verbindet Gesundheit und Tourismus in neuer Strategie - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Vietnam verbindet Gesundheit und Tourismus in neuer Strategie
Bis 2030 soll ein integrierter Gesundheitstourismus entstehen, der Wellness, traditionelle Medizin und medizinische Angebote klarer miteinander verknüpft
Vietnam verbindet Gesundheit und Tourismus in neuer Strategie

Vietnam will den Gesundheits- und Wellnesstourismus bis 2030 zu einem eigenständigen und stärker integrierten Tourismussektor entwickeln. Eine nationale Strategie soll bislang vielfach getrennte Angebote von Wellnesshotels und Resorts über traditionelle Heilverfahren bis zur medizinischen Behandlung zusammenführen. Zugleich sollen verbindlichere Standards entstehen und die Wertschöpfung durch internationale Besucher steigen.

Die Voraussetzungen dafür sind vielfältig. Vietnam verfügt über Strände und Wälder, Thermal- und Mineralquellen, mineralischen Schlamm sowie zahlreiche Heilpflanzen. Hinzu kommen traditionelle medizinische Verfahren und Gesundheitspraktiken, die sich regional unterscheiden und teilweise eng mit dem Wissen ethnischer Gemeinschaften verbunden sind. In Küsten- und Bergregionen haben Hotels und Resorts ihre Wellnessangebote bereits ausgebaut, während sich rund um Mineralquellen höherwertige Resortkonzepte entwickelt haben.

Bislang ergeben diese einzelnen Bausteine jedoch noch kein geschlossenes System. Die Verbindungen zwischen Tourismus, Gesundheitswesen, traditioneller Medizin, Ernährung, Heilpflanzen, Sport, Kultur und Technologie gelten als ausbaufähig. Gleichzeitig fehlen spezialisierte Fachkräfte, einheitliche Qualitätsstandards und eine stärkere Koordination zwischen Behörden, Destinationen und Unternehmen.

Drei Stufen für den Gesundheitstourismus

Ha Van Sieu, stellvertretender Generaldirektor der Vietnam National Authority of Tourism, sieht in Gesundheits- und Wellnessreisen ein wachsendes Segment mit überdurchschnittlicher wirtschaftlicher Bedeutung. „This isn't just a passing trend. It's becoming a high-value segment that extends visitor stays, lifts spending and pulls related industries along with it“, erklärte er.

Eine zentrale Rolle in der weiteren Entwicklung könnte ein Modell spielen, das Dr. Nguyen Anh Tuan, Direktor des Institute for Tourism Development Research, vorgeschlagen hat. Es umfasst ein gemeinsames Ökosystem, drei Produktstufen und sechs politische Handlungsfelder.

Die erste Stufe umfasst klassische Wellnessreisen ohne medizinischen Schwerpunkt. Darüber stehen Wellnessleistungen, die spezialisiertes medizinisches Fachwissen erfordern. Die dritte und am stärksten regulierungsbedürftige Kategorie bildet der eigentliche Medizintourismus.

Mit dieser Unterscheidung könnten Vorschriften und Qualitätsanforderungen künftig stärker danach ausgerichtet werden, welches medizinische Risiko und welche fachliche Kompetenz mit einem Angebot verbunden sind. Allgemeine Wellnessleistungen würden damit regulatorisch klarer von medizinischen Behandlungen getrennt.

Die sechs vorgesehenen Handlungsfelder reichen von Institutionen und Standards über Ressourcen, Destinationen und Wertschöpfungsketten bis zu Investitionen, Unternehmen und lokalen Gemeinschaften. Hinzu kommen Fachkräfte, Wissenschaft und Technologie sowie Fragen von Märkten, Markenbildung und Daten.

Traditionelle Medizin als Profilmerkmal

Eine besondere Rolle soll Vietnams traditionelle östliche Medizin erhalten. Die Kombination von Resorts und anderen touristischen Einrichtungen mit Kräuteranwendungen und überlieferten Gesundheitspraktiken könnte dem Land ein eigenständigeres Profil im internationalen Wettbewerb um Gesundheitsreisende geben.

Davon könnten zugleich Landwirtschaft und ländliche Gemeinden profitieren. Der Anbau von Heilpflanzen, ihre Verarbeitung und die Einbindung lokalen Wissens schaffen Schnittstellen zwischen Gesundheitstourismus und regionaler Wertschöpfung. Traditionelle Verfahren würden damit nicht nur als touristische Dienstleistung betrachtet, sondern als Teil einer breiteren wirtschaftlichen Kette.

Am anspruchsvollsten bleibt der Ausbau des Medizintourismus. Vietnam sieht hier Wachstumsmöglichkeiten innerhalb des expandierenden südostasiatischen Marktes, trifft allerdings auf etablierte Wettbewerber mit bereits weit entwickelten Angeboten für internationale Patienten.

Die Strategie bis 2030 setzt deshalb nicht allein auf steigende Besucherzahlen. Entscheidend sollen der Aufbau geeigneter Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte, nachvollziehbare Standards und eine engere Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen und Tourismus sein. Gelingt diese Verzahnung, könnten Wellnessresorts, Anbieter traditioneller Medizin, medizinische Einrichtungen und Tourismusunternehmen künftig als Teile eines gemeinsamen Gesundheitstourismus-Ökosystems auftreten.

Bildnachweis: © KI-erstellte Illustration


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