Sambia: Große Gnu-Wanderung verwandelt Liuwa Plain in eine Safari-Bühne - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Sambia: Große Gnu-Wanderung verwandelt Liuwa Plain in eine Safari-Bühne
Mehr als 47.000 Gnus ziehen im November durch den abgelegenen Nationalpark – eine renovierte Luxuslodge eröffnet neue Möglichkeiten, das Naturschauspiel zu erleben
Sambia: Große Gnu-Wanderung verwandelt Liuwa Plain in eine Safari-Bühne

Wenn im November die ersten Regenfälle den Westen Sambias erreichen, beginnt im Liuwa-Plain-Nationalpark eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele Afrikas. Mehr als 47.000 Gnus ziehen auf der Suche nach frischem Weideland über die ausgedehnten Grasflächen, häufig begleitet von Zebraherden. Die Migration gilt als zweitgrößte Gnu-Wanderung des Kontinents und spielt sich dennoch weitgehend abseits der bekannten afrikanischen Safarirouten ab.

Anders als in der Serengeti, wo die jährlichen Tierwanderungen zahlreiche Besucher anziehen, bleibt es in Liuwa vergleichsweise ruhig. Die weiten Ebenen bieten Gelegenheit, große Herden über längere Zeit zu beobachten, ohne ständig anderen Safarifahrzeugen zu begegnen. Mit dem Einsetzen der Regenzeit verwandelt sich die zuvor trockene Landschaft in ein grünes Grasland mit zahlreichen Wildblumen. In dieser Phase bringen viele Gnus ihre Jungen zur Welt, was wiederum Raubtiere anlockt.

Die saisonale Wanderung ist zugleich Ausdruck einer bemerkenswerten Naturschutzentwicklung. Liuwa Plain zählt zu den ältesten Schutzgebieten Afrikas. Bereits vor mehr als 150 Jahren stellte der Lozi-König Lubosi Lewanika die Landschaft unter Schutz. Nach Jahrzehnten der Wilderei und erheblichem Druck auf die Tierbestände haben langfristige Schutzmaßnahmen dazu beigetragen, das ökologische Gleichgewicht des Nationalparks schrittweise wiederherzustellen.

Vom bedrohten Löwenbestand zum erfolgreichen Artenschutz

Neben den großen Gnuherden beherbergt Liuwa Plain eine vielfältige Raubtierwelt. Besonders auffällig sind die großen Rudel von Tüpfelhyänen. Daneben leben Geparden, Afrikanische Wildhunde und Löwen in dem Schutzgebiet.

Die Geschichte der Löwenpopulation ist eng mit einer Löwin verbunden, die unter dem Namen Lady Liuwa bekannt wurde. Sie war über Jahre hinweg der einzige verbliebene Löwe des Nationalparks, nachdem Wilderei und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren den ursprünglichen Bestand nahezu ausgelöscht hatten. Durch gezielte Wiederansiedlungen und kontinuierliche Schutzmaßnahmen konnte sich inzwischen erneut eine fortpflanzungsfähige Löwenpopulation entwickeln.

Im Juli 2026 erneuerten die Naturschutzorganisation African Parks, das Barotse Royal Establishment und das sambische Tourismusministerium ihre langjährige Partnerschaft zur Verwaltung des Nationalparks. Die Zusammenarbeit umfasst den Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume sowie die langfristige Entwicklung des Gebietes.

Wie weit die Erholung einzelner Tierbestände inzwischen fortgeschritten ist, zeigt ein weiteres Naturschutzprojekt: Allein 2025 wurden 1.952 Gnus und 206 Zebras aus Liuwa Plain in den Kafue-Nationalpark und andere sambische Schutzgebiete umgesiedelt. Der Nationalpark trägt damit nicht mehr nur zur Erhaltung seiner eigenen Tierwelt bei, sondern unterstützt auch die Wiederherstellung von Wildtierpopulationen in anderen Regionen des Landes.

King Lewanika Lodge nach Renovierung wiedereröffnet

Parallel zur Entwicklung des Naturschutzgebietes wird auch das touristische Angebot weiterentwickelt. Die King Lewanika Lodge hat nach einer umfassenden Renovierung unter der Leitung von Ker & Downey Zambia wiedereröffnet. Sie ist das einzige permanente Luxuscamp im Liuwa-Plain-Nationalpark und richtet sich an Reisende, die eine Safari in einer besonders abgeschiedenen Umgebung suchen.

Mit fünf Zelt-Suiten und einer Familiensuite bietet die Unterkunft Platz für höchstens 15 Gäste. Im Zuge der Modernisierung entstanden ein Swimmingpool, ein offener Speisepavillon, ein Spa und ein Yogadeck. Auch die Gemeinschaftsbereiche wurden neugestaltet. Für Safarifahrten stehen inzwischen eigens angefertigte Fahrzeuge zur Verfügung. Die Energieversorgung der Lodge erfolgt vollständig über Solartechnik.

Eine neue Möglichkeit, die Gnu-Wanderung besonders intensiv zu erleben, bietet ein zweitägiges sogenanntes Sleepout-Erlebnis. Dabei begleiten die Gäste die Wanderbewegungen der Herden durch die Ebenen und übernachten anschließend in einem mobilen Camp unter freiem Sternenhimmel. Das Angebot verbindet die klassische Safari mit einer Übernachtung unmittelbar in der weitläufigen Landschaft des Nationalparks.

Auch die Anreise wurde erleichtert. Nach Angaben des Betreibers stehen tägliche Flugverbindungen ab Lusaka und Livingstone zur Verfügung. Der angeflogene Landeplatz liegt nur etwa zehn Minuten von der Lodge entfernt.

Für den internationalen Safaritourismus bietet Liuwa Plain damit eine ungewöhnliche Kombination: eine der größten Tierwanderungen Afrikas, ein langfristig angelegtes Naturschutzprojekt und eine kleine Unterkunft mit begrenzter Gästekapazität. Gerade die geringe touristische Erschließung unterscheidet den Nationalpark von vielen etablierten Safari-Destinationen im südlichen und östlichen Afrika.

Bildnachweis: KI-erstellte Illustration


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