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Deutschland
DEHOGA startet Kampagne für Erhalt der Minijobs
Neue Mitmach-Plattform bündelt Forderungen, Berechnungen und Stimmen aus der Praxis – Verband warnt vor deutlich steigenden Arbeitgeberkosten
DEHOGA startet Kampagne für Erhalt der Minijobs

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband verstärkt seine Kampagne gegen zusätzliche Belastungen von Minijobs. Mit minijobs-erhalten.de hat der DEHOGA Bundesverband eine zentrale Plattform gestartet, auf der politische Vorhaben, Berechnungen des Verbandes und Erfahrungsberichte von Beschäftigten und Unternehmern zusammengeführt werden.

Für das Gastgewerbe haben Minijobs nach Einschätzung des Verbandes besondere Bedeutung. Sie ermöglichen Betrieben unter anderem, Personal für Arbeitsspitzen am Abend, an Wochenenden oder bei Veranstaltungen einzusetzen. Insgesamt arbeiten nach den vom DEHOGA genannten Zahlen fast sieben Millionen Menschen in einem Minijob.

DEHOGA rechnet mit deutlich höheren Arbeitgeberabgaben

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen mehrere geplante beziehungsweise teilweise bereits beschlossene Veränderungen. Nach Berechnungen des DEHOGA könnten die Arbeitgeberabgaben für gewerbliche Minijobs von derzeit 31,17 auf 42,27 Prozent des Lohns steigen.

Für Arbeitgeber im Gastgewerbe würde dies nach Verbandsberechnungen zusätzliche Arbeitskosten von voraussichtlich fast 72 Millionen Euro pro Jahr bedeuten.

„Wer sich zum Minijob bekennt, muss ihn auch bezahlbar halten“, sagt DEHOGA-Präsident Guido Zöllick. „Die diskutierten und teilweise bereits beschlossenen Verteuerungen führen in ihrer Summe zu einer faktischen Abschaffung der Minijobs. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Verband verweist auf Bedeutung als Hinzuverdienst

Nach Angaben des DEHOGA nutzen fast 95 Prozent der Minijobber die Beschäftigungsform als Hinzuverdienst beziehungsweise zusätzliche Tätigkeit. Dazu gehören Arbeitnehmer mit einem Hauptberuf ebenso wie Studenten und Rentner. Unter Berufung auf Daten der Minijob-Zentrale erklärt der Verband, dass für lediglich 5,3 Prozent ein Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung infrage komme.

„Gerade jetzt müssen wir Anreize für diejenigen setzen, die zusätzlich arbeiten wollen. Leistung muss sich lohnen“, erklärt Zöllick.

Plattform sucht Erfahrungen von Minijobbern und Unternehmern

Die neue Mitmach-Plattform soll neben politischen Vorhaben und Forderungen auch einen Minijob-Check, Originaldokumente und weitere Belege bereitstellen. Gleichzeitig will der DEHOGA dort Erfahrungen aus der Praxis sichtbar machen.

Minijobber und Unternehmer können schildern, welche Bedeutung diese Beschäftigungsform für sie hat und welche Auswirkungen höhere Belastungen hätten. Interessenten, die sich an der Kampagne beteiligen möchten, können sich an ihren jeweiligen DEHOGA-Landesverband wenden.

Der Verband fordert unter anderem, auf Pflegeversicherungsbeiträge für Minijobs zu verzichten, die Pauschsteuer bei zwei Prozent zu belassen und eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge auszusetzen. Außerdem sollen nach Vorstellung des DEHOGA die bisherige Wahlfreiheit bei der Rentenversicherung und die bestehende Besteuerung erhalten bleiben.

Weitere Informationen: https://minijobs-erhalten.de/

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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