Reisebüros setzen stärker auf KI und GDS - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Reisebüros setzen stärker auf KI und GDS
Amadeus-Studie unter mehr als 750 Reiseverkäufern zeigt wachsende KI-Nutzung, hohe Bedeutung der Preisparität und steigende Ansprüche an Hotelinformationen
Reisebüros setzen stärker auf KI und GDS

Künstliche Intelligenz hält weltweit Einzug in den Arbeitsalltag von Reisebüros und anderen Reiseverkäufern. Gleichzeitig gewinnen globale Vertriebssysteme weiter an Bedeutung. Das zeigt eine aktuelle Amadeus-Studie, für die mehr als 750 Reiseverkäufer befragt wurden, die mit Amadeus, Sabre oder Travelport arbeiten.

Die Ergebnisse zeichnen ein Bild eines Vertriebs, in dem digitale Werkzeuge zwar immer stärker die Recherche und Beratung unterstützen, klassische Faktoren für die Buchungsentscheidung aber keineswegs an Bedeutung verlieren. Preisparität, verlässliche Hotelinformationen und zunehmend auch Angaben zur Nachhaltigkeit bleiben für Reiseverkäufer zentrale Kriterien.

GDS werden intensiver genutzt

43 Prozent der Befragten geben an, globale Vertriebssysteme häufiger zu nutzen als noch 2024. Im Durchschnitt greifen Reiseverkäufer mehr als sechsmal täglich auf ein GDS zu und verbringen insgesamt fast acht Stunden pro Tag mit den Systemen.

Besonders stark fällt der Zuwachs in der Region Asien-Pazifik aus. Dort haben 47 Prozent der Befragten ihre GDS-Nutzung erhöht. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika sind es 44 Prozent, in Nord- und Südamerika 42 Prozent.

Mit der intensiveren Nutzung steigt zugleich der Stellenwert konsistenter Preise. 94 Prozent der Befragten bewerten Preisparität über unterschiedliche Vertriebskanäle hinweg als äußerst wichtig. 63 Prozent würden nach eigenen Angaben von der Buchung einer Unterkunft absehen, wenn sie unterschiedliche Preise in verschiedenen Kanälen feststellen.

Hotelinformationen beeinflussen die Beratung

Neben dem Preis entscheidet die Qualität der verfügbaren Informationen darüber, welche Hotels Reiseverkäufer ihren Kunden empfehlen. 90 Prozent greifen auf Hotelbeschreibungen als zentrale Informationsquelle für Vergleiche und Empfehlungen zurück.

Auch Nachhaltigkeitsinformationen werden zunehmend erwartet. 88 Prozent der Befragten berichten, dass entsprechende Aspekte für Reisende bei der Wahl eines Anbieters eine Rolle spielen. Insbesondere in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie in der Region Asien-Pazifik können fehlende Angaben nach den Studienergebnissen die Buchungsentscheidung negativ beeinflussen.

Mehr als drei Viertel arbeiten bereits mit KI

Die technologische Veränderung zeigt sich besonders deutlich beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Mehr als drei Viertel der befragten Reiseverkäufer haben KI bereits in ihre Arbeitsabläufe integriert. Sie verwenden die Anwendungen unter anderem zur Recherche von Reiseoptionen, zum Vergleich von Inhalten, zur Erstellung von Empfehlungen und zur Steigerung der Produktivität.

Regional unterscheiden sich die Einsatzgebiete. In der Region Asien-Pazifik nutzen 36 Prozent KI zur Erstellung von Reiserouten, 32 Prozent für personalisierte Empfehlungen auf Grundlage von CRM-Daten und 21 Prozent zur Betrugsprävention und Qualitätssicherung.

In Europa, dem Nahen Osten und Afrika dominieren dialogbasierte KI-Assistenten. 62 Prozent der Befragten verwenden Anwendungen wie ChatGPT, Copilot oder Gemini. Weltweit setzen jeweils 29 Prozent automatisierte Werkzeuge zur Tarifsuche beziehungsweise KI-Lösungen zur Erstellung von Reisevorschlägen und Reiserouten ein.

Zurückhaltender sind Reiseverkäufer in Nord- und Südamerika. Dort geben 35 Prozent an, bislang keine KI zur Unterstützung des Verkaufs einzusetzen.

KI soll Beratung und Verkauf unterstützen

Unabhängig von der Region sehen die Befragten besonderes Potenzial dort, wo KI unmittelbar in den Beratungs- und Verkaufsprozess eingreift. Dazu zählen Preis- und Upselling-Empfehlungen, Hotelvorschläge, Reiseinspirationen und der automatisierte Vergleich unterschiedlicher Inhalte.

Damit entwickelt sich KI zunehmend von einem allgemeinen Produktivitätswerkzeug zu einem Instrument, das unmittelbar bei der Auswahl und Vermittlung touristischer Leistungen eingesetzt wird.

GDS-Werbung erreicht Reiseverkäufer am Buchungspunkt

Die Studie untersucht auch, welchen Einfluss Werbung innerhalb globaler Vertriebssysteme auf die Auswahl touristischer Angebote hat. Rund zwei Drittel der Befragten erklären, dass solche Platzierungen ihre Kaufentscheidungen beeinflussen. Jeder vierte Reiseverkäufer hat demnach bereits aufgrund einer Anzeige ein Hotel gebucht.

Den größten Buchungsanreiz bieten mit 57 Prozent exklusive, ausschließlich über das jeweilige GDS verfügbare Angebote. Dahinter folgen bestätigte Preisparität mit 36 Prozent sowie Treuevorteile und Zusammenfassungen von Kundenbewertungen mit jeweils 34 Prozent.

„Erfolgreiche Werbung bedeutet weit mehr als Sichtbarkeit. Es geht darum, das richtige Angebot und den richtigen Inhalt genau dann bereitzustellen, wenn ein Reiseverkäufer bereit ist, zu handeln“, sagt Dan Ciocoiu, Head of Advertising Solutions bei Amadeus.

Mehr als 750 Reiseverkäufer befragt

Für die Untersuchung befragte Takedown Research mehr als 750 Reiseverkäufer, die mit den drei großen GDS-Anbietern Amadeus, Sabre und Travelport arbeiten. Die Ergebnisse wurden gewichtet, um eine ausgewogene regionale Verteilung zu erreichen.

Vergleichbare Untersuchungen wurden bereits 2022 und 2024 durchgeführt. Dadurch lassen sich Veränderungen bei der Nutzung von Vertriebssystemen und digitalen Werkzeugen über mehrere Jahre hinweg beobachten.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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