Tourexpi
Der
Boom der Flusskreuzfahrten auf dem Douro stößt vorerst an seine Grenzen. Die
für den Fluss zuständige Hafenbehörde APDL hat Reiseveranstalter und Reedereien
darüber informiert, dass neue Kreuzfahrtoperationen vorübergehend nicht mehr
genehmigt werden. Hintergrund sind Engpässe bei der Abwicklung an den Schleusen
und das inzwischen erreichte Verkehrsaufkommen auf der Wasserstraße.
Bis
zum Abschluss einer umfassenden Überprüfung sollen keine zusätzlichen
Hotelschiffe zugelassen werden. Dabei will die Behörde insbesondere
untersuchen, wie viele Schiffe der Douro unter Sicherheits- und
Effizienzgesichtspunkten dauerhaft aufnehmen kann. Die Entscheidung trifft
einen der in den vergangenen Jahren besonders dynamisch gewachsenen
europäischen Märkte für Flusskreuzfahrten.
Schleusen
werden zum Engpass
Nach
Angaben des Fachmediums Data Portuaria haben vor allem die Schleusen und die
Steuerung des Schiffsverkehrs zu zunehmenden Engpässen geführt. Die APDL
reagiert darauf mit einem vorläufigen Stopp zusätzlicher Operationen.
Geprüft
werden soll nun, wie sich die bereits seit 2025 hinzugekommenen Schiffe sowie
die bis 2028 geplanten Kapazitäten auf den Verkehr auswirken. Erst danach
dürfte feststehen, ob und in welchem Umfang künftig weitere Schiffe zugelassen
werden können.
Die
Einschränkung betrifft damit nicht den bestehenden Flusskreuzfahrtverkehr
grundsätzlich. Vielmehr geht es um zusätzliche Schiffe und neue Operationen,
die über die bereits genehmigten Kapazitäten hinausgehen.
Expansionspläne
der Reedereien unterschiedlich betroffen
Für
die Anbieter hat die Entscheidung unterschiedliche Folgen. Bereits geplante und
genehmigte Programme können offenbar weitergeführt werden. Uniworld soll
beispielsweise an seinem für 2027 vorgesehenen Programm einschließlich der
Aufnahme der SS São Rafael festhalten.
Andere
Unternehmen müssen ihre Expansionspläne dagegen überprüfen. Jennifer Tombaugh,
CEO des US-amerikanischen Reiseveranstalters Tauck, bestätigte nach Angaben des
Berichts, dass neue Schiffbauprojekte vorerst gestoppt wurden.
Auch
für TUI könnte die weitere Entwicklung von Bedeutung sein. TUI River Cruises
plant für 2027 den Einsatz seines ersten eigenen Flusskreuzfahrtschiffs auf der
Iberischen Halbinsel. Inwieweit diese Pläne von den Kapazitätsbeschränkungen
betroffen sein werden, hängt von den bestehenden Genehmigungen und den
Ergebnissen der laufenden Überprüfung ab.
Douro
erlebt starken Kreuzfahrtboom
Der
Douro hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der gefragtesten europäischen
Flüsse für Kreuzfahrten entwickelt. Ausgangspunkt vieler Reisen ist Porto, von
wo die Schiffe flussaufwärts durch das nordportugiesische Weinland bis in
Richtung spanische Grenze fahren.
Das
Wachstum bringt jedoch besondere infrastrukturelle Herausforderungen mit sich.
Anders als auf großen europäischen Wasserstraßen lässt sich die Zahl
gleichzeitig verkehrender Hotelschiffe auf dem Douro nicht beliebig erhöhen.
Schleusenkapazitäten und Verkehrssteuerung setzen dem Wachstum physische
Grenzen.
Die
laufende Untersuchung der APDL soll nun klären, wo diese Grenze dauerhaft
liegt. Bis dahin dürfte der vorläufige Genehmigungsstopp vor allem jene
Reedereien treffen, die in den kommenden Jahren zusätzliche Schiffe auf dem
Douro stationieren wollten.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration
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