Tourexpi
Die
gewaltigen Granitfelsen von Karlu Karlu gehören am Tag zu den markantesten
Landschaften des australischen Northern Territory. Nach Sonnenuntergang zeigt
sich eine andere Besonderheit des rund 1.800 Hektar großen Schutzgebiets: Durch
die geringe künstliche Beleuchtung zählt sein Nachthimmel zu den
außergewöhnlich dunklen Orten Australiens. DarkSky International hat das Karlu
Karlu Conservation Reserve, auch als Devils Marbles bekannt, nun zum
International Dark Sky Sanctuary ernannt.
Karlu
Karlu ist damit das erste International Dark Sky Sanctuary im Northern
Territory und erst das dritte in Australien. Der Zertifizierung ging ein
einjähriges Verfahren unter Leitung von NT Parks and Wildlife voraus. Sechs
Monate lang wurde die Qualität des Nachthimmels gemessen, zudem wurden
künstliche Lichtquellen und mögliche künftige Risiken für die Dunkelheit des
Gebiets untersucht.
Totale
Sonnenfinsternis 2028 über Karlu Karlu
Besondere
Bedeutung erhält die Auszeichnung mit Blick auf den 22. Juli 2028. An diesem
Tag verläuft die Totalitätszone einer totalen Sonnenfinsternis über Karlu
Karlu. Der Mond wird die Sonne dort für fast fünf Minuten vollständig
verdecken.
Damit
verbindet sich eines der seltensten astronomischen Ereignisse mit der
charakteristischen Felslandschaft des Schutzgebiets. Auch langfristig dürfte
das Northern Territory für Beobachter von Sonnenfinsternissen interessant
bleiben. Am 13. Juli 2037 wird eine weitere totale Sonnenfinsternis das Red
Centre überqueren. Die Totalitätszone verläuft dann unter anderem über Uluru,
wo die vollständige Verdunkelung rund drei Minuten dauern soll.
Heiliger
Ort für vier Aboriginal-Gruppen
Karlu
Karlu liegt rund 100 Kilometer südlich von Tennant Creek am Stuart Highway und
damit an einer der wichtigsten Nord-Süd-Routen durch das Northern Territory.
Die über Millionen von Jahren entstandenen Granitformationen sind für ihre
abgerundeten und teilweise scheinbar aufeinander balancierenden Felsen bekannt.
Fast
das gesamte Schutzgebiet ist als heilige Stätte registriert. Karlu Karlu
besitzt große kulturelle Bedeutung für die Traditional Owners der Kaytetye,
Warumungu, Warlpiri und Alyawarra. Geschichten, heilige Orte und die mit ihnen
verbundenen Dreamings bilden wesentliche Bestandteile dieser Kulturlandschaft.
Die Traditional Owners unterstützen die Ernennung zum International Dark Sky
Sanctuary.
„Diese
Auszeichnung ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie der Schutz des
Nachthimmels den Erhalt kulturell und ökologisch bedeutender Orte ergänzen
kann“, erklärt Amber Harrison, Dark Sky Places Program Manager. Der
außergewöhnlich dunkle Himmel, die kulturellen Verbindungen und die Landschaft
machten Karlu Karlu zu einem idealen Ort für die Zertifizierung.
Neue
Informationen für Sternenbeobachter
Besucher
können Karlu Karlu tagsüber auf einem kurzen, selbstgeführten Wanderweg
zwischen den Granitfelsen erkunden. Nach Einbruch der Dunkelheit bietet die
geringe Lichtverschmutzung gute Bedingungen für die Beobachtung von Sternen und
anderen Himmelserscheinungen.
Im
Zuge der Zertifizierung sollen neue Informationstafeln entstehen, die über das
Dark Sky Sanctuary, die Beobachtung des Nachthimmels und die Bedeutung dunkler
Nächte informieren. Künftig sind zudem von Aboriginal People geleitete
Storytelling-Angebote rund um den Nachthimmel vorgesehen.
„Diese
Auszeichnung wird dazu beitragen, den Nachthimmel von Karlu Karlu zu schützen.
Künftige Entwicklungen müssen strenge Beleuchtungsrichtlinien einhalten, damit
der Nachthimmel auch für kommende Generationen bewahrt wird“, erklärt Philip
Cowan, Senior Director bei NT Parks and Wildlife Operations.
116
Pflanzen- und 83 Vogelarten
Die
Zertifizierung soll neben dem kulturellen Erbe auch den ökologischen Wert
nächtlicher Dunkelheit stärker in den Mittelpunkt rücken. Im Schutzgebiet
kommen rund 116 einheimische Pflanzenarten und 83 Vogelarten vor. Hinzu kommen
zehn einheimische Säugetierarten, 30 Reptilienarten, vier Froscharten sowie
eine Krabbenart, die längere Dürreperioden überstehen kann.
Tourismusministerin
Marie-Clare Boothby sieht in der Auszeichnung zugleich eine zusätzliche
Attraktion für die Region. „Unser Nachthimmel gehört zu den dunkelsten der Welt
– ein Traum für Sternenbeobachter!“, erklärt sie.
Northern
Territory baut nächtliche Erlebnisse aus
Karlu
Karlu ergänzt eine Reihe touristischer Angebote, mit denen das Northern
Territory seine weitgehend lichtarmen Landschaften auch nach Sonnenuntergang
erschließt. In Kakadu werden Outdoor-Dinner rund um den Vollmond mit indigener
Kultur und Storytelling verbunden. In Nitmiluk gehören mehrtägige Kanutouren
mit Übernachtungen unter freiem Himmel zum Angebot, während abgelegene
Unterkünfte wie die Bullo River Station Möglichkeiten zur Sternenbeobachtung
bieten.
Weitere
Angebote befinden sich in Entwicklung. Dazu gehören das Ganyil Big Sky Dinner
auf dem Land der Jawoyn in Nitmiluk sowie ein Eco-Luxury-Erlebnis, das
Tierbeobachtungen, nächtliche Safaris und Stargazing miteinander verbinden
soll.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration mit Material von Tourism & Events NT
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