Tourexpi
Die
anhaltende Dürre in weiten Teilen Europas wird auch für Wanderer und Radfahrer
zum praktischen Problem. Quellen, Brunnen und andere Wasserstellen, die auf
Karten eingezeichnet sind, führen nicht zwangsläufig tatsächlich Wasser. Die
Schweizer Community-App droply will diese Informationslücke mit einem neuen
Navigator schließen, der vorhandene Routen auf Wasserstellen und längere
trockene Abschnitte untersucht.
Der
Zeitpunkt der Einführung fällt in einen außergewöhnlich trockenen europäischen
Sommer. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur waren in den letzten zehn
Julitagen 2026 rund 35 Prozent der Fläche ihrer 38 Mitglieds- und
Kooperationsländer von Dürre betroffen. Insgesamt wurden entsprechende
Bedingungen in 37 Ländern registriert. Copernicus verzeichnete zudem in
Österreich und Tschechien jeweils den trockensten Frühling seit Beginn der
Messungen.
Mehr
als 800.000 Wasserstellen in der Datenbank
Der
neue droply Navigator verarbeitet GPX-Routen und gleicht deren Verlauf mit
einer Datenbank von mehr als 800.000 Wasserstellen weltweit ab. Die
Informationen stammen aus Meldungen der Community sowie weiteren Datenquellen.
Nutzer
können sehen, wo sich entlang ihrer geplanten Strecke die nächste Wasserstelle
befindet, wie weit sie entfernt ist und welchen Umweg sie erfordert.
Gleichzeitig weist die Anwendung Abschnitte aus, auf denen über längere
Strecken keine Wasserstelle verzeichnet ist.
Die
Routen können vor Beginn einer Tour heruntergeladen werden. Damit stehen die
Informationen auch offline zur Verfügung, wenn unterwegs keine
Mobilfunkverbindung besteht.
Community
soll aktuelle Situation vor Ort erfassen
Eine
zentrale Herausforderung bleibt die Aktualität der Angaben. Gerade bei Quellen
und kleineren Wasserstellen können sich die Bedingungen während längerer
Trockenperioden schnell verändern. droply setzt deshalb darauf, dass Nutzer an
Wasserstellen einchecken, deren aktuellen Zustand bestätigen, Fotos hochladen
und sie hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit bewerten.
Für
solche Beiträge vergibt die Plattform Punkte. Damit soll aus einer statischen
Kartierung ein fortlaufend aktualisiertes Bild der tatsächlichen
Wasserversorgung entlang der Routen entstehen.
„Wenn
eine Quelle austrocknet, ist das fehlende Wasser nur die halbe Geschichte. Die
andere Hälfte ist, dass die Karte vielleicht immer noch sagt, sie sei da. Wir
haben den Navigator gebaut, damit Wandernde wissen, was wirklich vor ihnen
liegt, nicht nur, was früher galt“, sagt Micha, Mitgründer und Software
Engineer bei droply.
Wasserinformation
statt neuer Routenplanung
Der
Navigator soll keinen klassischen Routenplaner ersetzen. Ausgangspunkt ist
vielmehr eine bereits vorhandene Strecke, für die zusätzliche Informationen zur
Wasserversorgung bereitgestellt werden.
„Wir
wollten keinen weiteren Routenplaner bauen. Wir wollten wissen, welches Wasser
auf einer Route kommt, die wir schon haben. Dieses Jahr zählt diese Frage mehr
als sonst“, erklärt Nathalie, Mitgründerin und Produktdesignerin bei droply.
Navigator
gehört zum kostenpflichtigen PRO-Angebot
Der
droply Navigator ist für iOS und Android verfügbar und gehört zur neuen
kostenpflichtigen Version droply PRO. Diese umfasst neben dem Navigator auch
Offline-Karten.
PRO
kostet einmalig 29 Euro oder 9,80 Euro pro Jahr; ein monatliches Abonnement
gibt es nicht. Nutzer, die durch Check-ins und Fotos mindestens 100
droply-Punkte gesammelt haben, können die PRO-Version für ein Jahr kostenlos
erhalten.
Die
grundlegende Karte mit Wasserstellen, Check-ins und Community-Meldungen bleibt
weiterhin kostenlos verfügbar.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration
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